Warum vergessen viele Eltern, wie eng die Beziehung zwischen Freunden ist?

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Kinder, und teils auch noch Jugendliche, schließen wahnsinnig schnell Freundschaften.

Da reichen manchmal schon wenige Stunden aus um dann zu beschließen "Wir sind beste Freundinnen"... Ich habe dies bei meinem Nachwuchs während der Kindergartenzeit und während der Grundschulzeit immer wieder erlebt. Je jünger, um so leichter schließen sich Freundschaften - aber um so zerbrechlicher sind diese auch. "Du bist nicht mehr meine Freundin, weil...." heißt es da an einem Kindergartentag - und am nächsten Kindergartentag wird wieder einträchtig miteinander gespielt.

Jugendliche suchen sich ihre Freundschaften da schon etwas gezielter aus. Auch wenn da ab und an schon gleiche Interessensgebiete oder das einfache "nebeneinander sitzen im Unterricht" schon ausreicht um zu beschließen "Wir sind Freunde".

Erwachsene wiederum gehen oft noch sorgfältiger um mit dem Begriff "Freundschaft". Sie haben im Laufe der Zeit festgestellt das ein einfaches "Kennen" oder "wir sind im gleichen Verein", oder "Wir laden einander hin und wieder ein" nicht automatisch ausreicht um den Gegenüber als "Freund" zu bezeichnen. Da wird dann schon unterteilt in (beispielsweise): Nachbar, Kollege, Vereinskamerad, Bekannter, enger Bekannter, Freund, bester Freund.

"Echte" Freunde sind auch rar. Bis ins Erwachsenenleben hinein haben sich so manche Freunde selbst aussortiert durch diverse Situationen. Der eine hat die Einladung zum Polterabend abgelehnt und dadurch gezeigt "Was das Brautpaar, mit dem ich befreundet bin, will ist mir wurscht - ich will auf Kosten der Einladung meinen Kopf durchsetzen" (nur irgendein Beispiel). Der Nächste wird gebeten beim Umzug oder bei einer dringenden Renovierung zu helfen - und findet Ausflüchte um nicht helfen zu müssen. Oder ein bisheriger Freund versucht einen im Beruf auszuspielen. ... und so weiter.

Man darf auch nicht vergessen: Jeder Mensch entwickelt sich im Leben stetig weiter. Man verändert vielleicht persönliche Lebensziele, aktuelle Hobbies, die Lebenseinstellung (oder verändert sie zumindest zum Teil). Auf diese Weise kann es passieren das man in genau diesen Punkten irgendwann nicht mehr mit einem bisherigen Freund/ Kumpel harmoniert. Es kommt zu unübersehbaren Eckpunkten zwischen den beiden Personen, welche sie nicht durch schnödes Grillen und "in Erinnerung schwelgen" übertünchen können.

Doch natürlkch haben auch wir Erwachsenen Freunde. Nur haben wir oft nicht die Zeit die Freundschaften so intensiv zu pflegen, weil wir auch noch viele andere Verpflichtungen haben. Sicher, ihr habt eure Schule, eure Hausaufgaben. Das nimmt auch Zeit in anspruch. Aber im großen und ganzen habt ihr mehr Zeit für Freizeit. Denn: wer geht einkaufen, fährt zum Tanken, putzt kocht wäscht? usw? Arbeit un der WEg dorhin, da brauchen wir gar nicht davon zu reden.

Und: Jahrelang waren die Eltern die Nummer 1. Wir haben euch gepäppelt ihr kamt mit euren Sorgen zu uns. Klar: Freunde werden immer wichtiger. Aber es tut den Eltern halt weh wann man sie Quasi in die Ecke stellt und NUR noch was mit den Freunden machen will. So nach dem Motto: ich bin doch schon 15 da gehe ich doch nicht mehr mit EUCH ins schwimmbad sondern mit Freunden. Sollt und dürft ihr ja aber doch nicht nur.

Du scheinst leider zu vergessen, dass auch Eltern mal jung waren; auch die hatten wie du Freunde, deren Freundschaft dadurch gepflegt wurde, dass man sich automatisch jeden Tag in der Schule sah.

Erwachsene sind da schon weiter, weil sie eben selbst miterlebt haben, was aus Freundschaften wird, wenn man sich nicht mehr automatisch sieht; nämlich in sehr vielen Fällen nichts mehr. Je kürzer der schulische Bildungsweg, desto kürzer auch die Zeit dieser Freundschaften; spätestens, wenn jeder in einem anderen Ausbildungsbetrieb ist oder auf verschiedenen Unis (oder auch gleiche Uni und verschiedene Studiengänge), wirst du merken, dass der gemeinsame Nenner oftmals wegbringt. Früher „im gleichen Boot“ (Lehrer, Prüfungen, Eltern, Regeln - alles weitgehend homogene Erfahrungen), nun aber komplett anderer Hintergrund und Lebensbedingungen, vielleicht sogar andere aktive Zeiten (z.B. Bäcker, Schichtdienst) und komplett andere Wirkungskreise durch Umzug oder Arbeitsort (Pendeln, Montage, fahrende Tätigkeiten). Darüberhinaus verändern sich auch die Inhalte, über die man sprechen möchte, mangels gemeinsamer Basis wie von einst, können sich da mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten entwickeln.

Doch auch persönlich verändern wir uns durch andere Menschen, Lebensumstände, Herausforderungen und nicht zuletzt auch dadurch, dass wir selbst eine Familie gründen. Spätestens dann, wenn man auch für andere mitverantwortlich ist, ändert sich für viele komplett alles. Die Entwicklung des Gehirns trägt zusätzlich noch dazu bei, dass wir uns verändern - manche Entwicklungen sind erst mit 25 Jahren abgeschlossen. Kommen dann noch „Kameradenschwein“-Vorfälle hinzu, schaut es düster mit den Freundschaften aus.

All das wissen deine Eltern, haben es selbst durchlebt. Alles ist im Wandel, unsere Welt, wir selbst und die anderen.

Ich kann alles bestätigen, was bisher geschrieben wurde. Und wenn man älter wird, eigene Wege geht...studieren...arbeiten...Umzug...ändert sich viel. Eigene Familie...man konzentriert sich später mehr auf diese Dinge, da sie einfach eine höhere Priorität bekommen. Beim ehemals allerbesten Freund dasselbe. Mit dem Alter ändert sich die Sichtweise auf alles. Auch Freundschaft.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Viele Jahre Lebenserfahrung mit Familie & Kindern

Also wir sind auch schon aus der Schule raus, versuchen aber immer noch, jedes Wochenende was miteinander zu machen. Was momentan halt nicht geht.

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Also ich habe zwei Freunde, die kenne ich schon seit über 20 Jahren. Man kann also sagen, diese Freundschaften haben bis ins Erwachsenenalter gehalten.

Und wenn du erst mal arbeiten gehst und eine eigene Familie hast, wirst du noch merken, wie anstrengend es sein kann, Freundschaften aufrecht zu erhalten. Wenn man jung ist hat man alle Zeit der Welt - trotz Schule.

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