Warum sterben mehr Magersüchtige als Bulimikerinnen?

4 Antworten

Bei Magersucht ist die Nahrungsaufnahme so stark reduziert dass dein Körper auf 'Hungermodus' schaltet. Für ihn bedeutet hungern sterben, deshalb versucht er alles was er nur kann, um den Tod hinauszuzögern! Er beginnt Energie zu sparen, zum Beispiel indem die Körperthemperatur sinkt. Er versorgt die inneren Organe nicht mehr mit so viel Energie, nur so viel dass sie gerade noch funktionieren können. Ist jemand im Hungermodus kann man fast immer beobachten wie die Person sich zurückzieht, kein Sozialleben mehr hat, gar kein Interesse an Freundschaften oder an Sexualität. Das liegt daran dass sich auch die Chemie im Hirn ändert, denn wenn dein Körper merkt dass du langsam stirbst, sind die unterbewussten Bedürfnisse nach einem Sozialleben oder auch Sexualität nicht mehr wichtig, sondern nur noch das überleben. Wenn die Person körperlich noch nicht voll entwickelt ist, stoppt auch das. Denn der Körper braucht die Energie etc zum Überleben und da ist Wachstum etc erst mal unwichtig. Und so geht das mit dem gesamten (!) Körper! Es betrifft jede einzelne Stelle im Körper, weshalb die Folgen von Magersucht auch so viele sind.

Bulimie ist die Ess- Brechsucht. Durch erbrechen bekommt man zwar optisch gesehen einiges raus, aber was Kalorien angeht bleibt da einiges davon, wenn nicht sogar der Großteil, drinnen. Raus kommt vorallem Wasser und Flüssigkeit. Deshalb sind tatsächlich viele Bulimiker Normal- bzw leicht Übergewichtig. Aber da das natürlich auf die Größe ihrer Fressattacken, ihre sonstige (vielleicht gar nicht vorhandenes) normale Nahrungsaufnahme, wie oft sie sich erbrechen usw an. Beim erbrechen wird der Wasser-Elektrolythaushalt stark durcheinandergebracht, man bekommt einen starken Kaliummangel, was auf Dauer dann zu Herzrythmusstörungen und im schlimmsten Fall eben auch zu Herzversagen führt. Bulimie hat auch noch andere Folgeschäden wie Zahnausfall, Verätzung der Speißeröhre etc, die meisten sind jedoch nicht tödlich.

Wie du siehst sind beide Krankheiten zahlreich in ihren Folgeschäden. Wieso sterben jetzt aber so viel mehr an Magersucht als an Bulimie? Bei Magersucht nähert man sich mit jedem Tag weiterer Mangelernährung dem Tod an. Bei Bulimie sind eben einige Folgeschäden sehr schmerzhaft aber nicht tödlich. Wird die Bulimie allerdings besonders stark oder dauert schon sehr lange an, so besteht auch Lebensgefahr. Dadurch erklärt sich schonmal warum Magersucht ein bisschen tödlicher ist. Aber wieso ist die Todesrate so viel höher? Ich bin mir sicher dass das an den Diagnosekriterien liegt. Um die Diagnose Bulimie zu bekommen, kann man jedes Gewicht haben. Bei Magersucht muss ein BMI unter 17,5 vorliegen. Klar ist logisch dass jeder mit Magersucht Untergewichtig ist weshalb dieses Kriterium stimmt. Allerdings beginnt Magersucht wie jede psychische Störung im Kopf, und zwar bevor man überhaupt an Gewicht verloren hat. Da man aber erst die Diagnose Magersucht bekommt wenn man schon mitten im körperlich gefährlichem Teil ist, sind sozusagen alle schon Erkrankten aber körperlich noch gesünderen Magersüchtigen 'ausgeschlossen'. Zweitens ist es so, dass wenn man allen Kriterien der Magersucht entspricht und zusätzlich aber auch regelmäßig erbricht, nicht die Diagnose Bulimie bekommt sondern Magersucht Purging Type (also Magersucht). Sprich, wenn zu den körperlichen Folgen des Erbrechens auch noch die Folgen des Untergewichts und Hungerns kommt, und das zu Magersucht gezählt wird, erhöht das die Sterberate natürlich nochmal um einiges. Das alles erklärt wieso die Sterberate bei Bulimie niedriger ist

Dankeschön, super verständlich und toll erklärt !!!!

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Hungern macht irgendwie depressiv. Alle möglichen Nährstoffe fehlen. Tatsächlich sterben die meisten Magersüchtigen durch Selbstmord.

weil du bei magersucht garkeine nährstoffe zu dir nimmst. bei bulimie aber sehr viele. der körper nimmt sie nähmlich auch auf bevor du sie erbrichst. das is auch meistens der grund warum bulimicer meist nicht abnehemen

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