Warum springt er nicht mit mir?

14 Antworten

Wenn dein Freund das mit dem umbringen ernst meint, würde ich unbedingt mit einem Psychiater oder Psychotherapeuten drüber reden. Denn dann hat er ein ernsthaftes Problem.

So, und nun zu deiner Frage. Manche Menschen brauchen diesen Kick, so wie offensichtlich du. Andere Menschen brauchen das nicht, bei denen ist die Angst einfach größer. Bei manchen Dingen ist es gut, sein Angst zu überwinden, aber das sind dann Dinge, die für das Leben in irgendeiner Form wichtig sind. Ein Falschirmsprung gehört nicht dazu. Niemand muss mit einem Fallschirm springen. Ich würde das auch nicht machen und ich sehe auch keinen Grund es zu tun.

Es ist eine Sache zu sagen das man diesen Schritt gehen will - aber eine andere, dies dann wirklich durchzuziehen.

Weiterhin kann es sein das die verschiedenen Stufen der Angst eine Rolle spielen. Es kann durchaus vorkommen das man vor einem solchen Sprung eine größere Angst hat als vor... beispielsweise... Haien.

Auch eine Möglichkeit: Würde er das eine durchziehen wollen, dann wäre er (im Bestfall) alleine, so das niemand anderes mit reingezgen wird und zu Schaden kommt. Bei einem Tandemsprung ist aber eben doch jemand anderes involviert.

Fallschirmspringen lässt das Adrenalin in die Höhe schießen... vielleicht hat er Bedenken das er Gefallen finden könnte an dem Adrenalinkick.

Leute, die an Suizid denken, wollen eigentlich nicht sterben.

Sie haben nur keine Kraft mehr, um weiterzuleben wie bisher.

Der Tod scheint ihnen da als einziger Ausweg, aber sie fürchten ihn so wie jedes andere Lebewesen auch.

Sei froh, dass er sich (noch) fürchtet. Deswegen ist er noch hier.

Pass auf auf ihn.

Dein Freund ist phasenweise suizidal und das ist es, was dich beschäftigt? Okay. Ich wäre dankbar, dass er (noch?) nicht den Punkt erreicht hat, an dem alles egal ist..

Es gibt viele Möglichkeiten. Beispielsweise gibt es Menschen, die eigentlich nicht mehr leben wollen, aber auch nicht sterben wollen. Es gibt Menschen, die emotional sterben wollen, rational aber Freunde und Familie nicht so verletzen wollen. Es gibt Menschen, die zwischen leben wollen und sterben wollen hin und her schwanken.

Und es gibt Menschen, die stürze aus großer Höhe fürchten und gar nicht die möglichen Risiken.

Versuch bitte nicht, seinen eigenen fehlenden lebenswillen gegen ihn zu verwenden. Das kann ganz furchtbar schief gehen. Du vermittelst ihm, dass seine Wünsche keine Rolle spielen. Er will nicht. Akzeptiere das. Der Ansatz "wenn du eh sterben willst, ist es doch eigentlich auch egal oder?" wird durchaus therapeutisch manchmal verwendet - aber um den betreffenden zu ermuntern, Dinge zu probieren, die er oder sie schon immer tun wollte, sich aber nicht traut. Nicht um denjenigen in dinge zu schubsen, die er überhaupt nicht tun will.

Ist überhaupt nicht widersprüchlich. Er hat sicher schon manchmal über einen Sprung aus großer Höhe aus Selbsttötungsgründen nachgedacht, deswegen empfindet er einen Fallschirmsprung als gefährlich - aber eigentlich möchte sich niemand umbringen, auch er nicht, sondern irgendetwas an seinem Leben zum positiven ändern, nur weiß er nicht wie das gehen soll. Das eigentliche Problem ist mal wieder- wie immer - Unwissenheit.

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