Warum steigt der Euro nicht mehr?

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4 Antworten

Die Fragestellung vermischt unterschiedliche Dinge unzulässig.

Ich versuche mal zu systematisieren.

Gemeint ist sicher folgendes:

1. Die Inflation ist größer als der Guthabenzins

2. Dadurch sinkt über die Zeit die KAUFKRAFT

3. Das hat nichs damit zu tun, wie der Euro zu Währungen anderer Staaten außerhalb der Eurozone steht.

4. Ein starker Euro (im Außenverhältnis) ist gar nicht so gut, denn er macht Exporte teuerer und würgt die Wirtschaft ab, während eine schwächere Währung die Warem im Ausland billiger und attraktiver macht.

In Relation zum Dollar sehen manche die Grenze von 1,30 ... 1,35 $/EUR als obere Schmerzgerenze an, ab der es dämpfend auf die Wirtschaft wirkt.

5. In Zeiten niedriger Guthabenzinsen, drängt die Investition in Sachwerte (Aktien) geradezu auf.

Langfristig haben bisher Aktien jede andere Anlageform geschlagen.

Günter

Guten Abend,

der Euro verliert deswegen fortwährend an Wert, da die Europäische Zentralbank (EZB) meiner Meinung nach bei ihrer Politik der günstigen Zinsen den Blick für Maß und Ziel verloren hat.

Sicherlich ist die versteckte Rekapitalisierung der hochverschuldeten Staaten wie Portugal, Spanien, Italien und vor allem Griechenland ein wichtiges Ziel, allerdings darf deswegen die Inflationsrate nicht völlig außer Acht gelassen werden, was jedoch passiert ist.

Wenn wir die Entwicklung der Inflationsrate binnen der letzten zweieinhalb Jahre betrachten, so stellen wir fest, dass diese in vergleichsweise kurzer Zeit sehr stark anstiegen ist. Sie wurde durch Einwirken der EBZ mittelbar nach oben getrieben.

Eine Konsequenz müsste nun sein, den Leitzins auf mindestens 0,5% anzuheben. Dies wird jedoch vermutlich nicht passieren, allenfalls eine Anhebung 0,25% wird wohl der Fall sein.

Möglich ist auch, dass die EBZ erneut die Prioritäten falsch setzt und eine erneute Nullrunde vorgibt.

Als Bürger können wir wenig gegen die Inflation unternehmen. Ein Effekt auf die Inflationsrate ergäbe sich erst, wenn ein Großteil der Bevölkerungen der Euro-Mitgliedstaaten sein Geld zurück hält und weniger ausgibt. Dies ist jedoch nicht beeinflussbar. Insofern sind wir von veritalben Entscheidungen der EBZ in Bezug auf den Leitzins abhängig.

Die Frage ist viel zu umfassend und enthält fragwürdige Behauptugen (die Geldwertstabiliät erscheint mir mehr als gegeben). Die Inflation ist äußerst gering. 

Die Zinsen auch. Einseitig auf Aktien zu setzen wäre aber auch falsch. Es gibt zum Beispiel auch Unternehmensanleihen, die recht sicher anständige Renditen bringen. 

Jedenfalls kann man auch heute noch mit der richtigen Anlagestrategie gute Renditen erzielen. Inflationsbereinigt keine schlechteren als früher.


Es gibt zum Beispiel auch Unternehmensanleihen, die recht sicher anständige Renditen 


Naja. Bei 0,5-1% oder ähnliches. Mittelstandsanleihen mit 4% u.ä. würde ich nur mit der Kneifzange anfassen, siehe German Pellets, Beate Uhse u.ä.

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@grubenschmalz

A kannst vergessen, stimmt und beim Rest muss man schon wissen, was man tut. Das war aber beim Geldanlegen immer so.

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@Smartass67

...und aus beruflichen Gründen hatte ich schon tiefe Einblicke in das, was institutionelle Anleger mit dem Geld machen. Jedenfalls stecken die erstaunlich viel Geld in Unternehmensanleihen. Viele mehr Geld als in Aktien.

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Wie sich das Klein-Fritzchen so alles zusammenreimt.

Der Euro verliert an Wert. Was soll das heißen? An Kaufkraft? Ja, der Preisindex ist aktuell 2,1% höher als vor einem Jahr. Und mit Anlagen / Investitionen ist das zur Zeit angeblich nicht auszugleichen. Meine Empfehlung: US-amerikanische REITs (real estate investment trusts). Die werden wie Aktien gehandelt und bringen jährlich (auf lange Sicht) über 10% addiert aus Dividenden und Wachstum der Dividenden und damit des Aktienkurses. Die Kennziffer heißt CAGR (compound annual growth rate). Gesundes und sehr stabiles Geschäftskonzept. Die Risiken sind (1) Schwankung des Kurses und (2) das Währungsrisiko (USD vs. EUR).

(1) braucht Dich nicht zu kümmern, sondern kommt nur zum Tragen, wenn Du plötzlich an das Geld kommen willst und der Kurs gerade niedrig steht. Wenn Du nicht verkaufst, verlierst Du nichts, sondern kassierst einfach die Dividende weiter. Zu (2) kann ich nichts sagen, das ist Glaubenssache. Vielleicht verliert der USD demnächst seine Rolle als Weltreserverwährung und damit die Möglichkeit, Papiergeld (damit meine ich nicht Bargeld, sondern das ungedeckte Geld, an das wir alle glauben, fiat money) nach Bedarf "zu drucken", vielleicht aber auch nicht. So lange Trump den dicken Maxe macht, wird der USD sich noch behaupten, vielleicht sogar gegenüber dem EUR steigen. Wenn das weltweite Geldsystem neu definiert wird, was ich erwarte (in den nächsten 5 Jahren) fließen die Dividenden vielleicht in einer anderen amerikanischen Währung, die aber vielleicht auch wieder "Dollar", vielleicht "New American Dollar" (NAD) mit einem Wert von 10.000 NAD für 1 Unze Gold.

Ein REIT, den ich ohne weiteres empfehlen kann, wäre der "Realty Income Corporation" (WKN 899744), Dividendenzahlung monatlich. Mach Dich mal hier schlau, wenn Du wissen willst, worum es geht: www.realtyincome.com.

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