Warum tut sich die Türkei so schwer mit dem Völkermord an den Armeniern?

14 Antworten

Der Stolz der Tuerken laesst das nicht zu, die Ansicht, tuerkische Stellen haben so etwas nicht gemacht und somit wird gestritten. Eine Anerkennung des nachgewiesenen Voelkermord an den Armeniern, haette nicht nur politische Lippenbekenntnisse zur Folge, es waeren auch handfeste Forderungen, nach Wiedergutmachung, dann faellig.

Selbst die BRD tat sich schwer mit dem Voelkermord an den Nama und Hereros in Suedwest, was jetzt endlich auf den Weg gebracht wurde.

Woher ich das weiß:Recherche

Welcher Stolz? Auf mangelnde Reife kann man nicht stolz sein.

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Als Nationalist ist es natürlich schwer, so etwas anzuerkennen, selbst wenn man bzw. die eigene Generation damit nichts zu tun hat. Zudem würden die Armenier bei einer Anerkennung sicherlich immense Geldforderungen stellen. Das sieht man ja zur Zeit in Namibia, nachdem Deutschland dort einen Völkermord anerkannt hat.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Wenn man für etwas nicht die Verantwortung übernehmen will und es sogar leugnet, ist die Chance gross, dass es wieder passiert.

Wenn die Türkei den Völkermord anerkennen würde müsste man uns was zurückzahlen. So als entschädigung. Und deshalb verleugnen die des.

Ich weiss ganz genau dass meine urur oma da umgebracht wurde und das werde ich auch offen sagen und nicht verleugnen

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Ich komme aus Armenien.

Ich vermute mal, dass wir Deutschen, sofern es die Nürnberger Prozesse nicht gegeben hätte, jetzt ebenso wenig die Verantwortung für unsere Taten übernommen hätten.

Weil wir es einfach nicht gemusst hätten.

Solche Prozesse fehlen bei den Amerikanern hinsichtlich ihrer Verfahrensweise mit den Indianern, wie den Türken im Zuge ihres Völkermordes an den Armeniern.

Es besteht einfach kein nennenswerter Druck.

Die Amerikaner erkennen diesen Völkermord aber an. Selbst die Regierungsriege tut das. Man sollte bei Deutschland nicht die Zeit vergessen. Zu den Entstehungszeiten der USA waren militärische Eroberungen noch "normal". LG

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@Tonis9706

Guter Punkt. Anderes Beispiel. Es gilt als erwiesen, dass der Irak-Krieg ein völkerrechtswidriger Invasionskrieg war. Der Angriff wurde seiner Zeit damit begründet, dass Saddam über Massenvernichtungswaffen verfügt haben soll. Dies war eine Lüge, für die sich Collin Powell öffentlich entschuldigt hat. Standen die Akteure von damals jemals als Kriegsverbrecher vor einem Gericht? Es wurde und wird nicht aufgearbeitet. Von daher wird es auch zukünftig Niemanden interessieren.

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@K792XT

Da hast du nen Punkt. Die USA hat hier offenbar ebenfalls Defizite. LG

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dass wir Deutschen, sofern es die Nürnberger Prozesse nicht gegeben hätte, jetzt ebenso wenig die Verantwortung für unsere Taten übernommen hätten.

Das kann schon sehr gut sein. Wobei es irgendwann ein Selbstläufer wurde und sich unser Gedenkstättenwesen vom internationalen Druck völlig abkoppelte. Und ohne Deutschland jetzt über den grünen Klee loben zu wollen, ich denke, unser Gedenkstättenwesen ist schon ziemlich einmalig und sollte zum Exportschlager werden.

Was du zu den USA schreibst, ging mir auch oft durch den Kopf. In Begegnungen mit Amerikaner*innen zu meiner Schülerzeit hörte ich oft die Botschaft: Ihr Deutschen, erinnert euch ja gründlich an eure Geschichte und was ihr getan habt. Ich sagte dann immer innerlich und äußerlich bußfertig: Jaja. Und für mich gab es nach solchen Begegnungen in meiner kindlichen Naivität nicht den geringsten Zweifel daran, dass die USA voll seien mit Gedenkstätten, die der nationalen Trauer über Sklaverei, Rassismus und Völkermord an den Natives dienten.

Für mich stand einfach außer Frage: Wer mich auffordert, mein Haus aufzuräumen, hat seines aufgreräumt. Und ich war sehr, sehr erstaunt, als ich dann in die USA kam und keine nationalen Gedenkstätten fand, deren Botschaft die Buße der weißen Mehrheit ist und die von der Qualität auch nur annähernd an unsere herankamen (es ist lange her, ich weiß nicht, wie es heute ist).

Das Martin-Luther-King-Museum in Atlanta finde ich nett, aber mir geht seine Gesamtbotschaft zu sehr in die Richtung, dass alle Amerikaner*innen an einem Strang ziehen, sich versöhnen und aufeinander zugehen sollten (was ja schon auch stimmt) und es fokussiert zu wenig auf Buße der weißen Mehrheit für den Rassismus.

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