Warum tragen Frauen ein Kopftuch?

16 Antworten

Ich stehe der Tatsache, dass jemand ein Kopftuch tragen will, eigentlich recht neutral gegenüber. Es ist mir unter dem Strich ziemlich egal und hat keinen Einfluss.

Was mir NICHT egal ist, ist die Tatsache, dass man das Kopftuch je länger je mehr nicht mehr nur als Artefakt einer religiösen Zugehörigkeit antrifft, sondern es als Zeichen und Mittel zum Zweck in den politischen Kampfhimmel erhoben und als Objekt der symbolischen Randständigkeit genutzt wird, um seine Ziele durchsetzten zu wollen.

Beispiel: Geht es um die Unterdrückungsfrage, dann ist das Kopftuch in KEINEM Falle Pflicht und alles scheint stets auf freiwilliger Basis abzulaufen. Geht es aber darum, dass man in der Schule die Kopfbedeckung (ALLE! Auch der Harald mit seinem Cappy!) ablegen sollte, dreht man den Spiess um und alle brüllen: DISKRIMINIERUNG! RELIGIONSFREIHEIT! Die Frau MUSS das tragen können, es ist PFLICHT im Islam.

Ja... was denn nun?

Und so drehen und wenden einige der genannten Anhänger dieser Religion ihre Meinungen immer schön so, wie es ihnen gerade passt und geben sich dabei redlich Mühe, das ganze Thema durch den Dreck zu ziehen. Das ist - nennen wir es mal - nicht gerade die cleverste Art, ein Thema anzugehen, welches in Teilen der Bevölkerung ohnehin schon als Pulverfass angesehen wird.

Leider gibt es heutzutage immer noch Familien, die ihren Töchtern einen Kopftuch aufzwingen... ich kann dir aber soviel sagen, dass ich PERSÖNLICH keine einzige Frau kenne, der das Kopftuch aufgezwungen wurde. Alle meine Geschwister haben sich irgendwann, die eine früher die andere später, selbst dazu entschieden. Bei der Jüngsten war mein Vater damals sogar dagegen. Sie wollte es aber. Dasselbe gilt auch für meine Verwandten..

Wieso, fragst du dich? Weil es halt so die Religion empfiehlt (oder vorgibt).. man muss nichts davon halten, aber wenn es einer für wichtig hält, diesen Regeln zu folgen.. was soll man dagegen noch sagen. Es gibt ja auch Messdiener/Mönche etc... die ihr ganzes Leben "aufopfern". Leben und leben lassen würde ich sagen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Gute Antwort aus persönlicher Sicht.

0

Es gibt keine Vorschrift, dass eine Muslima ein Kopftuch tragen muss. Im Koran ist da nichts zu finden.

Bei religiösen muslimischen Familien hat kaum eine Frau oder die Töchter die Wahl, ob sie ein Kopftuch tragen wollen. Sie müssen es tragen.

Kenne einige muslimische Familien und da würde sich keine der Töchter erlauben, das Tragen des Kopftuches abzulehnen. Kenne aber auch welche, bei denen wird das nicht so streng gesehen und sie können frei wählen. Kenne auch eine muslimische Familie die sich jedes Jahr einen Weihnachtsbaum kauft, diesen schmückt und sich daran erfreut. So unterschiedlich sind eben die Menschen.

Die Begründung, dass man ein Kopftuch trägt um damit zum Ausdruck bringen zu wollen, einer bestimmten Religion anzugehören, halte ich für nicht erklärend.

Frau kann auch ohne Kopftuch eine Gläubige sein. Es ist eher dem Männerdiktat anzurechnen, dass Frauen und Mädchen ein Kopftuch tragen müssen.Auch wenn Musliminnen das gerne abstreiten. Wann möchte eben nicht zugeben, dass die Männer das Sagen haben.

Mir ist es im Grunde egal, wie sich jemand kleidet und welcher Religion er angehört. Damit habe ich kein Problem.

Mönche und Nonnen begeben sich in ein Kloster. In einem Kloster unterwirft man sich den Vorschriften. D. h. unter anderem auch der Kleidervorschrift. Diese Leute sind auch an klösterlichen Gesetze gebunden, die von einem Kloster zum anderen, unterschiedlich sind.

Vergleichen kann man das nicht mit dem Tragen eines Kopftuches. Hier kann jemand entscheiden was er tragen will, im Kloster nicht.

In der Kirche tragen die Messdiener eben die Kleidung, die vorgesehen ist. Jeder Messdiener kann frei wählen, ob er en Messdiener oder eine Messdienerin sein möchte. Kann jederzeit sagen, er möchte es nicht mehr machen und damit ist die Sache erledigt.

0
@Ontario

Bei dem Mönchen-/Nonnen-Beispiel ging es mir eher darum, dass es halt Regeln und Lebensvorschriften in Religionen gibt, die man als Außenstehender nicht verstehen muss. Wenn man das aber für richtig hält und macht, dann ist es halt so und da gibt es dann kein richtig oder falsch (für "uns" Außenstehende). Einfach akzeptieren.

Und zu der Sache mit den unterdrückten Töchtern: daher habe ich auch explizit erwähnt, dass es sich um meine persönliche Erfahrung handelt. Kann meine Story ja nicht verfälschen, nur weil es TATSÄCHLICH Unterdrückungen diesbezüglich gibt.

Übrigens: wir sind auch eine "religiöse, muslimische" (große) Familie. Die meisten meiner Verwandten gehen 5 mal am Tag beten (mich ausgeschlossen). Trotzdem wurde keiner meiner Geschwister, Cousinen etc zum Tragen eines Kopftuches verdammt ;). Ich würde also vorsichtig sein mit Pauschalisierungen.

Ändert trotzdem nichts an der Kernessenz: es gibt Leute die MÜSSEN es (leider) tragen undes gibt auch Leute die es freiwillig aus eigener Überzeugung tun. Wer was anderes behauptet liegt einfach falsch.

0
@anon4242

Bei mir handelt es sich nicht um Pauschalisierungen, was ich klarstellen möchte. Ich kenne sehr viele muslimische Familien und weiss aufgrund meiner Kontakte mit diesen Familien, was bei der einen Familie üblich ist, bei anderen eben nicht.

Ich kenne eine dieser Familien da darf keine Musik gehört werden, damit meine ich z. B. westliche Schlager. Da dürfen die Töchter nicht am Sportunterricht teilnehmen, auch nicht am Schwimmunterricht. Klassenfahrtteilnahmen werden auch nicht erlaubt.

Da gibt es schon Einschränkungen die in unserer Gesellschaft nicht nachvollziehbar , geschweige denn, vermittelbar sind.

Bildungsfremde Menschen sind leicht zu unterdrücken. Musliminnen die studiert haben versuchen ein Recht auf freie Entscheidung herbeizuführen. Diese Frauen werden es sein, welche die Unterdrückung der Frau mit der Zeit anfechten.

Auch die deutschen Frauen mussten viele Jahrzehnte dafür kämpfen, um als Frau die Gleichberechtigung herbeizuführen. Könnte mir vorstellen, dass auch Musliminnen eines Tages auf ihre Rechte pochen werden.

0

Guckst du hier:

Frauen müssen sich bedecken
Oft wird nach der Verschleierung der muslimischen Frauen gefragt. In der Anfangszeit des Islams, als Mohammed nur mit seiner ersten Frau in Mekka lebte, forderte er die muslimischen Frauen nicht auf, Schleier zu tragen. Nach der Übersiedlung nach Medina jedoch geschah etwas, was eine neue Offenbarung bezüglich der Frauen auslöste.
Mohammed begann, mehrere Frauen zu heiraten, und nach jeder seiner Hochzeiten pflegte er ein Festmahl zu geben. Nach dem Festmahl für Zainab bint Jahsh (von ihr wird später noch die Rede sein), blieben noch einige Leute in Mohammeds Haus, nachdem er selbst bereits gegangen war.
Am nächsten Tag machte einer der vertrautesten Anhänger Mohammeds folgenden Vorschlag:
Umar erzählte: Ich sagte: "O Gesandter Allahs! Gute und schlechte Menschen umgeben dich, und deshalb schlage ich vor, dass du den Müttern der Gläubigen (d. h. deinen Frauen) gebietest, Schleier zu tragen." Daraufhin offenbarte Allah die Verse des al-Hidjab.
Noch am selben Tag empfing Mohammed vom Engel Gabriel die Offenbarung, dass Frauen Schleier tragen sollten.
Prophet! Sag deinen Gattinnen und Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen (wenn sie austreten) sich etwas von ihrem Gewand (über den Kopf) herunterziehen. So ist es am ehesten gewährleistet, dass sie (als ehrbare Frauen) erkannt und daraufhin nicht belästigt werden. Sure 33,59; siehe auch Vers 33 und Sure 24,31.58ff.
So begannen die Frauen, sich zu verschleiern. Mohammeds zweite Frau Aischa schilderte, wie die Frauen diese neue Offenbarung befolgten:
Aischa pflegte zu sagen: "Als (der Vers): "Sie sollen sich ihr Gewand über ihren Hals und ihre Brüste ziehen" offenbart wurde, schnitten (die Frauen) ihre Hüfttücher an den Rändern ab und bedeckten ihre Gesichter mit den abgeschnittenen Stücken."
Mohammeds Absicht im Blick auf den Hidjab (Schleier) war also klar, und die muslimischen Frauen bedeckten ihre Gesichter. Heutige konservative Muslime befolgen den Koran buchstäblich, und auch ihre Frauen bedecken ihre Gesichter. Liberale Musliminnen tragen statt einer völligen Verschleierung moderne, aber sittsame Kleidung.

Quelle: Jesus und Mohammed von Dr. Mark A. Gabriel, 1. Auflage 2006, Seite 202-203.

Hallo, Magenta800 !

Diese Antwort wirst du wohl nie ganz ehrlich erfahren, denn dazu gibt es viel zu viele verschiedene Meinungen.

Deshalb gibt es ja generell diese uferlose Diskussionen über sämtliche Religionen.

Der einzige Weg wäre für mich, ein Buch darüber zu lesen.

Mit lieben Grüßen, Renate.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Liebe geht oft seltsame Wege.

Hi, Magenta, vielen Dank für deine Bewertung.

0

Hi, Said313, vielen Dank für deine Bewertung.

0

Vorurteile haben oft ihren Ursprung in gewissen Reralitäten: Dass im und mit dem Islam Frauen unterdrückt werden, das kommt leider nur allzuoft vor!

Und natürlich denkst Du an Gewalt, weil EINER der vielen Gründe für das KT der ist, dass sich Frauen damit ANGEBLICH vor männlicher Gewalt schützen!

Diese männliche Gewalt wird aber - komischerweise - nur im Islam unterstellt! -Dann ist doch klar, dass Du den Eindruck haben musst, der Islam habe mit Gewalt zu tun!

Zu Mohammeds Zeiten war die Verschleierung ein berechtigter Schutz vor Vergewaltigung!

Dass die Welt inzwischen zivilisierter und weniger barbarisch geworden ist als zu Mohammeds Zeiten , das haben leider allzuviele Moslems entweder verschlafen oder sie weigern sich, das zu Kenntnis zu nehmen!

Es bleibt die ABSURDE Behauptung, dass ein ANGEBLICHER Allah von den Frauen ANGEBLICH die Bedeckung wolle:(

KT ist noch nicht einmal gemäß Koran Pflicht!

Wie beschränkt muss man also sein, um eine KT-Pflicht zu unterstellen??!!

0
@HeinrichZille

Lies bitte auch meine Kommentare!

Eigentlich musste ich gar keine Antwort schreiben, denn der Prophet Muhammad sagt, man darf nur das Gesicht und die Hände zeigen.

0
@HeinrichZille

Er hat nichts widerlegt.

Oder kannst du einen Punkt erwähnen, der mich widerlegt hat?

0

Was möchtest Du wissen?