Warum verkörpern Menschen den Tod?

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13 Antworten

Ich würde spontan darauf tippen, dass es vielleicht greifbarer und damit besiegbar wirkt. Ein Zustand ist ja quasi nicht änderbar.. du kannst ihn nicht anfassen... Aber den Tod als Person darzustellen hat doch etwas..ja fast beruhigendes.. Denn Personen kann man bekanntlich besiegen bzw. bekämpfen. Und selbst wenn nicht, ist es doch schöner von einer Person abgeholt zu werden in den Tod, als einfach dahinzuscheiden.

"Wachsen" ist keine Darstellungsform. Wie würdest du "wachsen" malen?

Genauso ist es beim Tod: Male einmal den Tod, ohne Menschen? Ist schon problematisch. Warum der Mann jetzt gerade eine Sense tragen muss, der den Tod verkörpert? Das hat mit Sicherheit historische Gründe.

Vermutlich aus dem gleichen Grund wie wir auch Gott darstellen oder das Wetter als Petrus in eine Figur "stecken". Wir müssen jemandem oder etwas die Schuld für etwas geben können, in diesem Fall dem Tod einer Person. Das geht natürlich am besten, wenn eine Figur dafür steht und kein abstraktes Word. Auch hat das viel mit der Philosophie zutun. Wir Menschen fantasieren oder denken uns Erklärungen für Ereignisse so lange aus, bis wir den wirklichen Grund dafür wissen (siehe die Entstehung der Welt/ Menschen). Dadurch, dass der Tod nicht so greifbar ist, haben wir als neugierige Menschen natürlich ein Interesse daran, ihn irgendwie zuordnen zu können und da es auch so ist, dass wir in Bildern und nicht in Wörtern denken, brauchen wir halt ein Bild, das dazu dient und das ist in diesem Falle der Sensenmann.

das ist kulturell bedingt und nicht in jeder Kultur so; es gibt durchaus auch Kulturen die den Tod als Zustand, als Vervollkommenung mit der Natur o.ä. sehen.

Eine Verkörperung hilft natrürlich abstrakte Dinge zu konkretisieren und damit "greifbar" zu machen; das könnte vllt ein Grund für sowas sein.

Dazu ein kleiner Bericht: Ich saß in der Straßenbahn, und vor mir stand rücklings eine Person mit einem schwarzen Kapuzenpulli auf dem war ein Bild eines Skeletts mit einer Sense zu sehen und darunter der Satz: ''Der letzte Reiseleiter''! Vermutlich hat er sich schon irgendwie Gedanken zum Thema Tod gemacht, wenn auch eher spöttisch und ironisch. Aber womöglich hat er unbewusst die Menschen um ihn herum daran erinnert, daß sie sterben werden, und dann...? Ob der Kuttenträger in der Straßenbahn daran gedacht hat, glaube ich weniger, aber am Ende unseres Lebens wird das geschehen, was in Johannes 5, 25-28 steht: ''Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es kommt die Stunde und ist schon jetzt, dass die Toten hören werden die Stimme des Sohnes Gottes, und die sie hören werden, die werden leben. Denn wie der Vater das Leben hat in sich selber, so hat er auch dem Sohn gegeben, das Leben zu haben in sich selber; und er hat ihm Vollmacht gegeben, das Gericht zu halten, weil er der Menschensohn ist. Wundert euch darüber nicht. Denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden und werden hervorgehen, die Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Böses getan haben, zur Auferstehung des Gerichts''. Das wird passieren. Die letzte Reise geht nicht ins Nirgendwo, sondern zu Gott, vor seinen Thron, zu dem gerechten Richter unserer Seele. Der ewige Tod ist Existenz ohne wirklich zu leben. Das ist der Zustand in der Hölle. Die Bibel warnt davor und ruft zur Buße und zum Kommen auf: ''Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden, und niemand erkennt den Sohn als nur der Vater; und niemand erkennt den Vater als nur der Sohn und der, welchem der Sohn es offenbaren will. Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken'' (Matthäus 11, 27-28). Alles Gute.

Interessante Frage - habe ich noch nicht drüber nachgedacht.

Wenn man nach alten Götterbildern geht, scheinen viele kosmische Prinzipien in personifizierter Form aufzutreten. Wahrscheinlich ist dies das naheliegendste Begriffsmodell für das menschliche Bewusstsein.

Ich hatte vor vielen Jahren eine psychedelische Erfahrung, bei der ich genau diese Erfahrung hatte: in personifizierter Form stand mir der Tod plötzlich gegenüber - und für einen langen Moment erstarrte ich vor seiner Schönheit.

Da seine Erscheinung ganz anders als die mir kulturell überlieferten Bilder oder eigene Überlegungen war, muss ich auch aus dem Moment der Überraschung schliessen, dass die Personifizierung auf tieferen Ebenen als die bildliche Vorstellung oder gedankliche Spekulation stattfindet. Meiner Meinung nach geht es um Archetypen oder transpersonale Entitäten durch den Filter unseres bildenden imaginativen Bewusstseins.

damit sie leichter mit ihm umgehen können war doch früher auch so die menschen haben doch gedacht dass egwitter von gott kommt wenn er böse ist

Gismau 28.01.2013, 15:54

Und wenn der Himmel rot ist, backen die Engel Plätzchen und danach kommt die Zahnfee.

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weil menschen, vorallem in früheren zeiten, zum vermenschlichen von dingen tendieren. vulkanausbrüche werden von göttern gelenkt, krankheiten von dämonen verursacht und der tod trägt nunmal einen kapuzenmantel.

Gott und Teufel werden ja auch als Person dargestellt. Der Mensch will sich ein Bild von etwas machen können...

sogar Gott wird als Mensch mit Bart dargestellt. Ich glaube der Mensch möchte sich nicht eingestehen das die Sachen die über unserem Verständnis stehen in Wirklichkeit unmenschlich sind.

Menschen wollen alles Charakterisieren.

Nun... der Tod gehört auch dazu.

Sie wollen von etwas Angst haben.

Sie stellen alle Figuren ihrer Fantasie als Figuren dar.

Hoffe auf den Stern!!

Luckygirly

ENDLICHKEIT ein zustand,ja aber nen ziemlich LEBLOSER

Der Mensch stellt sich nicht als Sensenmann dar, sondern der Tod stellt sich als Sensenmann (Schnitter) dar. Der Schnitter ist im radikalem Sinne der Tod, der alles weg schneidet. Das ist aber Region bedingt. Der Tod verkleidet sich als Erlöser o.ä. ganz bekannt hierzu " Der Tod im Apfelbaum"

Underkill 28.01.2013, 15:54

Der Mensch stellt den Tod als Sensenmann dar.

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Gismau 28.01.2013, 16:30
@Underkill

Der Sensenmann war der vierte Reiter der Apokalypse, nicht Mensch.

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