Warum verhält sich die Neigung, den eigenen Kindern englische Namen zu geben, reziprok zur Fähigkeit der Eltern, die englische Sprache zu beherrschen?

8 Antworten

Sie wollen aufgefallene Namen geben. Solche die Englisch gut sprechen, treffen auch mehr Englische Namen, und sie werden angewöhnt.

Es könnte ähnlich sein wie auch Gaudeamus igitur... eher von Abschied machende Studenten gesungen wird, die kein Latein auf der Schule hatten.

Weil alles was vom "Befreier" Amiland herüberschwappte als ganz besonderst toll galt - im Westen. "Rock'n roll, easy, chillen, Hairstylist, Homework- schooling, dating, rush - houer, stop-and-go und was es noch so an bescheuerten anbiedernden Anglismen gibt.

In Mitteldeutschland, in der SBZ war es wohl eine Sehnsucht nach Freiheit wenn man seinen Kindern betont "westliche anglo-amerikanische " Namen gab. Ich erinnere mich an den Beginn der Neunzigerjahre als viele junge Mitteldeutsche nach Hamburg kamen um dort zu arbeiten, sie hießen "Meikel", "Dschäisn", Piiieter, Kevin, und besonders häufig "Ronny".

Ich beherrsche gut englisch und französisch - und allen meinen Kindern gab ich je zwei deutsche Namen, auch keine "christlich" - semitischen wie "Paul(us)", "Michael" oder sonstige "bibel"-Bezogene Namen.

Die Befreiung war schon lange vorbei; die Wolfgangs, Haralds und Ulrichs wurden erst viel später durch die Kevins etc. ersetzt.

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@earnest

Ich weiß, mit der amerikanischen Besatzung begann die Amerikanisierung welche dann auch die Namensgebung infizierte.

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@GeriDerWolf

Die amerikanische Besatzung begann 1945; deine "Infizierung" setzte aber erst eine ganze Weile später ein, zusammen mit der "Anglisierung" der deutschen Sprache.

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Man nimmt sich halt ein Beispiel an "unseren" Politikern, die sich für Englisch als Zweitsprache aussprechen, es aber selbst nicht können. Hier der Karnevalist, der von 2010 bis 2019 den "EU-Kommissar" spielte:

https://www.youtube.com/watch?v=-RrEQ8Ovw-Q

Hahaha

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Kann mir gut vorstellen, dass einige Namen durch Medien an Beliebtheit gewinnen. Meine Mutter kommt aus England und ich bin bilingual aufgewachsen. Da kann ich mir einen englischen Namen sehr gut für meine zukünftigen Kinder vorstellen. Die meisten Personen aus meinem Umkreis haben ihren Namen durch Prominente oder Namen die in Shows/Filmen auftauchen. "Meine Eltern waren Fans von Michael Jackson"

Warum das jemand macht, weiß ich nicht. Aber es ist eindeutig ein Asi-Indikator.Die einzige Antwort wäre: Die Leute wissen nicht, dass es ein Asi-Indikator ist.
"Cheyenne Aphrodite, lass Omma sein Bier in Ruhe!"

Und was passiert, wenn Cheyenne Aphrodite oder Chief Kevin Blue Bundeskanzler werden?

Das macht richtig Angst.

Woher ich das weiß:Beruf – Sprachdienstleister

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