Warum stammt der Hund vom Wolf ab, und warum gibt es dann noch Wölfe. Ich mein, wenn Wölfe mit Wölfe rum machen kommt doch ein Wolf raus?

10 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo,

Deine Überlegung würde stimmen, wenn Haushunde durch natürliche Selektion entstanden wären - sind sie aber nicht.

Viel eher wurden einer wilden Wolfspopulation einige (verhältnismäßig) wenige Wölfe entnommen und domestiziert sowie gezüchtet. Mit natürlicher Selektion hat das kaum bis gar nichts zu tun.

Gehen wir mal von zwei imaginären Wolfspopulationen zu je zehn Tieren aus. Die Population A (bzw. ein Teil dieser) wird vom Menschen beeinflusst, die Population B nicht.

Population A

Vier der zehn Tiere schließen sich dem Menschen an (ob nun freiwillig oder unfreiwillig, spielt jetzt keine Rolle), wodurch sie von den übrigen sechs Tieren weitestgehend isoliert werden. Diese vier Wölfe und deren Nachkommen werden vom Menschen dahingehend verändert, dass sie für bestimmte Aufgaben optimiert werden. Die übrigen sechs Tiere werden den natürlichen Selektionsfaktoren ausgesetzt.

Da Mensch und Umwelt auf unterschiedliche Art und Weise selektieren, verändert sich auch die aufgeteilte Wolfspopulation verschieden.

Während die vier Wölfe beim Menschen und deren Nachkommen immer mehr zum Haushund werden, verändern sich die anderen sechs Wölfe nicht (sofern die natürlichen Selektionsfaktoren gleich bleiben). Da Haushunde und Wölfe isoliert voneinander leben, entsteht auch kein Konkurrenzkampf zwischen den Tieren, sodass auch keine der (Unter-)Arten dezimiert wird oder sogar ausstirbt.

Population B

Du weißt sicherlich, dass jederzeit Mutationen auftreten können. Eine mögliche Mutationen wäre z.B. das Auftreten von Albinismus. Der Einfachheit halber verwende ich jetzt diesen.

Beim Albinismus erscheint das Fell des Tieres weiß, da keine Farbpigmente enthalten sind. Weißes Fell ist für einen Wolf im Wald eher kontraproduktiv, da potentielle Beute den Wolf schneller ausfindig machen kann. Weißes Fell auf grün-braunem Grund fällt eben auf. Dadurch würde der Wolf womöglich verhungern, wodurch er sich wiederum nicht fortpflanzen könnte. Die Mutation, also der Albinismus würde somit auch nicht vererbt werden und alle Wölfe bleiben "normal" (oder zumindest der Großteil dieser).

Kommt es jetzt aber zu einer Veränderung der natürlichen Selektionsfaktoren, kann so eine Mutation, die zunächst einen Nachteil darstellte, zum Vorteil werden.

Im Falle des Albinismus könnte das z.B. eine Eiszeit sein. Tritt eine Eiszeit ein, wäre ein weißer Wolf besser getarnt, als ein "normaler" Wolf. Der weiße Wolf könnte seine Gene nun eher verbreiten als die anderen Wölfe. Dadurch verbreitet sich auch der Albinismus weiter aus und irgendwann besteht der Großteil der Wolfspopulation aus weißen Wölfen. Das kann so weit gehen, dass die ursprünglich "normalen" Wölfe aussterben und die weißen Wölfe sich zu einer neuen (Unter-)Art entwickeln.

Sooo...

...ich bin jetzt vermutlich ziemlich abgeschweift, hoffe aber, dass ich dir das einigermaßen erklären konnte. Sollte irgendetwas falsch sein, so bitte ich um Korrektur. Gerade bei so viel Text komme ich schnell durcheinander.

Übrigens ist es, wenn man es genau nimmt, nicht wirklich richtig zu sagen, dass der Haushund vom Wolf abstammt, denn den Wolf gibt es überhaupt nicht. Der Wolf ist eine Art, zu welcher viele Unterarten (darunter auch der Haushund) gehören. Das heißt, der Haushund ist im Prinzip nichts anderes als ein Wolf. Und wenn der Haushund ein Wolf ist, kann er nicht von eben diesem abstammen. Viel eher stammt er von einer der vielen Unterarten ab. Welche das aber genau ist, weiß ich nicht.

Liebe Grüße

Welche das aber genau ist, weiß ich nicht.

...und ob es diese noch gibt...

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Auch wenn ich mir mal wieder den Mund verbrenne:

Der Hund stammt nicht vom Wolf selbst ab sondern vom Urwolf - die beiden Linien laufen Paralell.

Stammt der Mensch tatsächlich vom Affen ab? Warum gibt es noch Affen wenn sich doch der Mensch daraus entwickelt hat?

Gleiche Sache - Paralellentwicklung - irgendwo mal ein gleicher Ahn.

Es gibt Funde wo Hunde weit älter sind als Wissenschaftlich angegeben, auch haben sich auf verschiedenen Kontinenten verschieden Hundearten entwickelt.

Weil zu Urzeiten nur einige Wölfe den Anschluss an die Menschen fanden - und nicht alle.

Und wie der Mensch so ist, "strickt" er die Natur immer so um, dass sie ihm hilfreich ist und "passt". Und so wurden aus den "zahmen" Wölfen so nach und nach Hunde.

Ganz profan erklärt ...

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