Warum spürt man richtigen, länger anhaltenden Muskelkater erst am 2. Tag?

2 Antworten

Wenn man beim Sport zuviel Sauerstoff verbraucht und nicht für genug Nachschub sorgt, dann wird aus den Verbrennungsprodukten mit der Zeit (nach dem Sport) eine Säure gebildet, die den Muskelkater verursacht. Glücklicherweise wird sie im prinzip gleich abgebaut. Diese Reaktion braucht allerdings etwas Zeit bis sie richtig angelaufen ist. So ergibt sich zw. der Versäuerung der Muskel und dem abbau der Säure eine Phasenverschiebung, weshalb man den Muskelkater erst einige Zeit nach dem Sport spürt und er auch ohne weiteres Zutun wieder verschwindet.

Die Schmerznervenendigungen liegen außer halb der Muskelfasern im Bindegewebe. Nur wenn auch dort Risse entstehen, fühlt man sofort Schmerz. Anderenfalls müssen erst die beschädigten Strukturen in der Zelle abgebaut werden, die Spaltprodukte können die Schmerznerven nach dem Austritt unmittelbar reizen oder mittelbar dadurch, dass sie Wasser in die Zelle ziehen. Das führt über Zellschwellungen zu Gefäßeinengung; damit verschlechtert sich die Durchblutung, was ebenfalls Schmerz verursacht. Muskelschmerz führt außerdem zu einer reflektorischen Verspannung (Muskelhärte), die die Durchblutung weiter vermindert und so in einem Teufelskreis den Schmerz verstärkt. All dies erklärt die Verzögerung bis zum Auftreten des Muskelkaters.

Muskelschmiede.de

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