Warum streiten sich Menschen, ob es einen Gott gibt oder nicht -. das spielt doch keine Rolle?

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9 Antworten

Grüß Dich Napayshni!

Doch, das spielt eine sehr große Rolle! Aber ich meine das natürlich anders, wie manche hier glauben werden, die christlich, muslimisch oder jüdisch oder sonst wie in dieser Richtung geprägt sind.

Im Mittelpunkt steht nämlich die Frage und die Antwort darauf, was unter Gott eigentlich zu verstehen ist. Und damit fängt der Streit an, denn daran hängen auch psychische Phänomene, die den Menschen bis in den letzten Winkel formen.

Der Glaube an einen Gott als Person und Vater im Himmel usw. hat gravierende Folgen. Erich Fromm, ein berühmter Psychonanalytiker, Humanist und Sozialpsychologe beschreibt aber auch noch eine andere Auffassung von Gott, die aber völlig konträr ist dem, was als Gott allgemein gedacht wird und begründet es. Und das hat ebenso gravierende Folgen.

Bitte hier nachlesen. Der Text ist sonst hier zu lang.

Dann wirst Du den gravierenden Unterschied erkennen.


https://www.dropbox.com/home/Public?preview=Erich+Fromm+-+Verg%C3%B6tzung+und+Selbswert+-+Psychoanalyse+und+Religion.pdf

Lasse es Dir durch den Kopf gehen.

Herzlichen Gruß
Rüdiger

vonGizycki 23.08.2017, 17:51


Napayshni!

Die andere Seite:

Genauere Interpretation des ersten Satzteiles im Text hinter dem obigen Link:

Zitat Fromm

Während Gott in einer humanistischen Religion das Bild des höheren Selbst des Menschen ist, ein Symbol dessen, was der Mensch potentiell ist oder werden sollte, ...

Damit meint Fromm:

... dass die Gottesliebe weder im verstandesmäßigen Wissen über Gott, noch in der gedanklichen Vorstellung, ihn zu lieben besteht, sondern im Akt des Erlebens des Einsseins mit Gott (nicht als Person sondern unpersönlich gedacht, als schöpferische Kraft im Sein auch im und durch den Menschen – Anm. von mir). Dies führt dazu, dass das größte Gewicht auf die rechte Art zu lebengelegt wird. Unser gesamtes Leben, jede geringfügige und jede wichtige Handlung, dient der Erkenntnis Gottes – aber nicht einer durch richtiges Denken zu erlangenden Erkenntnis, sondern einer, die im richtigen Handeln begründet ist.“

Das richtige menschliche Handeln bekommt so für Fromm die Qualität eines lebenslangen Dienstes, das vom Göttlichen durchdrungen ist, ob es uns bewusst ist oder auch nicht. Was aber ist das „richtige Handeln“?

Jedes trägt mit seinem Sosein zum Heilsein des Ganzen bei, aus dem es stammt. Die Toleranz  lässt sich für uns Menschen aus dieser Erkenntnis ableiten, nämlich jedes nach seiner naturgegebenen Weise leben lassen zu wollen. Mit der Entstehung unserer Art des Bewusstseins ist uns Verantwortung für alle unsere Lebensgrundlagen zugewachsen und damit natürlich auch für uns selbst und unser eigenes Leben. Das alles wirkt bis in alle Winkel unseres Lebens und bis tief in unsere Seele hinein.

Du siehst, was ein nicht als Person gedachter Gott für eine Rolle spielen kann und sollte.

Herzlichen Gruß

Rüdiger

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Streit ist in der Tat sinnlos, er kann gar nichts bewirken.

Anders dagegen ist es, Gott zu bekennen, wenn man gefragt wird oder die Situation es erfordert. Viele Entscheidungen können nämlich mit oder ohne Gott getroffen werden und von daher Erklärungen nötig machen.

Ob es Gott gibt oder nicht spielt nicht nur eine große Rolle im Leben eines Menschen, es spielt sogar die wichtigste und entscheidendste Rolle. Wenn es nämlich den Gott der Offenbarung gibt, wie Er sich nach christlichem Bekenntnis gezeigt hat, ist er nicht nur unser Schöpfer, sondern zugleich das höchste Gut und ewige Glückseligkeit, einziges Ziel und Streben des Menschen. Nur Gott vermag die Sehnsucht seiner Geschöpfe zu stillen und kann ein Leben in Fülle verheißen. Wer das nicht weiß und erfährt, läuft einem vergänglichen Glück dieser Welt nach ohne Sinn und Ziel.

Wenn es Gott gibt, gibt es die Ewigkeit, der wir nicht entrinnen können und eine Verantwortung für unser Tun und Denken. Dann wird es eine sehr große Rolle spielen, auf welcher Seite wir stehen.

Streiten sollte man sich nicht, aber man kann doch darüber diskutieren und seine Meinung sagen...

M. E. ist es sehr wichtig, die Frage zu beantworten, ob es Gott gibt oder nicht, da es um existentielle Fragen geht: Wo kommen wir her, welchen Sinn und welche Bedeutung hat unser Leben und wo werden wir nach unserem Tod einmal sein?

Ich bin fest davon überzeugt, dass es Gott gibt und dass die Bibel das ist, was sie von sich selbst behauptet, zu sein: Gottes wahres Wort und Offenbarung für die Menschen (vgl. 2. Timotheus 3,16; 2. Petrus 1,21). Wenn die Bibel recht hat:

  • gibt es einen Gott
  • hat unser Leben einen wirklichen Sinn und eine Zukunft
  • kennt und liebt dieser Gott jeden einzelnen und nimmt Anteil an unserem Leben
  • trennt uns Sünde (unser Egoismus und seine Folgen) von Gott
  • bleibt diese Trennung auch über den Tod hinaus bestehen, wenn wir nie bewusst auf die Seite Gottes treten
  • gibt es weder eine Wiederverkörperung (Reinkarnation) noch Höherentwicklung noch Selbsterlösung
  • sind Himmel und Hölle Realitäten
  • gibt es nur einen Weg, mit Gott versöhnt zu werden
  • können wir über unsere Zugehörigkeit zu Gott eine klare persönliche Gewissheit erlangen.

Diese Punkte belegen die Relevanz der Frage, ob es Gott gibt oder nicht. Ich denke, dass das vielleicht die wichtigste Frage überhaupt ist. Deshalb lohnt es sich nach meiner Meinung, sich darüber auszutauschen...

Weil es immer wieder Menschen gibt,die sich einbilden nach Gottes Willen zu handeln...das birgt natürlich ein gewisses Konfliktpotenzial...

Naja indirekt schon:

Ohne Gott keine Religion

Napayshni 23.08.2017, 01:14

Ohne Gott oder mit Gott: Religion bleibt. Denn keiner von den Streithähnen ändert seine Meinung

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vonGizycki 23.08.2017, 17:58

Ohne Gott keine Religion

Das ist definitiv falsch.

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Anfangs will man verstehen was der andere 'glaubt' und warum. Danach will man ihn mit seiner eigenen Meinung überzeugen. Klappt das nicht wird der andere als dumm abgestempelt und ist quasi ein Gegner. Dies führt zu Feindseligkeiten und streit (Krieg) etc.

Wenn das für dich keine Rolle spielt, kannst du ja sterben und verwesen, "kein Hahn kräht dann" nach dir (Ps.6,5).

Aber "Gott sei Dank" möchte Er Seine Herrlichkeit an "Kinder" weitergeben (1.Mose 1,26-27), die Seine Liebe (Mt.1,21; Röm.6,23) weitergeben wollen (Gal.5,14).

Der "Gott dieser Welt" (Offb.12,9) wird als deren Verführer (Offb.17,1-6) in Bälde verhaftet (Offb.20,2).

weil jeder glaubt, er wisse die "Wahrheit" und versucht den anderen davon zu überzeugen.

Ich sehe das anders...
Muslime meiden Themen, an welchem Sie kein Interesse haben, wie die Homosexualität aber Atheisten besuchen in Gruppen Islamthemen und verbreiten Ihre Unwissenheit. Das fällt besonders hier auf.

Napayshni 23.08.2017, 14:01

Innerhalb der christlichen Welt wird schon heftig darüber gestritten, ob es nun einen Gott gibt oder nicht. So gibt es halt auch hier die Gruppe der Nichtgläubigen und die der gläubigen Christen. Wobei es innerhalb der gläubigen Christenheit Streitereien auch darüber gibt, ob z. b. der katholische, der evangelische oder der orthodoxe Glauben der Wahrheit entspricht. Ganz abgesehen von den Zeugen Jehovas, den Mormonen oder Baptisten. Gibt es in der moslemischen Welt nicht ähnliche Streitereien?

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muhamedba 24.08.2017, 19:44
@Napayshni

Gibt es in der moslemischen Welt nicht ähnliche Streitereien?

Nein! Die fünf Säulen des Islam... 1. Ich bezeuge, es gibt keinen Gott außer Allah, Er ist Einzig und nichts ist Ihm gleich und ich bezeuge, dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist.

Wenn du Moslem werden willst, dann ist es auch das Erste, was du bezeugen musst (das es nur einen Gott gibt). Eine schwere Sünde, welche Gott (Allah arabische = Gott) dir nicht vergeben wird, ist Schrik:

Allah vergibt nicht, dass man ihm (andere Götter) beigesellt. Was darunter
liegt, vergibt er, wenn er will. Wenn einer (dem einen) Gott (andere
Götter) beigesellt, hat er (damit) eine gewaltige Sünde ausgeheckt

9:28

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