Warum tragen muslimische Frauen ein Kopftuch, aus religiösen oder kulturellen Gründen?

25 Antworten

Die Frage ist zwar schon älter, aber sie wird bis heute immer und immer wieder gestellt.

Da hier immer wieder behauptet wird, das Kopftuch sei Pflicht, muß ich leider widersprechen:

-----------------------------------

Sorry, aber du wirst im Koran diese Stelle nicht finden. Unkritische Muslime berufen sich dabei jedoch trotzdem stets auf Sure 7, Vers 26 und Sure 24, Vers 31.

Nein, es ist keine Pflicht, das Kopftuch zu tragen!

Der beste Beweis dafür ist ein ganz einfacher: Zur Zeit des Propheten gab es bei der Gebetswaschung keine Geschlechtertrennung, Frauen und Männer haben gemeinsam die rituelle Waschung vollzogen. Da die Haare bei der Gebetswaschung befeuchtet werden ist es selbstverständlich, dass die Frauen sie in diesem Moment nicht bedeckt hatten (klar, sonst hätten sie diese ja nicht anfeuchten können).

Sowohl Koran als auch Sunna besagen, daß alle Körperteile, die der rituellen Waschung zu unterziehen sind, nicht unter das Verhüllungsgebot fallen. Tja, also müssen Haare ebenfalls NICHT verhüllt werden.

Wenn es also eine religiöse Pflicht gewesen wäre, dass Frauen ihre Haare vor den Männern bedecken müssen, dann hätte es logischerweise eine Geschlechtertrennung bei der rituellen Waschung gegeben. Die gab es aber nun mal nicht.

Und auch sonst findet sich im Koran keine Kopftuchpflicht vor (hier ein Link zu einer exakten Analyse: http://tavhid.de/?p=1416). Trotzdem hat sich dieser Irrtum, man müsse als Muslimin ein Kopftuchtragen, mit der Zeit sehr verbreitet. Dazu muss man einen Blick in die Historie werfen:

Im gesamten Mittelmeerraum (und natürlich auch in den Wüstengegenden) bedeckten in damaligen Zeiten Männer wie Frauen schon aus rein klimatischen Gründen ihren Kopf, um sich vor Sonne und Staub zu schützen. Das galt für Christen, Juden und Muslime aus einem ganz profanen Grund, dem Klima.

In der islamischen Kultur wurde das Kopftuch dann zu einem sozialen Statussymbol, das zwischen "freien" und "unfreien" Frauen unterscheiden sollte. Frauen von höherem gesellschaftlichen Stand verschleierten sich, Dienerinnen und Sklavinnenwar es bei Strafe verboten, sich zu verschleiern.

Das von allen Rechtsschulen anerkannte Werk "El-Mebsut" besagt, dass der Weggefährte des Propheten und zweiter Khalif Omar ibn al Khattap eine Sklavin schlug, weil sie ihre Haare bedeckte. Es hatte also rein GAR NICHTS mit der Religion zu tun, denn die Dienerinnen und Sklavinnen, denen es verboten war, ein Kopftuch zu tragen, waren ja ebenso Muslime.

Erst später, lange nachdem Tod des Propheten, missbrauchten dann besonders konservative Prediger diese (ursprünglich soziale) Regelung zu einem religiösen Gebot. Sie behaupteten, muslimische Frauen seien dazu verpflichtet Kopftücher zu tragen und begründeten es damit, dass die Haare ein Reizobjekt darstellen würden, das die Männer provozieren würde.

Das Kopftuch (und erst recht andere Verschleierungsformen, wie der Tschador, der Niqab oder die Burqa) sind also eindeutig keine religiöse Pflicht, sondern wurden erst später (von Männern, wohlbemerkt) als solche bezeichnet. Selbstverständlich können sich Musliminnen freiwillig verschleiern, wenn sie meinen, dass sie damit dem Gebot, in der Öffentlichkeit nicht zu aufreizend zu erscheinen, näher kommen.

-----------------------------------

http://www.meine-islam-reform.de/index.php/artikel/fiqh/336-hijabkoran.html

Es gibt unzählige Artikel und Texte mit dem Titel "Hijab nach Koran und Sunna". Tatsache ist aber, daß der Begriff Hijab (Kopftuch) im Koran gar nicht direkt mit Frauen in Verbindung gebracht wird. Es gibt sogar nur einen einzigen Vers, der überhaupt mit Hijab und bestimmten Frauen zu tun hat.

[Die Frauen des Propheten, wenn sie sein Haus betraten um ihn um etwas zu bitten]

Es ist also klar ersichtlich, daß dieser Vers nichts mit einer Kopfbedeckung zu tun hat und auch nicht auf alle Frauen angewandt werden kann, da es sich hier nur um die Frauen des Propheten handelt. “Frauen des Propheten! Ihr seid nicht wie irgendeine von den Frauen”. Koran 33:32

Und besagter "Schleier" war auch kein Kopftuch, sondern tatsächlich ein Schleier/Vorhang der die Frauen vom Propheten trennte. Erst einige Generationen später wurde das Wort hidschab von den Fukhaha (Gesetzgebern) zum Kopftuch umgewandelt.

-----------------------------------

Damals sollte die Frau "ihre Keuschheit wahren und schmückende Stellen" bedecken (Sure24, Vers31)

Damit waren Busen und Nacken gemeint. Nicht aber ein Kopftuch, das war nämlich den "gewöhnlichen" Muslimen verboten. Nur Höhergestellte durften überhaupt ein Kopftuch tragen.

Außerdem: wären die Haare einer Frau tatsächlich "reizend", dann müßte der Mann ja auch seinen Bart verdecken, denn "der Bart ist die Schönheit des Mannes".

Auszug aus dem Buch "Ilahi Hikmette kadin": Verweist darauf, dass das Wort “Khimar” in vielen Koranübersetzungen als “Kopftuch” falsch übersetzt wird. Wenn im Vers 31 der Sure 24 von “gläubigen Frauen” die Rede ist, dann sind die unfreien Frauen nicht ausgeschlossen (und die durften ja gar kein Kopftuch tragen). Der Weggefährte des Propheten und zweiter Kalif Omar ibn al Khattap schlug eine Sklavin (unfreie), weil sie ihr Haare bedeckte.

-----------------------------------

Sowohl Koran als auch Sunna besagen, daß alle Körperteile, die der rituellen Waschung zu unterziehen sind, nicht unter das Verhüllungsgebot fallen. Bestätigt wurde diese Auffassung von:

Abu Hamid al-Ghazali 1111 n. Chr.

Ibrahim en-Nehai 714 n. Chr.

Tabari Tafsir 18/120.

Imam abu yusuf 798 n. Chr.

Imam es-serahsi 1090 n. Chr.

Abdullah el mawsili 1285 n. Chr.

Ibn Nudscheym 1563 n. Chr.

Razi Tafsir 23/206.

-----------------------------------

Es gibt es keine feste Interpretation der großen Gelehrten, um die Begriffe Hijab, Khimar, und Dschilbab als das Tragen eines Kopftuchs als solchen zu definieren.

Die häufig verwendete Begründung ist die Vorbildfunktion der Ehefrauen des Propheten. Jedoch sehen wir anhand der Koranverse, dass diese nicht allgemein verbindlich sind. Z.B. “Frauen des Propheten! Ihr seid nicht wie irgendeine von den Frauen”. Koran 33:32

Und hier zum Schluß noch ein Bild, wie man sich den Niqab (Schleier), durch den die Frauen des Propheten mit ihm reden durften, wohl vorstellen muß.

 - (Religion, Kultur, Moslem)

Die Frauen verschleiern das Kopfhaar, weil es attraktiv auf Männer wirken kann.

Diese Frauen mit Schleier haben Angst, die Angst, dass sie unverschleiert Sexobjekt sein könnten.

Das unterstellt, das Männer triebgesteuerte Monster sind, die bereits deswegen, da sie die Kopfhaare einer Frau sehen, bereit sind Gewalt auszuüben um sich die Frau gefügig zu machen.

Das ist bestimmt in der Geschichte so gewesen, jedoch haben Humanismus und Demokratie auch Männer beeinflusst, eben nicht Trieben nachzugehen, sondern Vernunft walten zu lassen.

Die große Zeit des Islams ist jedoch lange vorbei. Spätestens mit dem Untergang der osmanischen Sultane spielt der Islam keine weltbewegende Rolle mehr, im Gegensatz zu früheren Epochen, in denen islamische Gesellschaften zivilisatorisch führend gewesen sind.

Die Weltanschauung der Frauen, die schleier tragen ist jedoch, unbeeinflusst vom Humanismus, in der Zeit stehen geblieben.

Vielleicht sogar nicht zu Unrecht, da es sich zu wehren gilt, gegen Männer, die die Moderne ignorieren und tatsächlich zu Monstern werden, wenn sie das Haupthaar von Frauen nur sehen.

Es ist möglich, dass der Schleier der Schutz gegen gestrige, patriarchalische Weltanschauungen darstellt, die heute noch von Muslimen praktiziert wird, jedenfalls ist jedes Kopftuch ein Armutszeugnis gegenüber der eigenen Ethnie, deren männlichem Teil nicht getraut wird, da diese Frauen die Männer als nicht sittlich gefestigt betrachten.



Eine zweite Erklärung ist, dass diese Frauen Tätigkeiten nachgehen, die, wie bei Bäuerinnen, ein Kopftuch praktisch erfordern. Dies sind allesamt Tätigkeiten von untergeordnetem Wesen: Feldarbeiterin, Köchin, Hausfrau, Viehhalterin usw.

Jedoch dürfte kaum eine verschleierte Frau überhaupt einer selbstbestimmten Tätigkeit nachgehen, wenn sie den Eingriff in ihre Selbstbestimmtheit schon durch die Pflicht zum Schleiertragen zulässt.

Hoffentlich modernisiert sich das bald, jedoch ist zu befürchten, dass aufgrund der weggefallenen globalen Bedeutung des Islams, dieser in seiner Trotzhaltung verharren wird.


Zahnlos mit Kopftuch, wehrhaft mit Gewalt.

Schade eigentlich, denn im Kern ist der Islam top.


Der Kopftuch ist ein schutz für das Weibliches geschlecht. Deshalb ist es auch im Koran so vor geschrieben sich von kopf bis zu fußzu bedecken. Es ist keines falls unterdrücken wie die meisten "nicht moslems" eben denken. Welche sagen es war zwang die andren fürchten sich vor ein gewöhnliches Tuch auf dem Kopf. Aber bei einer Nonne war es kein Zwang bei ihr fürchtete man sich nicht.

Was möchtest Du wissen?