Warum tut keiner was gegen die geplante Obsoleszenz?

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10 Antworten

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Mit MURKS? NEIN DANKE! habe ich Februar 2012 eine erfolgreiche Kampagne gegen geplante Obsoleszenz gestartet. Seitdem ist das Thema in aller Munde. Unser Verein MURKS? NEIN DANKE! e.V. holt seit einigen Jahren immer mehr Menschen und Organisationen an Bord und zeigt konkrete Handlungsmöglichkeiten gegen geplante Obsoleszenz auf. Auf www.murks-nein-danke.de/murmsmelden machen wir Meldungen zu Fällen geplanter Obsoleszenz öffentlich und nennen Produkte und Hersteller. Mit unserer starken Medienpräsenz haben wir das Thema europaweit auf die politische und gesellschaftliche Agenda geschrieben. Doch der Druck muß stärker werden. Bitte unterstützt unsere Initiativen und Projekte, siehe www.murks-nein-danke.de/verein. Mehr Infos auf www.murks-nein-danke.de/blog und www.schridde.org. Geplante Obsoleszenz schadet allen und wir tun etwas dagegen.

Weil uns Menschen dazu offenbar die evolutionäre Ausstattung fehlt, resp. wir unseren eigenen evolutionären (biologischen, psychologischen, kulturellen) Mustern, Schemata und den von uns selbst konstruierten Attraktoren "folgen.

Stichwörter sind hier z.B. Fitness, Viabilität (Brauchbarkeit), Resilienz, Adaptivität, Selektivität, Expansion - um nur einige biologische "Verfahren" zu nennen auf denen sich dann wiederum psychologische und soziologische "Verfahren" aufbauen (z.B. Konformität, Attribution, Kommunikation usw.). Wir tun das was viele tun - und das betrifft nicht nur ökonomische Lebensinhalte.

Einige tun, was viele tun, weil einige nicht nachdenken können oder nicht wollen.

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@tommy40629

Auch das "Denken" (kognitive Prozesse wie Urteilen, Abwägen, Entscheiden, Planen, Deuten usw.) ist solchen Mustern unterworfen, was sich darin äußert das der überwiegende Teil unserer Entscheidungen nichtreferentiell (also unbewusst) gefällt wird.

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Wir leben in einem System mit endlichen Ressourcen. Die Ressource für stetiges Wirtschaftswachstum, das nunmal unserem kapitalistischen Wertesystem zu Grunde liegt, ist der Konsument.

Da kaum noch zahlungskräftige Märkte erschlossen werden können, muss der Intervall des Neuerwerbes verkürzt werden.

Mit deiner Frage stellst du praktisch das gesamte System in Frage.

^^  du Schlingel ;)

Wer sollte die Unternehmen den zwingen, robustere Produkte zu kaufen, die Regierung macht ja selbst mit. Immer strengere Energieeffizienzvorschriften, Abgasnormen etc.

Das am Ende für die Umwelt noch mehr Schaden entsteht, ist da schon nur noch ein Nebeneffekt.

Wenn es Unternehmen gibt, deren Produkte nachweisbar länger durchhalten, ist der Kunde gefragt in dem er diese fördert.

Ich habe im Sommer einen Wasserkocher gesucht, der ohne Plastik ist und lange hält. Nach 2 Stunden habe ich einen gefunden, der wie die Stahlkessel aus Omas Zeiten ist, nur dass er im Boden die typische "Wasserkocherplatte" hat.

Kostenpunkt 120€, einen normalen bekommt man für 20€ hinterhergeworfen.

Zum Glück etablieren sich so einige Produkte immer mehr.

Bei Handys kenne ich aber kein Beispiel.

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@tommy40629

Ja das Thema Wasserkocher hatte ich auch erst. Hab ewig gesucht, selbst die Modelle aus Edelstahl hatten immer das Problem eines wackeligen Schalters etc. Hab auch zu einem etwas hochpreisigeren Modell gegriffen in der Hoffnung, dass es sich auch in der Haltbarkeit niederschlägt.

Ich hab neulich etwas interessantes über eine Art Parallelmarkt gelesen, in dem alte Haushaltsgeräte gesucht und angeboten werden. Beispiel war ein Handrührgerät aus der ehem. DDR, dessen Beliebtheit darin begründet war, das es a) ein Metallgehäuse hatte und b) sich mit einer einzigen Schraube öffnen lies um alles reinigen und ggf Warten zu können. 
 ^^

Stückpreise von 70 Euro für ein Stück DDR Technik von 1980 fand ich schon beachtlich :)

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