Warum steig Deutschland aus der Atomkraft so schnell aus?

13 Antworten

Ein Vierteljahrhundert bezeichnest du als schnell? Im Jahr 2000 gab es unter der rot-grünen Bundesregierung eine Vereinbarung mit dem AKW-Betreiber, dort wurde zwar kein konkretes Datum genannt, aber was noch an Strom von dem einzelnen Atomkraftwerk erzeugt werden kann. Rechnerisch ergibt je nach Atomkraftwerk einen Ausstieg von 2022 bis 2025, also die genannten 25 Jahre.

Als dann im Jahre 2009 eine schwarz-gelbe Bundesregierung an die Macht kam, müssen offensichtlich die Schmiergelder pardon Parteispenden an den beiden Parteien von der Atomlobby besonders großzügig gewesen sein. Schon beim Wahlkampf erzählte die CDU, dass die Atomkraft eine Brückentechnologie wäre, auf Deutsch übersetzt sie wollten bis zur Unendlichkeit die Laufzeiten der AKWs verlängern und die obige Vereinbarung zurücknehmen. Kaum stand die schwarz-gelbe Bundesregierung, schon wurde der Ausstieg vom Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen.

Als dann 2011 in Japan das AKW hoch ging, ging Merkels Arsch auf Grundeis und sie merkte das die Atomkraft doch nicht so harmlos ist und selbst die größten Schmiergelder sie nicht vor der Strahlung schützen kann. Also wurde der Ausstieg vom Ausstieg der Atomkraft wieder zurückgenommen und die bisherigen Regeln von 2020 bis 2025 wurden wieder in Kraft gesetzt.

So nebenbei, es ist eine falsche Aussage von dir, dass um uns herum munter weiter gemacht wird. Auch andere Länder in Europa steigen aus.

Aha welche ?

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Frankreich aufjeden Fall nicht!Und die haben die meisten AKW's rund 55 an der Zahl!

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Hallo Carlo50,

der Atomausstieg stammt aus dem Jahr 2000 unter der rot-grünen Regierung. Er heißt „Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Energieversorgungsunternehmen vom 14. Juni 2000“. Die AKWs Stade und Obrigheim gingen dann von Netz.

Die FDP und CDU/CSU hat das zurückdrehen wollen und es auch gemacht. Kurz nach Fokushima dann es aber wieder Rückgängig gemacht:

https://web.archive.org/web/20110812123738/http://www.bundestag.de/bundestag/plenum/abstimmung/20110630_17_6070.pdf

Also 2000 beschlossen, 2022 umbesetzt ist nicht schnell :D

Und andere Länder haben das viel schneller gemacht. Italien 1987, Österreich schon in den 70er-Jahren, Kuba 1992 etc.

Eigentlich sind wir mal wieder mit die Letzten :D

Die Russen haben damals gesagt dass sie die sichersten Atomkraftwerke der Welt haben - bis Tschernobyl explodierte.

Die Japaner haben danach behauptet dass ihre Atomkraftwerke sehr viel sicherer seien, als die der Russen und dass so etwas bei ihnen nicht passieren könnte.

Es gibt kein sicheres Atomkraftwerk auf diesem Planeten. Jedes ist unsicher, denn es gibt überall Alkohol, Fahrlässigkeit, Dummheit, Gier, Terrorismus und viele weitere Gefahren an die niemand gedacht hat und die niemand ausschließen kann. Aus diesem Grund ist Deutschland ausgestiegen.

Schon einmal in einem deutschen AKW drin gewesen und hast Du Dir die Sicherungsmechanismen angeschaut? Und dann als Vergleich z.B. in Tschechien?

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@oklein

Noch einmal, es gibt überall Alkohol, Fahrlässigkeit, Dummheit, Gier, Terrorismus und viele weitere Gefahren an die niemand gedacht hat und die niemand ausschließen kann.

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@Fuchssprung

… und wie kommt es in Deutschland durch diese Varianten zu einem Super-Gau? Ich will nicht aus Prinzip widersprechen, aber die Absicherungen sind schon relativ ausgeklügelt. Auch ein Flugzeugabsturz ist keine Option.

Und da Gorleben und "Konsorten" ja wieder vakant sind, wird unser "Zwischenlager" wohl noch ein paar Jahrzehnte bestehen bleiben.

Aus meiner Sicht -zurück zur Frage- war der Ausstieg einfach übereilt. Unser Block2 wird der letzte sein, der abgeschaltet wird. Und was passiert dann?

Offshore-Windparks sind im Norden toll, aber solange Bürgerinitiativen eine Gleichstromleitung nach Süddeutschland verhindern, Pumpspeicherkraftwerke/Staudämme im Schwarzwald ebenfalls nicht realisiert werden und dann noch die Kohle verbannt wird, frage ich mich, wo der Strom herkommen soll. Der kommt dann aus nachgewiesenermaßen alten und anfälligen AKWs aus Rest-Europa - tolle Idee.

Lieber 13 Jahre länger 5 AKWs in Deutschland (bis 2038) und lokal das Problem mit der Entsorgung, als ein vorhersehbarer Kollaps, hoffnungslos steigende Mietnebenkosten und gefährlichem Strom aus dem Ausland. Dann bin ich auch für den Ausstieg.

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@Fuchssprung

Eine andere Einschätzung/Bewertung ist mir durchaus bewusst und auch zu akzeptieren.

Ich lese leider nur sehr viele 2-dimensionale Argumentationen und - bei genauerem Nachforschen - auch noch mit Infos "aus der Retorte" also ohne eigene Erfahrungen. Zudem hat sich unsere Gesellschaft extrem in eine "Dagegen"-Stimmung manövriert aber kaum jemand in eine "Dafür". Und solange mir niemand kausal schlüssig einen alternativen Weg aufzeigt, schwimme ich bei dem Thema wohl ein wenig gegen den Mainstream.

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@oklein

Ich kann keines deiner Argumente nachvollziehen und ich habe wirklich keine Ahnung wie überhaupt jemand für Atomkraft sein kann.

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@Fuchssprung

Wo habe ich so etwas geschrieben? Vielmehr: "Dann bin ich auch für den Ausstieg."

Mir geht es nur darum, dass die "Der-Strom-kommt-aus-der-Steckdose"-Fraktion einmal sich selbst aufzeigt, wie die Energie produziert, transportiert, gespeichert und wieder abgegeben werden kann.

Windkraft wird mit Schwach- und Starkwindereignissen (die nehmen zu) immer problematischer, da die Anlagen da nicht arbeiten. Die Beispiel bzgl. Transport und Speicherung habe ich oben schon beschrieben - auch durch Menschen verhindert/erschwert. Intelligente Verbraucher (z.B. zeitgesteuerte Waschmaschinen für verfügbaren Strom) kompensieren die hohen Verbrauchslasten tagsüber auch nicht ab.

Es gibt aber weitere Entwicklungen im Bereich Windeffizienz und Speichertechnik. Diese ist aber noch nicht so weit. Insofern bleibt für ein paar Jahre leider m.E. nur der Weg, Atomkraft zu erhalten - und zwar aus reiner Ratio.

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