Warum tragen manche muslimischen Frauen Kopftücher,manche wiederum nicht?

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Die einen praktizieren ihre Religion und die anderen eben nicht. Es gibt ja auch Menschen, die auf der Steuerkarte eine Religion stehen haben und trotzdem nicht in die Kirche gehen und an Gott glauben.

Es gibt keine Religion, die das Tragen eines Kopftuches vorschreibt.

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hier habe ich eine antwort gefunden die gehört nicht mir aber ich musste es einfach verbreiten weil ich als muslima genau so denke und kein kopftuch trage weil nirgends im korna audrücklich steht man solle es tragen ;) = Es geht definitiv ohne, es gibt keine Stelle im Koran, die das Tragen des Kopftuchs belegt.

Die Motivation, ein Kopftuch zu tragen, ist unter muslimischen Frauen sehr vielfältig: Gepflogenheit, religiöses Selbstverständnis, religiöse Emanzipation, individueller Selbstausdruck (Kopftuch als Mode-Accessoire), Vorschrift (z.B. aufgrund von Gesetzen in einigen islamischen Ländern wie dem Iran), Druck aus dem sozialen Umfeld , Symbol der Gruppenzugehörigkeit, und (in seltenen Fällen) Ausdruck des Protestes (Vollverschleierung in der Schule). Im Einzelfall ist die Motivlage jedoch nicht immer überprüfbar.

Viele konservative oder aus traditionellen Familien stammende muslimische Frauen tragen ein Kopftuch oder auch einen so genannten Tschador (persisch) oder Hidschab bzw. Hijab (arabisch) als Teil ihrer Glaubenspraxis nicht nur beim Moscheebesuch, sondern auch im Alltag, wann immer ein Kontakt mit Männern in Frage kommt, zum Beispiel beim Verlassen des Hauses.

Häufig wird als Motivation zum Tragen eines Kopftuchs auf den Koran verwiesen. In Frage kommen hierbei drei Verse, die alle aus medinesischen Suren stammen. Diese werden von traditioneller Seite als die drei Stellen im Koran herangeführt, die zum Tragen eines Kopftuchs anleiten sollen. Die erste dieser drei Stellen ist Sure 24, 31. Diese betrifft Männer und Frauen und zielt auf Schicklichkeit. Frauen wird hierbei nahegelegt, eine Art Schal (himar) zu tragen, der ihren Schmuck verdeckt. Reichen Frauen mit Schmuck wurde somit nahegelegt, ihren Schmuck vor armen Frauen ohne Schmuck mit Zurückhaltung zu tragen. Dieser Vers richtet sich gewissermaßen gegen Prahlerei. Die Verdeckung des gesamten Gesichts oder das ständige Tragen einer Verdeckung jedweder Art lässt sich aus dieser Stelle nicht ableiten.

Die zweite dieser drei Stellen ist Sure 33, 59. Hierbei wird ein Gewand (gilbab) erwähnt, welches Frauen („Frauen und Töchter des Propheten und Frauen eines Gläubigen“) tragen sollen, damit sie „erkannt“ werden und nicht belästigt werden.

Die dritte Stelle ist Sure 33, 53. Sie bezieht sich lediglich auf die Frauen des Propheten. Hier wird gefordert, dass diese, wenn sie um etwas bitten, dies hinter einer Abschirmung (higab) tun sollen. Hierunter war eine Trennwand zu verstehen und keineswegs ein Kleidungsstück. Dieses wird auch an anderen Stellen im Koran im Sinne einer Trennwand erwähnt. Zusammenfassend bietet keine der drei in Frage kommenden Koranverse einen eindeutigen Anhaltspunkt, dass Frauen ein Kopftuch oder einen gesichtsverhüllenden Schleier tragen sollen, jedoch beharren die klassischen Koraninterpreten darauf, dass es eine religiöse Pflicht für Musliminnen zum Tragen eines Kopftuches oder einer anderen Verschleierung (Hijab) gebe.

Weil das nicht wirklich eine religiöse oder durch die Religion vorgeschriebene Kleidung ist, sondern ein kulturelles Merkmal. Manche Familien / Länder / Regionen legen Wert darauf, andere nicht. In Deutschland war das bis in die 1960er Jahre hinein auch durchaus üblich.

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