Warum verdient man im Osten Deutschlands weniger, als im Westen?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Weil die Mehrzahl der Deutschen Westdeutsche sind und sich die Politik deren Stimmen sichern will, indem sie die Ossis als Menschen 2. Klasse einordnet. Preise für Energie, Wasser und Abwasser sind im Osten wesentlich höher als im Westen. Die Industrie nutzt das riesige Heer der Arbeitslosen, um die Löhne zu drücken. Aber es gibt immer noch genug Dumme, die sich das gefallen lassen, anstatt wieder einmal auf die Straße zu gehen.

Danke!

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Es gibt mehrere Gründe: die Produktivität ist noch nicht so hoch wie in den alten Bundesländern; die Unternehmen sind umsatz- und gewinnschwächer in vielen Fällen; die Gewerkschaften haben nicht so viele Mitglieder und können deshalb nicht so gut verhandeln, die Arbeitsgeber nutzen das natürlich. Die Preise sind allerdings genauso hoch und teils höher.

Du schreibst das so, als ob wir hier über ein Startup-Unternehmen von ein paar Schulabgängern reden.

Wir sprechen aber über eine Entwicklung innerhalb von 20 Jahren für einen Teil Deutschlands, der von damals mal 18 Mio. Menschen repräsentiert und auch verantwortet wurde.

Wenn die Produktivität bis heute nicht das nötige Niveau erreicht hat, dann steckt der Wurm sicher tiefer im System. Wenn ein Unternehmer mehr als 20 Jahre damit lebt, dass er umsatz- und gewinnschwächer als andere, vergleichbare Unternehmer anderswo ist, dann ist er KEIN Unternehmer und sollte es sein lassen. Aber genau solche Unternehmer haben wir uns durch Subventionen im Osten herangezüchtet.

Die Gewerkschaften sind nicht nur im Osten sondern in breiter Front auf dem Rückzug. In wirtschaftlich angespannten Zeiten haben auch die Gewewrkschaften einen schweren Stand und verteilt werden kann nur, wenn es auch was zu verteilen gibt.

Das mit den Preisen kann man sicher nicht so verallgemeinern. Genau wie im Westen gibt es auch im Osten stärkere und schwächere Regionen, die auch hinsichtlich des Preisniveaus unterschiedlich zu bemessen sind. Bei meinen Besuchen in östlichen Bundesländern kamen mir die Preise für Unterkunft und Verpflegung immer "sehr moderat" vor. Vielleicht war ich ja in den "falschen" Regionen...

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@user421

Die Diskussion war schon emotional genug, dazu wollte ich nicht auch noch beitragen - nach 20 Jahren gibt es diese Unterschiede - und wie du schon sagst, die gibt es auch in der Nord-/ Südbetrachtung - ich habe hier meine Kenntnisse dazu aufgeführt. Und vor allem hüte ich mich, die Unternehmer im Osten zu schimpfen. Umsatz- und Gewinnschwächen haben immer auch etwas mit Absatzmöglichkeiten zu tun, vor allem wenn die Kundschaft aus den Menschen der Region besteht mit geringerer Kaufkraft als anderswo.

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Bin gebürtige Plaunerin, seit 4 Jahren in Ulm.... die Menschen zu Hause sollten lieber nicht rumschimpfen, dass sie weniger verdienen. Nach eigener Erfahrung muss ich sagen sind die Lebenshaltungskosten hier unten viel Höher als zu Hause, das fängt bei den Mieten an und hört beim fortgehen, bzw beim Besuch des Bäckers auf. Bezahle für 70qm 850€ Warmmiete, Benzionkosten für Heimfahrten folgen. Meines Erachtens lohnt es sich nicht mehr in Westdeutschland zu arbeiten, es sei denn mann fährt nicht jede Woche nach hause.Desweiteren würden bei uns zu Hause auch die Mieten etc steigen wenn die Löhne steigen, daraus folgt unter dem Strich bleibt das gleiche wie wenn man für weniger Geld arbeiten geht.

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