Warum spielst Du „Killerspiele“?

15 Antworten

Naja, wenn man das ganz extrem runterbricht, dann ist Mensch ärgere dich nicht auch aggressiv wenn man ne andere Figur schlägt.

Aber Spaß beiseite. 
Bei Spielen und Filmen ist es wichtig eine eindeutige Motivation zu haben, um Gefühle hervorzurufen.
Das Mittel um einen auf der Stuhlkante zu halten ist die Möglichkeit des Game Over.
Die Leichteste Möglichkeit das Sinnvoll zu gestalten ist das man stirbt. Also das man erschossen wird. 
Dem Spieler geht in dem Moment nich durch den Kopf, dass man gerade in Realität gestorben ist, sondern das man bei dem was man gerade gemacht hat seine Strategie ändern muss, damit es nicht zum Game Over kommt.
In welchem Szenario macht das denn am meisten Sinn?
Im Krieg.

Das Szenario des Tötens/Sterbens ist hier wirklich nur die Randbedingung um die Spielmechanik interessanter zu machen.

Das Spielen an sich hat meistens eine beruhigende oder geistig fordernde Wirkung. Es gab damals auch z.B. Nerf-Arena. Das ging wie warme Semmeln :D Da hat es nicht interessiert, dass man keine "echten" Waffen hatte, sondern nur die Schaumstoffvariante.

Es geht nur um's Szenario.

Bei Zelda geht man rum und zerbricht Tontöpfe von nichtsahnenden Hauseigentümern...   Ich wohne in einer Porzellangeprägten Stadt...  bisher kam noch keiner vorbei, der sich im Link-Outfit Vasen zerbrochen hat.

Oder die Ernte beim Schwammern wäre deutlich geringer, wenn sich Mario-Spieler im Wald treffen würden um auf echte Pilze zu springen ;-)

Für Gamer ist es keine Frage, wohin welche Sachen gehören. Man spielt die Spiele weil se Spaß machen. Und das liegt nich am Kill, sondern an der Spielmechanik

Der Begriff „Killerspiel“ ist schonmal völlig fehl am Platz, da mit ihm eine Stigmatisierung von Gamern nicht wegzudenken ist.

Wie ich mich bei der Nutzung eines gewalthaltigen Videospiels fühle, hängt von der Kontextualisierung der Gewaltdarstellungen ab. Schließlich ist, um es anhand von Filmen für Nicht-Spieler verständlich zu machen, die Gewalt in Rambo anders zu bewerten als in Schindlers Liste. Selbstzweckhafte Gewalt widert mich an. Glücklicherweise werden derartige Medien in Deutschland indiziert. Ansonsten kommt es darauf an, welche Rolle Gewalt spielt und welche Bewertung sie erfährt. Dasselbe gilt für mich hinsichtlich möglicher Bedenken.
In Spec Ops: The Line steht die Gewalt in Zusammenhang mit einer Antikriegsmessage, in GTA 5 wird sie zum satirischen Element und im Multiplayer von Ego-Shootern ist sie in der Regel dazu da dem Szenario Relevanz zu geben. Letzteres halte ich zumindest für schwierig zu bewerten.

Alle Medien nehmen Einfluss auf ihre Nutzer. Gerade beim Thema Medieneinfluss fällt es Menschen aber schwer zu bestimmen, in welche Richtung sie selbst beeinflusst werden oder wurden. Fakt ist zumindest, dass von wissenschaftlicher Seite bisher nichts darauf hinweist, dass gewalthaltige Videospiele gewalttätiger machen oder langfristig aggressiver.

Ich habe schon Doom, Unreal, Sniper, Gothic, Two Worlds, Hitman, Assassin’s Creed und ähnliche gespielt, wo es hauptsächlich ums Töten geht.

Manchmal sind die Gegner abstrakt und oft „böse”, aber immer geht es darum, mit wachsendem Waffenarsenal Gegner gezielt oder wahllos zu meucheln ...

... oder getötet zu werden.

Solche Spiele sprechen den Urinstinkt an, Überleben um jeden Preis, und, hauptsächlich männliche Eitelkeit, stärker, schneller und besser zu sein, als alle Anderen.

Für Menschen mit Neigung zur Spielsucht ist es sicher eine besondere Herausforderung, verlieren zu lernen, Pause zu machen und nicht gleich wieder in die nächste Runde einzusteigen, um möglichst alles besser zu machen.

Das mag als Argument gegen derartige Spiele dienen, aber es wird immer Minderheiten geben, die mit was auch immer nicht im Sinne der Idee des Urhebers umgehen können. Dafür auch gleich alle anderen zu bannen, finde ich am Leben vorbeigelebt.

In meiner Kindheit spielten wir Cowboy und Indianer. Es war ebenso nahezu eine Open World, die Herausforderungen vielfältig und vielschichtig, das Waffenarsenal beträchtlich und der Schlachtenlärm nicht zu überhören. Das Sammeln von Erfahrungs- und Stärkepunkten nannte man damals Erwachsenwerden oder schlicht Leben.

Trotz nahezu täglich mehrstündiger Killerspiele, hauptsächlich während der Ferien, bin ich recht gut geraten und hatte noch niemals das echte Bedürfnis, einen Menschen zu töten. Der psychische und physische Aufwand wäre mir viel zu groß.

Ich bin aber durchaus in der Lage, Gegner persönlich in eine Ecke zu argumentieren, die sie nur noch mit Waffengewalt wieder verlassen können (;

Solche Spiele sprechen den Urinstinkt an,

Da fehlt ein Leerzeichen! Richtig wäre: "Urin stinkt". :)

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