Warum vergisst man scheinbar einfach das Schlechte nach dem Tod einer Person?

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7 Antworten

Das liegt an der Einwohnerzahl... kenne auch solche Fälle in ähnlich großen Dörfchen.
Eine Schande ist das! Ich hab bei diesem Unsinn nie mitgemacht und meine Meinung offen gesagt, wenn jemand etwas beschönigen wollte.

Ich bin so erzogen worden, dass man über Tote nicht herzieht (und das ist auch gut so), aber es gibt Fälle in denen man seinen Mund ruhig aufmachen kann

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mondeofahrer 12.07.2016, 17:27

Die ganze Straße (!) erschien damals nicht auf den Beerdigungen bis auf meinen weit über 80 Jahre alten Onkel, der es nicht übers Herz brachte. Auch wegen "Anstand" wie er sagte.

Mir tat es so leid, dass "der liebe Karl" seinen armen Enkel (der war damals 8-9 Jahre alt) krankenhausreif verprügelte, weil er eine schlechte Note bekam. Die Schreie des kleinen Jungen höre ich heute noch vor mir. Ich war gerade in meinem Garten, als es passierte. Dessen Oma verleugnet das immer noch. Was mich fassungslos macht.

Ich danke Ihnen.

Gruß, Joachim

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DonkeyDerby 12.07.2016, 17:30

Ich bin so erzogen worden, dass man über Tote nicht herzieht

Das ist allerdings genau genommen unlogisch. ;-) Denn dem Toten ist es herzlich egal, ob man über ihn herzieht. Es sind die Lebenden, die unter übler Nachrede leiden.

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Gwennydoline 12.07.2016, 17:31
@DonkeyDerby

Da hast du recht... Aber genauso wie man keine Gräber aus Ehrfurcht und Anstand schändet redet man auch nicht schlecht über Menschen die sich nicht mehr wehren/dazu zu Wort melden können.

Aber wie gesagt: In diesem Fall sehe ich das etwas anders

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Johann und Karl sind Beispiele - es ist anzuzweifeln, dass dies generell so ist, dass die Johanns und Karls dieser Welt so vermisst werden.

Ich denke, dass bei Alkohol eines Angehörigen  auf  familierärer Ebene generell  emotionale Verschwurbelungen bei den anderen nächsten Verwandtenvorherrschen. Da gibt es Verdrängung, Co-Abhängigkeiten usw. usf.

Ich denke, es ist eine Schutzfunktion, um sich nicht eingestehen zu müssen, dass man selbst Jahrelang einem Johann-Karl so eine Macht über das eigene Leben gegeben hatte.

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Trifft auf mich nicht zu. 

Das sind schon besondere Fälle. Kann ich mir nur so erklären, dass die Witwen keinerlei Umgang haben, niemanden zum Reden, nichts zu tun. Also sprich kein Lebensinhalt da ist. 

Da wird Manches im Nachhinein verklärt, wohl eine Schutzreaktion des Gehirns. 

Du musst das nicht verstehen, lass die Leutchen einfach machen. 

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Hallo Mondeofahrer!

Hier mal ein schöner Artikel - mit einem noch schöneren Bild *grins*

http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/32544/Die-Gewissensfrage

Das erklärt ein bißchen Deine Frage.

Meine Meinung - da ich derartig "Friedhof-fleißige" Witwen ebenfalls kenne:

Es gehört sich nicht. Vielleicht gilt es einfach als schlechter Stil. Viele leben ja nach dem Grundsatz: „Wenn du über jemanden nichts Nettes sagen kannst, halt den Mund.“ Bei Verstorbenen kommt sicher noch das Gerechtigkeitsempfinden hinzu: Der andere kann sich nicht mehr dazu äußern, geschweige denn wehren.

Schlechtes Karma. Vielleicht gibt es ja ein oder mehrere Leben nach dem Tod und man soll sich lieber am Riemen reißen, damit man nicht als Käfer oder Fuchsbandwurm wiedergeboren wird. Oder als Fuchs, der einen Bandwurm hat.

Wenn jemand stirbt, wird er automatisch gut. Vielleicht gilt, dass man mit dem Tod eine weiße Weste bekommt - weil ihm ja selbige angezogen wird. Sobald das Leben beendet ist, ist alles, was man so Schlimmes getan hat, Schnee von gestern. Körper zerfällt, Leben aus.

Du sollst nicht nachtragend sein. Vielleicht geht es ums Loslassen. Die Dinge abschließen können – auch, um sich selbst nicht weiter zu versklaven. Dann hätte der Grundsatz, nicht schlecht über andere zu reden, den Sinn, sich zu befreien.

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Es handeln ja nicht alle Menschen so wie die beschriebenen Witwen. Jeder hat eine andere Art, mit dem Tod von Nahestehenden umzugehen. Wenn ihnen es hilft, den Verstorbenen im Nachhinein zu verklären, sollen sie es ruhig tun. Dadurch werden die Toten schließlich nicht wieder lebendig.

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in der Bibel heißt es " lasset die toten ihre toten begraben"

was immer das heißen mag.

was genau passiert ist wissen nur die beteiligten und man muß dazusagen das besonders kinder ihre grenzen täglich austesten und ihre eltern in grenzsituationen bringen

eltern die ihre kinder schlagen sind im grunde hilflos und machtlos oder auch ohnmächtig

kein mensch möchte sein kind schlagen , sondern ist von der situation überfordert

dazu kommt das diese männer in deinem beispiel mit sicherheit selber eine schwere kindheit hinter sich hatten

deren frauen genauso und vermutlich sind sie aus genau diesem grund nicht aus der beziehung herausgegangen und haben sich jahrelang schlagen lassen, weil sie es von kind an so kannten.

kinder zu schlagen war lange erlaubt und sogar in der schule wurden die kinder vom lehrer verprügelt.

wer so aufwächst kann daran nichts schlimmes erkennen

jeder mensch hat auch zwei seiten und diese frauen haben ihre männer geliebt und aus ihrer erziehung sind sie bei ihnen geblieben und hätten alles für sie getan

und vieleicht haben diese frauen ihren männern auch ihre fehltritte vergeben und sind daher frei von hass

kein mensch ist perfekt, wenn ich meinen lebenslauf in stillen stunden anschaue denke ich das sehr viele geduldige menschen meinen weg begleitet haben

was ich so alles angestellt habe und sicher fallen dir selber auch einige dinge ein die gott sei dank nicht bemerkt wurden

und man soll nicht urteilen

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das ist eine art selbsthilfe unseres gehirns, unserer erinnerung, das schlechte vergisst man..................

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