Warum tun Liebe und Leidenschaft so weh?

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15 Antworten

Interessant, dass Du diese Frage auch unter PHILOSOPHIE eingestell hast, obwohl die Philosophie den Gefühlen gegenüber eher reserviert bis irritiert eingestellt ist. Daran merkt man oft, dass Philosophie mit ihrer Kopflastigkeit (Wahrnehmen = Denken, siehe Descartes: Ich denke, also bin ich!) mindestens die Hälfte des wahren Lebens abschneidet und schon deshalb nie zur Wahrheit kommt.

Was wenig bis gar nicht beachtet wird, ist die Antwort von Epikur. Der Mensch hat eine aus ganz feinen Atomen zusammengesetzte Seele, die ihn wie ein Handschuh umgibt und dieser Handschuh hat eine Außenseite und eine Innenseite. Die Seele nimmt wahr. Mit der Außenseite registriert sie die Inputs der Sinne (sehen, hören, schmecken, riechen, ertasten) und der Verstand als 6. Sinn bringt die verschiedenen Inputs auf die Reihe. Was viele überlesen ist, dass die Seele auch eine Innenseite der Wahrnehmung hat, die Gefühle aufnimmt und verarbeitet. So unwichtig kann diese Seite nicht sein, wenn Epikur sagt, dass es unser hauptsächliches Bestreben ist, uns glücklich zu fühlen.

Ursprünglich sind alle Sinne - die äußeren wie die inneren - erst mal dazu da, dass wir in dieser Welt klarkommen mit dem Überleben. Alles, was Überleben bedroht, Hunger, Durst, Hitze, fallender Lebensmut und vieles mehr, verursacht Schmerz als Warnung, dass da etwas nicht stimmt. Verlorenes Vertrauen, verlorene Zuwendung, verlorene Liebe sind ein Verlust und tun weh. Ernst Bloch hat über das PRINZIP HOFFNUNG eine ganze Philosophie entwickelt. Hoffnung ist Lebensmut in eine ungewisse Zukunft. Abgemildert sagen wir Erwartungen dazu, in unbestimmter Form nennen wir es Sehnsüchte. Das ist unsere Art, in die Zukunft zu tasten - und wenn' s da eins auf die Finger gibt, tut das weh.

Jetzt nimmt der Mensch Realität nicht unmittelbar wahr, sondern eher als Spiegelung. Darüber hinaus kann er sich auch den eigenen Spiegel virtuell bestücken und die Abbildungsverbindung zur Realität sehr einschränken. Wenn dann diese virtuelle Spiegelschicht an der Realität wie Glas zerschellt, dann tut das weh, weil ein Stück zukünftiges Leben als nicht realisierbar zerdeppert wird. Epikur empfiehlt da, immer schön Kontakt zur Wirklichkeit zu halten und den virtuellen Visionen nicht zu viel Leine zu geben. Denn einer hohen Erwartungsfreude als vorweggenommener, vorgestellter Erfüllung, folgt dann die totale Ernüchterung, und das schmerzt. Epikur ist in dieser Beziehung rationaler Realist: Jede eingebildete Erfüllung, die keine Chance auf reale Erfüllung hat, jedes Luftschloss, ist eine Garantie für tiefe Enttäuschung, die man sich ersparen kann. Und denen, die meinen, dass dieses Spiel doch irgendwie schön sei, sei gesagt: Enttäuschung zehrt, auch körperlich.

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Kommentar von Aadina
06.10.2011, 02:50

dankeschön, berkersheim, einfach wunderbar geschrieben. (und wieder etwas gelernt :)

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du schreibst über die intensivsten gefühle, die ein mensch haben kann. eine intensität bedeutet auch immer eine gratwanderung. und "dort oben" liegen sehnsucht und glück, liebe und schmerz, erfüllung und angst sehr dicht beieinander.

deshalb kann liebe, sehnsucht, leidenschaft wehtun. häufig sogar zeitgleich.

intensive gefühle sind eine art seltene highlights im leben, währenddessen der mensch schon mal seine innere balance verlieren kann. und das tut in der konsequenz manchmal nicht gut. verliebte verlieren oft das gefühl für die basics im leben, wie essen, schlafen, ausruhen, schlafen zum beispiel. (einzelne können sogar krank werden).

doch, wie gesagt, sind das eher kurzzeitige phasen, die tage, wochen, monate, in ausnahmefällen wenige jahre andauern können. :)

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Liebe tut dann weh , wenn der Partner einen nicht mehr liebt. So etwas gibt es halt. Da muss man durch. Wenn das Sehnen zur Sucht wird , dann muss man sich nicht wundern, dass dies- wie Leidenschaft- auch Leiden schafft. => Man muss halt einfach auf "den Teppich" kommen, dann ist das Leben lebenswert mit seinen Höhen und Tiefen.

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Kommentar von sheyrak
05.10.2011, 05:19

Genau dieses "auf den Teppich kommen", macht das Leben doch so sinnlos. Wenn du komplett darüber nachdenkst, ohne die Gesellschafftlichen Konventionen im Hinterkopf, einfach über das Leben und dich, was du willst, was du hoffst und was du begehrst, dann solltest du eine echte Antwort finden.

Meine Antwort, die wie ich finde für jeden zutrifft, auch wenn die meisten es nicht erkennen, kann für dich ungültig sein, dennoch bin ich der Meinung, dass sie auch auf dich zutrifft.

Sie ist die Zerstreuung, diese Momente, in welchen man alle Logik über Bord wirft, einfach weil man etwas will, etwas begehrt, etwas haben weill, vielleicht jemanden besitzen will...

"Dumm aber glücklich..." <- Die dummheit steht für dieses "nicht nachdenken"...

Sobald man etwas hinterfragt, kann man damit nicht mehr aufhören und man kann die schönsten Sachen nicht mehr so sehr genießen, man will dann mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr. Mehr.

lG

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Das ist das LEBEN ,mit allen seinen Facetten, mit Schönem und Traurigem,mit Hochs und Tiefs .Überall spielen Gefühle eine ganz große Rolle.Sie gehen ihre Wege ,lassen sich weder beeinflußen noch steuern und bestimmen unser Befinden . Wenn wir uns dem nicht stellen wollen,müssen wir uns vom Leben isolieren,aber das möchten wir ja auch nicht. Wir alle wollen LEBEN . Wünsch dir einen schönen Tag

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Das, was schmerzt ist nicht die Liebe, es ist die Trennung, die Enttäuschung.

Eine Enttäuschung gibt es nur, wenn es vorher eine Täuschung gegeben hat.

So ist es gut, wenn wir uns nicht täuschen lassen, uns nicht Illusionen hingeben, nicht Vorstellungen der Realität vorziehen und andere nicht durch Verstellung täuschen.

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Solbald du einem menschen vertraust und dich ihm öffnest, bist du verwundbar. Mehr gibts da leider nicht zu sagen. Entweder du gehst das risiko ein verletzt zu werden oder du bleibst alleine.. Die liebe ist wie ein dessert.. egal wie lecker es is,t irgentwann hast du genug davon.

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Wenn es nicht weh tun könnte, wäre es nicht so unendlich schön. Jeder will es. Jeder. Sich seiner Leidenschaft hinzugeben und sich zu NEHMEN, was man will... rawr

lG

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Hi, Liebe und Leidenschaft sind wie Drogen. Wenn man sie hat (einnimmt), ist es schön aber wenn sie absetzt bereitet es Schmerzen. Gruß Devey

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Weil wir uns nicht über unser Göück definieren, sondern über unser Leid.

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ach ja -wie recht du hast ! du hast deine frage so schön formuliert -fast schon poetisch -das es keinerlei antwort bedarf !

-sex , drogen und theater als "expertenthema " machen diese prosa allerdings wieder zu nichte .

-lg.

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Kommentar von HushPuppie
05.10.2011, 01:01

Wie kannst du denn so etwas behaupten?

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weil das leben ganz einfach gesagt nunmal kein Ponyhof ist :-)

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Weil es einfach das aller aller wundervollste auf der ganzen verdammten Welt ist und weil an etwas so tollem einfach ein Haken sein muss..

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Wer niemals in der Hölle war, der sieht den Himmel nicht so klar

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das ding ist eigentlich simpel.

erwarte nie zu viel.

bleibe realitätsnah.

und halte deine fantasien in realistischen grenzen.

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das leben ist kein ponyhof :D

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