Warum überlässt Gott seinem Feind so viel Macht?

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Teil 1

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Übersetzungsgrundlage der Bibelzitate: Einheitsübersetzung

Warum läßt Gott das Böse zu?

 

Eine Frage, die viele, vor allem religiöse Personen, beschäftigt! Gott, unter dessen Inspiration die Bibel geschrieben wurde, wußte im vorneherein, daß diese Frage gestellt werden würde, und hat sie auch in seinem Wort beantwortet.

 

1.Mose 3/1-5 (Ei)……….Die Schlange war schlauer als alle Tiere des Feldes, die Gott, der Herr, gemacht hatte. Sie sagte zu der Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen? Die Frau entgegnete der Schlange: Von den Früchten der Bäume im Garten dürfen wir essen; nur von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt: Davon dürft ihr nicht essen, und daran dürft ihr nicht rühren, sonst werdet ihr sterben. Darauf sagte die Schlange zur Frau: Nein, ihr werdet nicht sterben. Gott weiß vielmehr: sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf; ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse.

           Die Schlange (Satan, der Teufel, vgl. Offb.12/9) stellt die Behauptung auf, daß sie nicht sterben würden; damit bezichtigte er Gott der Lüge; damit nicht genug, verleumdete er Gott, indem er ihm unterstellte, durch das Verbot den Menschen etwas Gutes vorzuenthalten (nämlich die Entscheidungsfreiheit, was Gut und Böse ist)[1]); damit behauptete er aber indirekt, daß Gott seine Herrschaft nicht aus Liebe ausüben würde. Daraus folgerte er, Gott würde seine Herrschaft nicht zu Recht ausüben;

           Satan bestritt somit die Rechtmäßigkeit der Herrschaft oder Souveränität Gottes, nicht seine Allmacht..

 

           Für Gott wäre es ein Leichtes gewesen, die Rebellen zu beseitigen, wären aber dann die aufgeworfenen Streitfragen geklärt worden? Der Engel. der zum Satan wurde, miss= brauchte seinen freien Willen, er entwickelte den Stolz, selbst angebetet zu werden (Mat.4/9). Hätte Gott nun Satan sofort beseitigt, wäre ein äußerer Anlaß zu weiterer Rebellion vorhanden gewesen, nämlich der Vorwurf seitens diverser Engel, das Beweisverfahren unterdrückt zu haben, ob Satan Recht gehabt hätte oder nicht. Die Wahrscheinlichkeit einer Rebellion wäre also viel eher gegeben gewesen als im Falle der persönlichen Rebellion Satans allein. Die Unsicherheit einer nicht geklärten Frage wäre somit für immer bestehen geblieben und hätte für immer zur Disharmonie geführt.

           Die andere Möglichkeit, mit einem neuen Menschenpaar wieder zu beginnen, hätte Gott den Vorwurf eingebracht, dass er nicht in der Lage gewesen sei, seinen Vorsatz auszuführen, nämlich mit den Nachkommen Adams und Evas das irdische Paradies zu schaffen; abgesehen davon, dass auch dieses Menschenpaar einen freien Willen gehabt hätte und somit die Möglichkeit bestanden hätte, dass sich alles wiederholt.

           Wenn einem Kind erklärt wird, was es zur Folge hätte, wenn es den heißen Ofen angreift, so gibt es nur zwei Möglichkeiten, das Kind von der Richtigkeit der Erklärung zu überzeugen 1) Das Kind ist von der Wahrheitsliebe der Eltern so überzeugt, dass es den Eltern einfach glaubt. 2) Das Kind überzeugt sich durch praktische Erfahrung selbst. Global gesehen, gibt es auch nur diese beiden Möglichkeiten. Eva hat der Schlange mehr geglaubt als Gott. Adam hat den Fehler begangen, dass er seine Frau mehr liebte als Gott, und hat sich willentlich der Rebellion angeschlossen (1.Tim.2/13).

 

           Gott tat nun das, was jeder gerechte Richter auch tun würde: er gestattete Satan, die Beweise für die Richtigkeit seiner Behauptungen zu erbringen; Gott ließ im Zuge dieses Beweisverfahrens zu, daß Satan zum Herrscher dieser Welt wurde (Joh.14/30; 1.Joh.5/19). Gott ließ die Menschen (beginnend mit Adam und Eva) zunächst ihre eigenen Wege gehen.

 

Oder eine andere Veranschaulichung:

           In einer Klasse unterrichtet der Lehrer Mathematik. Er stellt beispielsweise die Lösung eines mathematischen Problems vor und sagt, daß dieser Weg die kürzeste Lösung darstelle. Ein Schüler steht auf und behauptet, er kenne eine noch kürzere Lösung. Was würde jetzt ein gerechtigkeitsliebender Lehrer tun? Den Schüler als frech tadeln oder ihn gar von der Schule verweisen? Nein! Er würde ihm die Kreide in die Hand drücken und ihn auffordern, den beweis für seine Behauptung zu erbringen! Und das tat Jeh..ova; er „drückte dem Teufel die Kreide in die Hand“ und räumte ihm ausreichend Zeit ein, seine Behauptungen unter Beweis zu stellen.

 

           Wenn ein Kind vor einem Blinddarmdurchbruch steht, würden verantwortungs= bewusste Eltern das Kind nicht mit schmerzstillenden Tabletten füttern, sondern das Kind den Schmerzen einer Operation aussetzen, um sein Leben zu retten; ebenso hat Je.hova die Menschheit den Schmerzen der Erfahrung ausgesetzt, was es bedeutet, nicht der Führung Jehov.as zu folgen; und das bedeutet für die, die die richtige Schlussfolgerung daraus ziehen und darnach handeln, ewiges Leben.

Die Eigenschaft, die hier zu Tage tritt, ist die Gerechtigkeit Gottes, eben zur Klarstellung der aufgeworfenen Fragen.

 

           Nachdem das erste Menschenpaar ihre Verbindung zu Gott, also zum Lebengeber abgeschnitten hatte, war die Unvollkommenheit die Folge, und daraus resultierend Krankheit und Tod. Da wir gemäß den Erbgesetzen von Adam und Eva abstammen, haben alle Menschen dieses schlechte Erbe mitbekommen. Paulus schreibt diesbezüglich::

Römer 5/12 (NW).........Darum, so wie durch e i n e n Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und sich so der Tod zu allen Menschen verbreitet hat, weil sie alle gesündigt hatten

           Der Gedanke, der hier zum Ausdruck gebracht wird, ist allgemein unter dem Begriff „Erbsünde“ bekannt. :

           Die Nachkommen Adams sind somit ohne persönliche Schuld in diese Situation hineingeschlittert, daher hat Gott bereits im Garten Eden eine Prophezeiung geäußert, die für die Menschheit einen Hoffnungsschimmer enthält, nämlich dass einmal der „Schlange“ der Kopf zertreten würde, was Freiheit mit sich bringen würde.

 

           Wie das Buch Hiob zeigt, dehnte Satan seine Behauptungen noch weiter aus (Hiob 1/6-12)

Hiob 1/6-12 (Ei).......Nun geschah es eines Tages, da kamen die Gottessöhne, um vor den Herrn hinzutreten; unter ihnen kam auch Satan. Der Herr sprach zum Satan: Woher kommst du? Der Satan antwortete dem Herrn und sprach: Die Erde habe ich durchstreift, hin und her. Der Herr sprach zum Satan: Hast du auf meinen Knecht Hiob geachtet? Seinesgleichen gibt es nicht auf der Erde, so untadelig und rechtschaffen, er fürchtet Gott und meidet das Böse. Der Satan antwortete dem Herrn und sagte: geschieht es ohne Grund, daß Ijob Gott fürchtet? Bist du es nicht, der ihn, sein Haus und all das Seine ringsum beschützt? Das Tun seiner Hände hast du gesegnet; sein Besitz hat sich weit ausgebreitet im Land. Aber streck nur deine Hand gegen ihn aus, und rühr an all das, was sein ist; wahrhaftig, er wird dir ins Angesicht fluchen. Der Herr sprach zum Satan: Gut, all sein Besitz ist in deiner Hand, nur gegen ihn selbst streck deine hand nicht aus! Darauf ging der Satan weg vom Angesicht des Herrn.

           In der Folge verlor Hiob all seinen Besitz und auch seine Kinder; aber nichts konnte Hiobs Glauben an Gott erschüttern,

           Ein zweites Mal zog Satan Hiobs Lauterkeit in Frage, und Gott erlaubte ihm, die Gesundheit Hiobs anzutasten. worauf Hiob am ganzen Körper mit Beulen geschlagen wurde und zufolge seines Geruches nicht einmal mehr das Haus betreten konnte. Interessant in seiner Beschuldigung gegen Hiob ist folgender Satz Satans:

Hiob 2/4 (Ei).........Der Satan antwortete dem Herrn und sagte: Haut um Haut! Alles, was der Mensch besitzt, gibt er hin für sein Leben

           Die Wortgruppe „Alles, was der Mensch besitzt“ zeigt, daß Satan nicht nur Hiob im Sinn hatte, sondern jeden Menschen, wenn er behauptet, daß ihm sein Leben mehr wert ist als die Loyalität gegenüber Gott.

 

           Auch diese Behauptung zu klären, ist Zeit erforderlich. Hiob hat nicht verstanden, warum diese Unglücksschläge über ihn gekommen sind, denn er sagte:

Hiob 1/21 (Ei).......Nackt kam ich hervor aus dem Schoß meiner Mutter, nackt kehre ich dahin zurück. Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen, gelobt sei der Name des Herrn.

           Hiobs Verhalten war und blieb kein Einzelfall. Seit Abel schon erwähnt die Bibel Personen, die Jehov..a treu ergeben waren. Die Hauptniederlage bezüglich seiner Behauptung musste Satan hinnehmen, als der Sohn Gottes, Jesus, lebte. Zufolge des Wirkens durch den heiligen Geist wurde Jesus als vollkommener Mensch geboren und blieb bis zu seinem Tod sündenlos. Durch seinen Opfertod zugunsten der Menschheit hat er das Argument Satans bezüglich der Loyalität von Menschen gegenüber Gott 100%ig widerlegt. Nach der irdischen Zeit Jesu hat es viele weitere treue Diener Gottes gegeben, die unter satanischem Druck ihre Loyalität gegenüber Je.hova bewahrt haben. Die Behauptung Satans in dieser Beziehung ist somit bereits eindeutig widerlegt worden.

 

           Was die Behauptung Satans, die er im Garten Eden machte, nämlich dass die Unabhängigkeit von Gott für das Menschengeschlecht vorteilhafter wäre, ist ebenfalls so gut wie entschieden. Weder die Religionen noch die Menschenherrschaft haben das Paradies schaffen können; ja die Zustände der heutigen Welt beweisen das eindeutig. Die herkömmlichen Religionen haben eher zu Streit und Krieg geführt; und politisch gesehen, sitzt die Menschheit auf einem Pulverfaß. Mit den herkömmlichen Waffen kann man das gesamte Leben auf der Erde nicht einmal, sondern gut zwanzigmal auslöschen.

           Nebst der Umweltverschmutzung wird auch die moralische Verschmutzung immer deutlicher. Die Geschichte hat somit den eindeutigen  Beweis erbracht, daß der Mensch (unter der Führung Satans) nicht imstande ist, wahren Frieden, Sicherheit, Wohlfahrt für alle, und schon gar nicht Befreiung von Krankheiten, Gebrechen und dem Tod herbeizuführen. Damit nähert sich das Beweisverfahren dem Ende. Satan konnte nicht den Beweis erbringen, daß es die Menschen unter seiner Herrschaft besser hätten als unter der Herrschaft Gottes.

           Wie die biblische Prophetie zeigt, ist somit für Gott die Zeit herbeigekommen, gemäß Offb.11/18 die zu verderben, die die Erde verderben, was bedeutet, dass das globale Beweisverfahren abgeschlossen ist und die Urteilvollstreckung vor der Tür steht. Es gilt nur noch die einzusammeln, die sich willig der Herrschaft Gottes unterordnen möchten, indem sie ihr Leben den Erfordernissen Gottes entsprechend ändern.

           Mit diesen Menschen wird Gott im Anschluß an den Gerichtsvollzug eine neue Weltordnung schaffen und damit den Beweis erbringen, dass seine Herrschaft die beste ist und daß er imstande ist, mit den Nachkommen Adams und Evas das Paradies zu schaffen.

[1]) das Wort „erkennen“ hat in der Bibel drei Bedeutungen 1) „wissen“ oder „Wissen verstehen“ 2) „entscheiden“ analog beispielsweise der „Erkenntnis des Obersten Gerichtshofes“ (vgl. 1.Mose 3/22), 3) Geschlechtsverkehr (1.Mose 4/1 gemäß diversen Übersetzungen).

              Punkt 3 trifft hier nicht zu, und Punkt 1 auch nicht, weil Adam zufolge des gegebenen Gebotes wusste, was gemäß dem Standpunkt Gottes Gut und Böse ist.

Hallo :)

Es gibt in der Ethik einen Begriff dafür, der mir grad aber partout nicht einfallen will... (Irgendwas mit D... Ich glaube Dialektik, bin mir da aber nicht ganz sicher) (Ich bin nicht gläubig, demnach kann ich hier nicht mit der Bibel argumentieren.)

Dieser Begriff legt ein Prinzip fest, nachdem das eine nicht ohne das andere existieren kann. Wenn es zum Beispiel das Böse nicht gibt, wie kann man dann Gutes tun und umgekehrt? Der Teufel (kleiner Exkurs: Es gibt nicht den einen Teufel sondern mehrere, gefallene Engel zum Beispiel. Viele setzten Satan/Luzifer (Luzifer ist der Engel vor seinem Fall, Satan eben jener nach seinem Fall, wonach er sich neu benannt hat) mit dem Teufel gleich, doch ist er einfach nur ein Teufel unter vielen), also die Teufel, sollen die Menschen in Versuchung führen, Böses zu tun, um sowohl ihnen selber die Möglichkeit zu geben, sich davon nicht beeinflussen zu lassen und sich bewusst dem Guten zuzuwenden, so wie anderen zeigen, wie man es nicht machen sollte.

Ebenso weiß man auch erst dann, was Gut ist, wenn man das Böse kennt, um bewusst zu wissen, dass es böse ist.

Das eine lebt vom anderen und gibt uns die Möglichkeit selber unseren Weg zu wählen.

Demnach ist "der Teufel" auch nicht Gottes Gegenspieler, sondern vielmehr sein Mitspieler, wenn man so will, um den Menschen die beiden Optionen zur Wahl zu geben, sodass sie aktiv gut handeln können.

Ich hoffe, das klärt deine Frage etwas :)

vlg, Ava :)

Die ersten Menschen entschieden sich beim Sündenfall im Garten Eden dem Teufel zu folgen und selbst wie Gott sein zu wollen. Deshalb kam als - von Gott angekündigte - Folge Leid, Tod, Krankheit usw. in die Welt.

Der Teufel darf aber nur vorübergehend wirken. Sein Ende ist vorgezeichnet:

"Der Teufel, der sie verführt hatte, wurde in den Feuer- und Schwefelsee geworfen, wo das Tier ist und der falsche Prophet, und sie werden gepeinigt werden Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit" (Offenbarung 20,10).

Gott wird dann eine neue Welt erschaffen, in der es kein Leid mehr geben wird:

"Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er sprach zu mir: Schreibe; denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss!" (Offenbarung 21,4-5).

"Denn siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde, sodass man an die früheren nicht mehr gedenkt und sie nicht mehr in den Sinn kommen werden; sondern ihr sollt euch allezeit freuen und frohlocken über das, was ich erschaffe" (Jesaja 65,17-18a).

Da wir Menschen unseren Schöpfer ablehnten (1.Mose 3,1-6; 5.Mose 30,19: Joh. 14,6), lässt Er (Jes.45,22) uns nun unter diesem selbsgewählten Herrscher leben (Offb.12,9) und das von uns akzeptierte Leid erleben (Offb.17,1-14).

Unser Heiland starb jedoch für alle, um die Strafe des Todes (Röm.6,23) auf sich zu nehmen (Mt.1,21).

In Gottes Reich können wir "geheilt" werden (Offb.12,10; 20,12-15), weil der "Gott dieser Welt" (2.Kor.11,14) ins ewige Feuer kommt (Offb.20,10).

Gott möchte sich wahrscheinlich nicht in die weltlichen Dinge einmischen. Denn sonst würden die einen ihn loben und die anderen verfluchen. Die Menschen müssen oder sollen selbst den Weg zu ihm finden. Die Macht überläßt er dem Teufel nicht, sofern es den Teufel an sich überhaupt gibt wäre die schlimmste Strafe für menschliche Qualen nicht die ewige Verdammnis. Denn ein Gott der Menschen liebt tut denen die gesündigt haben so etwas nicht an. Die Sünder, die vom Teufel oder dem "Bösen" anheim fallen bestrafen sich selbst durch ihre eigene Entfernung oder Ablehnung vom ewigen Glück und der Nähe zu Gott. Wichtig ist daß man zu seinen irdischen Lebzeiten durch eigene Gedanken den "richtigen" Weg findet. Es heißt zwar "Der Mensch denkt und Gott lenkt", doch wozu gab er uns die Seele mit dem Verstand? :-)

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