Warum steht Gedichte analysieren auf dem Lehrplan?

11 Antworten

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Das eine ist, was auch schon gesagt wurde, du weißt nicht, in welche Richtung du dich weiterentwickeln wirst. Vielleicht werden Gedichte und Literatur im Allgemeinen in deinem Leben keine Rolle spielen, vielleicht wirst du beruflich damit zu tun haben. Ich hätte z.B. nie gedacht, dass ich mal mit Gedichten Geld verdiene.

Aber davon ab, eigentlich ist nicht wichtig, was du genau gerade lernen sollst, sondern wichtig ist, dass du lernst, wie du am besten lernst, denn dazulernen musst du immer. Da ist natürlich ein Thema, auf das du keinen Bock hast, kein schöner Prüfstein, aber auch das wird selbst bei Themengebieten vorkommen, die dich eigentlich interessieren, dass du Dinge lernen musst, die dir nicht liegen, die langweilig oder zu theoretisch sind. Dann ist es gut, wenn man weiß, wie man da lerntechnisch am besten durchkommt, d.h. ein bestimmtes Niveau erreicht, dass du brauchst, ohne dir dafür die Nächte um die Ohren schlagen zu müssen..

Also sieh das eher als sportliche Herausforderung an. Wenn du das mit dem Metrum und dem andern Zeug hinkriegst, was soll dich dann noch schrecken?-)


vielen vielen Dank für diese Antwort..Wenn man es aus dieser Sicht sieht macht das alles Sinn. Man muss jedoch dazusagen, dass ich schon als ich 6 war wusste, dass ich später mal das Unternehmen meines Vaters übernehmen möchte. In dessen Job bezweifle ich die Notwendigkeit der Fähigkeit Gedichte zu analysieren aber gut.. 😉

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Weil es wichtig ist, sich auch mit Dingen auseinander zu setzen, die einem nicht sofort einleuchten. Oft entdeckt man nämlich erst außerhalb seiner Komfortzone die tollsten Dinge. 

Dass deine Deutschlehrerin damit argumentiert, es müsse gemacht werden, weil es auf dem Lehrplan steht, ist ein Zeichen dafür, dass sie sich in ihrem Beruf auch nicht so ganz wohlfühlt, sonst hätte sie nämlich ganz andere Argumente ausgepackt. Übrigens geht ihr Argument in dieselbe Richtung wie deins, das sei ja in keinem Job gefordert: darum geht es überhaupt nicht! Dein Leben wird nicht dadurch erfolgreich, dass du dir das ideale Profil erarbeitest, sondern dass du deinen Weg findest. Dieser offenbart sich aber nur, wenn du lernst, über deinen Tellerrand zu blicken, und das kannst du z.B. an expressionistischen Gedichten üben. Heißt ja nicht, dass du das dein Leben lang machen musst, wenn es dir nicht gefällt; die Schule dauert auch nicht ewig. Aber willst du die Zeit dort wirklich aufs Herumhadern am Lehrplan verschwenden? Oder nicht lieber deinen Geist dehnen und danach eine Stufe höher einsteigen?

Vermutlich geht es eher um den Hintergrund, nämlich das Analysieren, Gedichte musst du vermutlich eher selten interpretieren, aber das Interpretieren/Analysieren an sich ist eine sehr wichtige Sache. Ich finde auch, dass es sinnvollere Tätigkeiten gäbe, beispielsweise sollte man den Jugendlichen beibringen wie man eine Steuererklärung macht, das braucht man im Leben.

Ich steh komplett hinter dir, tuerrahemnhd.

Diese Dinge sind komplett Zeitverschwendung. Ich habe diese Erfahrung gemacht als ich von der Hauptschule 8. Klasse in Dezember zur 8. Klasse Realschule gewechselt habe; Immer noch das unnötige Wissen, jetzt sogar mit verkorksten Rechnungswege ( bspw. | +3 ) und es wird noch mehr Grammatik im Englischen und Deutschen gelernt.

 In beiden Fächern schwächel ich nach hinten, da ich Grammatik unnötig finde. Man muss eine Sprache verstehen können, nicht Groß-Kleinrechtschreibung wissen. 

Ich selber denke und konnte mich auch schon teilweise überzeugen, dass ich nicht nur kreativer bin, sondern im Englischen mehr Wörter drauf habe und im Deutschen... naja... wir interprietiert schon? Das ist SUBJEKTIV. Man versucht dir, wie eine Gehirnwäsche, eine komplett idiotische interpretion beizubringen, wie in Mathe. 

Wieso sollte man ein Text auseinander nehmen? Der Autor hat UND wird dafür sorgen, dass du beim ersten Text lesen, ohne den auseinanderzunehmen, diesen verstehst. Eine auseinandersetzung würde sehr wahrscheinlich die Meinung zerstören.



Grammatik usw ist sehr wichtig. Wie sieht es denn aus als Chef wenn du einen Brief mit 100 Rechtschreibfehlern hast

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@tuerrahmenhd

Dafür gibt es heutzutage Rechtschreib-verbesserungs-programme. Außerdem, wer schreibt heutzutage noch ein Brief? Es gibt außerdem noch Berufe, da ist man Chef von sich selber, beispielsweise Freelancer.

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@JanfoxDE

"Ein Brief" will auch keiner haben, einen Brief schon - auch schriftliche Angebote, Verträge etc. sind solche "Briefe" - nämlich wichtige Dokumente. Und wenn man "Chef von sich selber" ist, muss man zunächst den ganzen Schriftkram selbst erledigen. Komm mal in der Realität an!

Dein "Rechtschreib-verbesserungs-programm" mag übrigens auch gerne zusammengeschrieben werden; sag das mal Deinem "Rechtschreibverbesserungsprogramm".

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@LolleFee

Du hast recht mit dem Briefen. Aber bei uns in der Schule, lernt man allgemeine Briefe, nicht den Brief an einem Chef. Schade eigentlich.

PS: Habe gerade nen ca. 3000 Zeichen langen Text entfernt wie blöd doch Schule ist. Da manche Leute sich schon bei ähnlichen Fragen sogar besser begrüundet haben, warum Schule so schlecht ist, habe ich diesen gelöscht und habe meine "Arbeit" für immer in diesem "PS:" Teilchen verewigen lassen. Cheers.

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@JanfoxDE

Aber Briefe an den Chef wollen genauso fehlerfrei sein wie "allgemeine" Briefe. Du lernst Allgemeines, um das dann auch im Speziellen anwenden zu können.

Übrigens habe ich zu Schulzeiten die Gedichtinterpretation auch gefürchtet. Und was bei der Gedichtanalyse und -interpretation wichtig ist, habe ich auch erst nach der Schule wirklich begriffen. Meiner Meinung nach vermittelt die Schule den falschen Weg, ein Gedicht zu analysieren und zu interpretieren; das habe ich an mir selbst erfahren und lese es auch in den Gedichtinterpretationen, die hier zur Korrektur eingestellt werden: Erst kommt viel Inhalt und eine kurze "eigene" Deutung, dann wird Analysiertes aufgezählt, das keinen Bezug zur Deutung hat.

Ich beschäftige mich mitterweile gerne mit Gedichten und finde Gedichte spannend und reich. Aber ich gehe einen anderen Weg:

  1. Ich sammele, was das Gedicht bei mir auslöst, wie ich es verstehe, worum es meiner Meinung nach geht.
  2. Dann frage ich mich, warum dies oder jenes ausgelöst wird, warum ich das Gedicht so verstehe, wie ich es verstehe. Erst da bin ich bei der Analyse und diese bezieht sich immer auf Punkt 1. Nicht jedes Stilmittel, das ich erkenne, hat auch eine Wirkung, die ich erkenne. Also lasse ich das weg. Allgemeine Wirkungen, die für jedes Gedicht hergenommen werden, sind uninteressant, wenn sie sich gar nicht darauf beziehen, wie ich das Gedicht verstehe. 
  3. Dann erst würde ich schreiben. Und zwar nicht, wie ich das selbst früher getan habe und ich es immer wieder lese: "Hier ist Stilmittel xy, das bedeutet, dass...", sondern "Den nüchternen Aufzählungscharakter erhält das Gedicht durch die in sich geschlossenen Zeilen ohne Zeilensprünge und die durchgehend männlichen Kadenzen." oder "Die abwechselnd männlichen und weiblichen Kadenzen spiegeln die beiden Personen wieder." oder "Das Gedicht wirkt durch die Wortwahl (finster, dunkel, schwarz etc.) düster/trostlos/bedrückt." Es sind sprachliche Mittel, die man analysiert - ein Mittel bezweckt etwas, nicht umgekehrt.

Wer weiß, vielleicht faszinieren Dich Gedichte ja auch irgendwann. =) 

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@LolleFee

Danke für deine Mühe. Allerdings werde ich wahrscheinlich nie Gedichte mögen. Sie sagen zu wenig aus, man kann sich zu wenig vorstellen. Der letzte Punkt wäre noch, dass diese nicht Unterhalten. Während man beim normalen Buch noch wenigstens Anhaltspunkte hat. Selbst normale Bücher mag ich eher nicht. Da sind Japanische Comics die beste Lösung; Bilder + Text jede Seite.

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@JanfoxDE

Sag niemals nie.

Manchen Gedichten kann ich auch nichts abgewinnen, aber bei anderen ist da immer mehr, je eingehender ich mich damit auseinandersetze. Ich denke, dass man lernen kann, sich auf Gedichte einzulassen, dass man seine Vorstellungskraft trainieren kann, so dass nicht jedes Wort genau benannt und jedes Bild genau gezeichnet werden muss.

Mit japanischen Comics kann ich übrigens gar nichts anfangen - wer hätt's gedacht ;))

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Dass Du von Dir selbst (sehr!) überzeugt bist, daran zweifele ich keine Sekunde ^^ Es ist nur die Frage, wie gerechtfertigt das ist =) 

Jeder interpretiert alles, was er liest und hört. Und im besten Fall versteht er nicht nur das, was er verstehen will, sondern kann dies am Gelesenen oder Gehörten mehr oder weniger belegen. Und das wird mit Textarbeit geübt.

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meiner Meinung nach kann man aus sehr kurzen Gedichten sehr lange Texte herleiten. Wenn man den Zusammenhang zur Epoche kennt können damit ganze Bücher gefüllt werden

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Was auch immer: ich spiele jetzt einen runde csgo... Da ist Spannung und russische sprache garantiert😂

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Beim Analysieren eines Gedichts gibt es nicht nur die eine Lösung, sondern viele verschiedene. Ebenso muss man "hinter" die Wörter schauen und deren Bedeutung logisch nachvollziehbar darstellen können. Das ist eine gute Übung für's Berufsleben, wenn man eine Lösung für ein Problem sucht und dabei um die Ecke denken muss und nicht die eine Lösung richtig ist, um das Problem zu lösen.

Probleme müssen detailliert analysiert werden, um Lösungen zu finden. Dabei können Gedichtinterpretationen helfen.

Ich persönlich finde Gedichtinterpretationen das einzig Sinnvolle im Deutschunterricht. Alles andere finde ich langweilig/für mich nicht brauchbar.

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