Warum trauern Christen um ihre Toten?

22 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich denke, das ist eine legitime Frage.

Ich würde einfach sagen, der Verlust des Menschen ist ja da, unabhängig davon wohin dessen Seele gegangen ist. Die Reise der Hinterbliebenen geht von da an allein weiter, entgegen der Gewohnheiten und Neigungen.

Auch unabhängig der Religion gibt es ja viele Fälle von schwerer Krankheit, wo der Tod eine Erlösung vom Leid ist. Auch hier wird doch getrauert, obwohl man der Meinung ist, für den Verstorbenen ist es besser so. Aber das ändert an dem Verlust der Hinterbliebenen auch nichts.

Vielleicht hab ich die Frage schlecht gestellt. Ich weiß um das Konzept der Trauer.

Mir geht es hier vor allem um die Gegenüberstellung von Religion/Christentum und Atheismus. Im speziellen um die oft getroffene Aussage, dass ein Leben ohne Religion ein Leben ohne Liebe, Trauer, Moral etc wäre.

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@Diimiitrii

Wer behauptet denn, ein Leben ohne Religion, sei ein Leben ohne Liebe und Trauer? Und selbst ohne Moral halte ich für Quatsch.

Ich kenne diese Aussage nicht. Oder ich habe sie immer überhört weil es Blödsinn ist.

Verstehe ich es richtig: Du möchtest jetzt wissen, ob Christen anders trauern, weil viele behaupten ohne Christentum gebe es keine Trauer?

So richtig kann ich deiner Frage nicht folgen. Sorry.

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@Diimiitrii

die oft getroffene Aussage, dass ein Leben ohne Religion ein Leben ohne Liebe, Trauer, Moral etc wäre.

Das ist ein ziemlicher Unsinn - dem man allerdings ab und an wirklich begegnet. Vielleicht was für eine neue Frage?

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@bartman76

Es gibt bei jeder Diskussion immer 3 Wege auf die religiöse Menschen versuchen ihren Glauben zu verteidigen.

1. Der Glaube ist wahr. (inklusive wunder etc)
2. Der Glaube ist nützlich (keine Wunder, sondern moralische Richtlinien)
3. Atheisten haben keine Vorstellung von Moral, weil ihnen die spirituelle Eingabe fehlt.

Im Prinzip versuche ich mit der Frage sowohl Punkt 2 als auch Punkt 3, wenn nicht zu widerlegen, zumindest in Frage zu stellen.

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@Diimiitrii

Zu 1: Der GLAUBE ist wahr. Jedenfalls so lange es Menschen gibt die glauben. Du meintest damit etwas anderes, schon klar, aber ich denke das sollte man diesbezüglich immer im Hinterkopf behalten.

Zu 2: Der Glaube IST nützlich. Viele unserer Wertvorstellungen und Gesetze resultieren aus dem Glauben. (Wenn sich alle zB an die 10 Gebote hielten, wäre unsere Welt besser, behaupte ich.)

Glaube verliert aber zB seine Nützlichkeit, wenn er zum Selbstzweck wird, wenn er zB als Maß für die Wertigkeit von Menschen wird.

Ich behaupte jetzt einfach mal (und bin mir der Provokation bewusst): Als Atheist kann man auch ein guter Christ sein.

Zu 3: Für mich ist das Quatsch. Aber die Frage die sich mir hier zwangsläufig stellt ist: Woher kommt denn die Moralvorstellung? Hat nicht die Religion versucht diese  zu prägen und in Bahnen zu lenken? Klar, dabei ist auch viel Mist passiert, keine Frage, aber dennoch der Grundgedanke war doch, das Zusammenleben zu regeln und zu verbessern.


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@bartman76

Zu 1: Ja, ich glaube (haha) euch, dass es Leute gibt, die wirklich das glauben, was in der Bibel steht und zwar wörtlich. Die Erde ist 5000 Jahre alt, Adam war der Erste, Jesus läuft über Wasser etc. Das macht es nicht wahr, das macht es nur zu etwas was Leute wirklich glauben. Diesen Wahrheitsanspruch weg zu argumentieren ist sehr einfach und die wenigsten Theologen würden diesen Wahrheitsanspruch überhaupt geltend machen.

Zu 2: Der Glaube ist nützlich. Vieles resultiert aus dem Glauben, keine Frage. Das bezweifelt auch kein Atheist. Die Frage die wir stellen ist aber die, ob wir diesen Glauben nicht langsam zur Geschichte zuordnen sollten. Zu etwas was Menschen vor 1800 Jahren geholfen hat ein Wertesystem unter das gemeine Volk zu bringen, aber in der heutigen Zeit einfach nicht mehr nützlich ist, weil es veraltet ist. 

Lustigerweise, sind es oft vor allem die religiösen Menschen die sich nicht an die 10 Gebote halten, ironischerweise aus tiefstem Glauben heraus. 

Zu 3: Ja, genau das war die Bibel, bzw die Kirche. Ein erster Ansatz dem gemeinen Volk eine Art Moralvorstellung nahe zu bringen, bzw eine mehr oder weniger einheitliche Vorstellung zu implementieren. Aber heutzutage braucht man diese nicht mehr, tatsächlich sind sehr viele der damaligen Moralvorstellungen heute veraltet. Schwule, Verhütung, Beschneidung etc.

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@Diimiitrii

Ich behaupte, der Glaube hilft auch heutzutage noch. Viele finden Halt und Trost und Gemeinschaft. Warum sollte das falsch oder veraltet sein?

Klar, muss man auch die Religion den Veränderungen der Welt anpassen. Imsbesondere bei Punkten wie Homosexualität, Verhütung und viele andere. 

Kein Sex vor der Ehe beispielsweise, ist meines Erachtens antiqiert. Es hatte seinen Sinn, als die Gefahr bestand, dass die Frauen zu "alleinerziehenden Müttern" werden konnten und damit gesellschaftlich geächtet waren.

Heute sieht die Welt anderes aus und es gibt verschiedene Möglichkeiten. Und da verbuche ich "Sex vor der Ehe" nicht unter "kann man machen" sondern unter "sollte man machen".

Ja, du hast recht. Viele Christen halten sich nicht an die 10 Gebote. Und ich sage auch ganz eindeutig: Als bekennender Christ ist man nicht automatisch der bessere Mensch.

Der Glaube IST Geschichte. Aber ich meine, dass er immer noch eine wichtige Funktion erfüllen kann. Ich behaupte aber nicht, dass es für alle Menschen der richtige Weg  ist, diese Welt zu bestreiten.

Ich sage nicht: "Hey, ihr alle müsst Glauben was ich glaube", aber ich sage: "Hey, respektiert gefälligst den Glauben der anderen. Maßt euch nicht an zu behaupten, das ist alles Mist." Man könnte das auf "Leben und leben lassen" reduzieren, aber so ganz trifft es das nicht.

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@bartman76

Die Gefahr oder eher das Problem, das ich und viele andere aber mit der Religion haben, ist das sie noch immer eine gesellschaftliche Sonderrolle einnimmt. Er ist in den meisten Fällen unangreifbar von außenstehenden und wenn es doch geschieht, dann passieren Dinge wie Charlie Hebdo oder die Dänischen-Karikatur-Ausschreitungen. 
Wir müssen den Glauben von seinem Podest heben. Ich sage nicht, dass er von heute auf morgen komplett abgeschafft oder verboten werden soll. Aber er muss zumindest als Diskussionsthema herhalten können.

Ja, der Glaube kann Leuten ein Gefühl des Zusammenhalts geben. Es werden auch viele gute Taten im Namen des Glaubens gemacht. Aber man kann diese Gefühle auch ohne Glauben in anderen Gemeinschaften finden und auch nicht-religiöse Vereine sind zu guten Taten fähig. 

Aber es werden keine Attentate, Verstümmelungen etc im Namen des Atheismus verübt sondern solche Dinge geschehen nur mit religiösen Hintergründen oder psychischen Leiden.

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@Diimiitrii

Menschen sind unterschiedlich und wenn du deinen Weg ohne Glauben findest, müssen das nicht andere auch so halten. Und ich halte keinen nicht-religiösen Verein von seinen guten Taten ab.

Ja, ich stimme dir zu, auch der Glaube muss sich Diskussionen und kritischen Fragen stellen. Auf einer vernünftigen Ebene.

Leider ist es ein sehr schmaler Grad zwischen vernünftiger Diskussion und Häme. Das macht es nicht eben einfach.

Ich glaube, ich habe deutlich gemacht, was ich von Selbstzweck des Glaubens und Fanatismus halte. Ja, es gibt Greueltaten im Namen des Glaubens und damit schließe ich auch ausdrücklich das Christentum ein. Aber nach meinem Verständnis ist das stets ein Irrglauben.

Man könnte hier sagen "Irren ist menschlich", aber das zieht den Ernst der Lage zu sehr ins Lächerliche.

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@bartman76

Wenn sich jeder Gläubige so distanziert und vernünftig über Religion unterhalten könnte, dann hätten wir absolut kein Problem und wenn du entscheidest an Dinge zu glauben, sei es ein Schöpfer oder sonst was, dann bin ich der letzte, der dir das streitig machen will, weil ich natürlich auch nicht den Anspruch erhebe zu wissen. 

Ich denke wir haben beide verstanden, dass Religion sich nicht jeglicher Kritik entziehen darf und mit der Zeit gehen muss. Nicht unbedingt in allen Belangen und wenn die Spiritualität oder die Mentalität der Lücken oder was auch immer hilft, dann soll sie das tun, solange sie nicht wissenschaftlichen Erkenntnissen und gesellschaftlichem Fortschritt im Wege steht.

Wenn wir jetzt noch einen Weg finden könnten, Fanatismus, egal welcher Religion, zu unterbinden, dann wäre die Welt ein ganzes Stück besser.

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@Diimiitrii

Ich gebe dir recht.

Es gibt aber auch viele "missionierfreudige" Atheisten, die einen mit allen Mitteln vom Glauben abbringen wollen. Das ist auch nicht immer ein Spaß.

Aber es gibt mehr vernünftige Gläubige als man allgemeinhin denkt.

Auch beim Fußball sind es meist die Spinner, die negativ auffallen. Deswegen fordert auch niemand Fußball abzuschaffen.

Ob gläubig oder nicht, der Mensch ist eben fehlerbehaftet.

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@bartman76

Der Vergleich mit dem Fußball ist tatsächlich gar nicht so schlecht. Auch wenn ich denke, dass die Tragweite der religiös motivierten Vergehen die der Gewaltausschreitungen von Hooligans leider schnell überschreitet, ist der Vergleich doch passend im Hinblick auf die faulen Eier. Mag daran liegen, dass Fußball eine quasi Religion ist =) zumindest für so manche Menschen.

Und ich muss natürlich noch klar stellen, dass ich deinen Glauben für irrational und realitätsfern halte und ich natürlich entzückt wäre, wenn ich "missioniert" hätte, aber du darfst ihn trotzdem gerne behalten, weil militantes missionieren ist nicht der Sinn der Sache. Kritisch Reflektieren und zu eigenen Schlüssen kommen reicht mir schon aus, auch wenn das zu einem Ergebnis führt, was ich nicht nachvollziehen kann und vermutlich nie können werde.

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@Diimiitrii

Ich bin der Meinung, dass sich Wissenschaft und Glaube nicht zwangsläufig ausschließen.

Man muss bei der Religion einfach auch bereit sein "zwischen den Zeilen zu lesen". Es ist leicht etwas als irrational zu bezeichnen, was man derzeit weder beweisen noch widerlegen kann. Ich könnte aber auch einem Atheisten gegenüber sagen: Ich finde es lächerlich zu glauben, Naturgetze seien "einfach da". Warum kann die nicht auch jemand erschaffen haben? Warum kann eine göttliche Schöpfung nicht konform mit wissenschaftlichen Regeln verlaufen?

Aber das ist ein Thema, welches den Rahmen und die Möglichkeiten dieses Forums deutlich sprengt.

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@bartman76

Wie gesagt, möchte ich auch gar nicht. Die einfache Antwort wäre aber, dass es schlichtweg logischer ist zu sagen, dass wir etwas nicht wissen als zu sagen, dass jemand/etwas für den/das wir keine Beweise oder auch nur ernst zu nehmende Indizien haben dafür verantwortlich ist.

Ich sage nicht, und niemand behauptet, dass irgendetwas einfach da wäre. Die konstanten sind messbar und wir wissen nicht woher sie kommen. 

Aber wie ich oben schon mal gesagt habe. Der Gott der Lücken ist absolut in Ordnung, solange du in dem Moment in dem die Wissenschaft die Antworten kennt zugibst, dass es halt nicht Gott war, sondern Theorie-XY. Genauso wie ich ohne zu zögern zugeben würde, dass es Gott gibt, sobald es Beweise dafür gibt.

Es ist halt deine persönliche Entscheidung an das zu glauben was du glaubst und ich darf das irrational finden und es ist meine Entscheidung zu sagen, dass ich die Antwort nicht kenne und du darfst das lächerlich finden.

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@Diimiitrii

Ich habe nun - sagen wir das Glück - die Sache aus vielerlei Perspektiven sehen zu können. Ich komme aus einem christlichen Elternhaus, bin selbst Naturwissenschaftler und Autor.

Daher weiß ich zB das gerade die Wissenschaft sich doch der Theorien bedient.

Da gab es mal die Sache mit den Kleinstlebewesen, die man nicht sehen konnte, die aber die Menschen krank gemacht habenoder sie gar töteten. Oh, was wurde gelacht.

Dann waren da diese unsichtbaren Strahlen, die die Menschen krank gemacht haben. Auch schwer zu glauben.

Schließlich die bekannteste, die Relativitätstheorie, die so heißt, weil sie bis dato noch nicht vollständig bewiesen werden konnte, da uns die Möglichkeiten dazu fehlen. Aber sie wird doch kaum angezweifelt.

Dazu ist es doch gar nicht entscheident, ob Gott in der Form existiert. Der Glaube an sich existiert und darum geht es mir. Ich habe diesen Weg gewählt, weil ich denke, der Glaube kann mir als Richtschnur für mein Leben dienen. Ich möchte mich mal so verhalten, dass ich am Ende zurückblickend sagen kann: So schlecht hast du das gar nicht gemacht. Und wenn ich mich geirrt haben sollte? Na und?! Wem habe ich damit geschadet? Aber wem habe ich damit vielleicht geholfen?

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@bartman76

Das Problem ist, dass DU vielleicht niemandem damit schadest, aber Leuten aufgrund des Doktrin geschadet wird. Das heißt, es gibt Leute die sich auf den Glauben stützen den du Unterstütz und in dessen Namen Verbrechen begehen. Ob das Priester sind die Schützlinge unsittlich berühren und anstatt zur Rechenschaft gezogen zu werden einfach in eine andere Diözese versetzt werden, oder ob das ein Andres Breivik ist, der Leute abschlachtet, weil er meint sein Glaube habe ihm das aufgetragen.

Oder lass es frühere Hexenverbrennungen, Ausbeutung des Volkes durch Ablassbriefe, Kreuzzüge, Schwulenverfolgung/-unterdrückung oder das Verbot von Kondomen zur AIDS-Prävention sein. Ein Punkt vor allem zur Homosexuellen Ehe muss ich noch loswerden. Auf welche Art mindert die Homo-Ehe den Wert der Hetero-Ehe, außer auf die Art, dass der Religion das Recht genommen wird andere Leute zu unterdrücken? Oder um einen Schritt weiter zu gehen, warum sollen Kinder lieber ohne Eltern in Heimen aufwachsen als mit 2 liebenden Vätern/Müttern?

Wie gesagt, wir müssen darüber nicht diskutieren, wenn du das nicht möchtest, aber mir macht das Spaß, weil ich gerne höre, wie Leute das rechtfertigen, bzw weiterhin Teil dieses Apparats sein können, ohne sich Vorwürfe zu machen. Es geht mir auch nicht darum dich von irgendwas zu überzeugen. Mir fehlt es nur seit meinem 6ten Lebensjahr bis heute an Verständnis für einen Mythos, der nicht einmal gut ist.

Das schöne an Wissenschaft und Theorien ist, dass diese die besten Erklärungen sind die wir haben, aber diese nur als solche angesehen werden solange sie KEINERLEI Widersprüche haben. Das heißt, sobald etwas falsch ist wird es verworfen.

Ich möchte mich genau so verhalten, aber ich brauche kein Doktrin und keinen Imaginären Drahtzieher, der mir sagt oder vor 1900 Jahren in ein Buch hat schreiben lassen, was ich tun soll und was ich verurteilen soll.

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@Diimiitrii

Zunächst mal, danke für den Stern.

Desweiteren, vielleicht bin ich auch gar nicht der Richtige für diese Diskussion, da ich vielleicht nicht grad der "Durchschnittschrist" bin.

Aber ich sehe weder mich, noch das Christentum in der Pflicht sich für Verbrechen zu rechtfertigen, die im Namen des Glaubens gemacht werden.

Denkst du denn, solche gearteten Verbrechen wären vorbei, wenn Glaube und Religion abgeschafft würde?

Das Problem ist nicht die Religion, sondern der Mensch.

Genauso fühle ich mich nicht verantwortlich für die Verbrechen des 3. Reiches und würde jedem einen Vogel zeigen, der vorschlägt, Deutschland aufgrund dieser Vergangenheit abzuschaffen. Um dem Einwand gleich entgegen zu wirken: Es werden heute noch solche Verbrechen verübt, nur nicht mehr ganz in so großem Stil.

Wenn ein Priester sich an kleinen Kindern vergeht, glaubst du, er würde dies nicht tun, sobald er die Gelegenheit hat (oder diese herbeiführen) wenn er einen anderen Beruf hätte? Das tut er nicht aufgrund seines Glaubens, sondern trotz und das ist für mich erschreckend.

Aber solche Taten muss ich sicher nicht rechtfertigen. Ich unterstütze dies nicht, nur weil ich gläubig bin. Dieser Gedankengang an sich ist für mich schon völlig abstrus.

Und ja, auch ich bin wütend, wenn ich den Eindruck habe, dass hier Dinge "schöngeredet" oder gar vertuscht werden.

Auch muss man ganz sicher zwischen dem "Glauben" an sich und der Kirche unterscheiden. Das ist so ein bisschen wie Liebe und Sex. Wenn beides zusammen passt, ist das super, aber nicht Bedingung.

Ich muss also nicht mit allem was eine Kirche (ohne hier mit dem Finger auf eine zeigen zu wollen) tut, predigt oder vorgibt einverstanden sein, um gläubig sein zu können.

Ich könnte also durchaus an Gott glauben ohne mich mit einer Kirche zu identifizieren oder Mitglied zu sein.

Das Buch ist wiederum ein ganz eigenes Thema, was aber ganz sicher diesen Rahmen hier sprengt.

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@bartman76

Solche Verbrechen wären mit Sicherheit nicht vorbei, weil irgendeiner das Buch sicher in die Hände bekommt und es interpretiert um böses zu tun. 

Aber, wenn nicht mehr jedes Kind der Welt mit dem Glauben an diese Dogmen indoktriniert werden würde, dann wäre die Chance, dass sie einer für Gewalt nutzt sehr viel kleiner.

Das Beispiel mit dem Dritten Reich ist gut, aber:

Das Dritte Reich gibt es nicht mehr. Deutschland ist daraus hervorgegangen. Wenn die Religion das könnte, also Unsinn ablegen, widerlegtes beseitigen und eine Institution erschaffen, die an die Schönheit und die Macht "Gottes" glaubt, ohne dabei ein Buch in ehren zu halten, dass nur so strotzt von Folter, Tod und Zerstörung, dann wäre das wunderbar. Dann gäbe es eventuell noch Fanatiker, so wie es heute noch Nazis gibt, aber eben in einer ganz anderen Dimension und ohne die Institution die ihnen heute Schutz gewährt.

Dann könnte niemand mehr Schwule als "Abscheulichkeit" bezeichnen, weil die Kirche das sagt. Oder Frauen ächten, weil sie ein Kind abgetrieben haben, dass sie bei einer Vergewaltigung empfangen haben. Oder oder oder. Es gibt so viele Dinge die aus heutiger Sicht einfach nicht vertretbar sind, die aber nicht explizit von der Kirche abgelehnt werden bzw noch immer in der Lehre enthalten sind. Wenn man die Kirche als ganzes einfach reformieren würde und diesen ganzen Unsinn aus dem Fenster werfen würde, hätten wir eine bessere Welt und ich hätte kein Problem mit eurer Religion.

Zu dem Priester:

Eventuell täte er dies auch mit einem anderen Beruf. Aber er hätte es sehr viel schwerer. In keinem anderen Beruf ist man so einfach allein mit Kindern und kann ihnen mit Geschichten von der Hölle drohen oder erzählen, dass Gott will was gerade geschieht. In keinem anderen Beruf wird man von der Institution in Schutz genommen die genau dieses Gräuel erst ermöglicht hat.

Für mich wäre dann -wenn ich an Gott glauben würde- der logische Schritt, aus der Kirche auszutreten, weiterhin an Gott zu glauben und mich nicht mehr als Christ zu bezeichnen, sondern als Gottgläubiger.

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Hey, 

ich habe heute ein wunderbares Beispiel für die Art Christ gefunden von der ich gesprochen habe. Also "Ethik/Moral geht nur mit Gott".

Ich bin mir sicher, dass du mit dem was ich schreibe auch nicht ganz zufrieden bist, aber ich möchte dir gerne zeigen, was ich gemeint habe, falls es dich interessiert.

https://www.gutefrage.net/frage/nach-13-jahren-intensiver-reflektion-darf-ich-doch-zu-der-erkenntnis-gelangen-mein-leben-zu-beenden-ohne-moralisch-und-ethisch-verurteilt-zu-werden?foundIn=notification-center#comment-150655631

"tryanswer" ist derjenige welche.

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Warum trauern Christen um ihre Toten? [...]

Ich frage mich ganz einfach, wie Christen behaupten können, dass ein Leben ohne Religion ein Leben ohne moralische Werte wäre.

Erstens sind das dann schon zwei unterschiedliche Fragen und zweitens haben die miteinander nicht wirklich etwas zu tun.

Ich frage mich ganz einfach, wie Christen behaupten können, dass ein Leben ohne Religion ein Leben ohne moralische Werte wäre.

Ich frage mich hingegen, was Dich zu einer solchen Verallgemeinerung veranlasst. Es gibt viele Christen, die ich kenne, die das weder behaupten würden, noch dass sie dies denken oder glauben würden.

Warum trauern Christen um ihre Toten?

Normalerweise gehört es zum christlichen Glauben dazu, auch an ein Leben nach dem Tod zu glauben. Vielen ist dies aber scheinbar nicht so bewusst, doch selbst wenn es ihnen bewusst ist, gibt es da trotzdem einen zumindest vorübergehenden Abschied, und ist dieser nicht auch betrauernswert, wenn man die Person, die da gestorben ist, sehr stark liebt?

Der zweite Teil ist die Prämisse der Frage und das mag dir nicht bewusst sein, aber das ist ein Argument, das nicht selten aufkommt. Hierzu könnte man sich sehr viel Videomaterial anschauen, indem man Diskussionen von Sam Harris, Richard Dawkins oder anderen bekannten Atheisten begutachtet.

Ich bin ja schon froh, dass der Großteil der hier Antwortenden diese Prämisse an sich schon in Frage stellen, was im Prinzip schon genau dem gleich kommt, was ich erreichen wollte.

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hallo, ich habe jetzt einige Anworten und Kommentare durchgelesen und komme zu den Schluss, das deine Frage falsch gestellt ist.

Es geht dir nicht ums Trauern, sondern um die Frage :

Ich frage mich ganz einfach, wie Christen behaupten können, dass ein Leben ohne Religion ein Leben ohne moralische Werte wäre.

Vielleicht wird dieses Argument in einigen Diskussionen verwendet,

aber grundsätzlich ist diese Aussage falsch, denn DIE Christen, die Mehrheit der Christen behaupten so etwas nicht.

nicht alle Christen (Personen, die sich so bezeichnen) sind gute Menschen oder haben moralische Werte und nicht alle Menschen, die keine Religion haben, oder Atheisten haben keine moralischen Werte.

Und eine Antwort, zu deiner Frage, die du gar nicht stellen wolltest:

früher gab es das Bild, des Fegefeuers, daher wurde immer viel noch für die Verstorbenen Gebetet, damit sie auf jeden Fall in den Himmel kommen

das Bild hat sich inzwischen gewandelt, es gibt das Bild des Fegefeuers nicht mehr, glücklicherweise

trotzdem ist man natürlich traurig, das man einen geliebten Menschen verloren hat. Dieses christliche Trauern, dieses Beten, einen Gottesdienst, Jahrgedächnisse helfen den Menschen zu trauern, den Verlust zu verarbeiten. Sich bewusst zu machen, dass es dem Verstorbenen gut geht.

Ich glaube, das ist etwas, was vielen Atheisten beim Trauern fehlt. Ich sage nicht, das Atheisten nicht trauern. Im Gegenteil, sie tun es bestimmt auf Art. Aber die Verarbeitung des Verlustes ist eine andere.

Ich sehe das bei uns in der Familie, die "gläubigen" Menschen sind mit dem Verlust des geliebten Menschen besser zurechtgekommen als die Menschen, die nicht an diese höhere Instanz glauben.

Mir persönlich hat es sehr gut getan für meine Trauerarbeit, das ich das Gefühl hatte, meiner Mutter geht es gut, wo auch immer sie ist.

Mein Bruder, der nicht so verwurzelt ist, hat den Verlust meiner Mutter immer noch nicht nach 25 Jahren verarbeitet.

Ich glaube, das macht etwas den Unterschied zwischen religiösen und nicht religiösen Menschen aus. (wobei ich mit religiös nicht unbedingt christlich meine). Der Umgang mit dem Tod und der Umgang mit dem Verlust ist anders.

Und nicht das ein Mensch besser als der andere ist, oder das nicht getrauert wird.

Ich habe auch nicht nach DEN Christen gefragt, aber wie ich jetzt schon mehrfach erwähnt habe, es ist ein sehr häufiges und scheinbar weit verbreitetes Argument, zumindest in englischsprachigen Ländern. Scheinbar nicht hier, da mir auf diese Prämisse größtenteils mit Unverständnis begegnet wird, oder der Unterstellung ich hätte sie mir ausgedacht. 

Dass du besser mit dem Tod deiner Mutter klar gekommen bist als dein Bruder mag sein, aber ich denke nicht, dass sich diese Aussage verallgemeinern lässt. Tatsächlich ist es in meinem Umfeld genau umgekehrt und auch diese möchte ich nicht verallgemeinern.

Mir ging es eher um die Gegenüberstellung warum Christen überhaupt trauern und wie sie das durch ihren Glauben begründen, da ja vermeintlich (anscheinend nicht hier) jegliche Gefühlswelt und Moral vom Glauben herrührt.

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Ich finde eine Art Fegefeuer-Vorstellung gar nicht so schlecht: Im Angesicht Gottes erkennen, wie man anderen geschadet hat  und darüber den Schmerz empfinden.

Ohne eine solche Reinigungs-Vorstellung kann ich mir den Himmel nicht vorstellen. Es wäre zu ungerecht.

Was das Trauern betrifft: Ich glaube, ein Hauptfehler ist, sich gegen die Trauer zu wehren und sie nicht positiv als etwas begreifen zu wollen, was einen über den Tod hinaus mit diesem Menschen verbindet - und was auch der Tod nicht verhindern kann (egal, ob man darüber religiös und unreligiös denkt).

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