Warum spielen in den USA nur Demokraten und Republikaner eine Rolle?

7 Antworten

Es ist so weil es in den USA auf fast keiner Ebene ein Verhältniswahlrecht gibt. Fast überall setzt sich in einer kanditatenbezogenen Wahl der mit den meisten Stimmen durch. Das filtert Splitterparteien automatisch aus.

Also ist das sozusagen über die Jahre hinweg einfach so passiert? Ich mein, die Amerikaner können doch nicht nur zwei Meinungen haben.

0

Das liegt am Mehrheitswahlrecht in den USA (Großbritannien & einer Reihe anderer Staaten haben das auch).

Beispiel Florida:

  • Angenommen, Joe Biden führt dort mit 31 %
  • Donald Trump bekommt 30%
  • ein Grüner bekommt 10%
  • ein "Tierschützer" bekommt 9%
  • ein Unabhängiger bekommt 6%
  • und so weiter

Joe Biden hat in dem Beispiel nur die relative Mehrheit. Er gewinnt aber ganz Florida ("Winner takes it all). Alle anderen Stimmen fallen unter den Tisch.

Nun ist es so, dass in dem meisten US-Bundestaaten entweder ein Republikaner oder ein Demokrat die relative Mehrheit holt. Warum? Weil Republikaner und Demokraten das meiste Geld haben, am bekanntesten sind, und weil viele Wähler "taktisch" wählen - sie wissen, eine Stimme für den Grünen ist im Mehrheitswahlrecht eine verschenkte Stimme. Daher entscheiden sie sich für eine der beiden großen Parteien.

Es kam im 20. Jahrhundert so gut wie nie vor, dass ein unabhängiger Kandidat (weder Republikaner, noch Demokrat) einen Bundestaat gewinnen konnte. Es gewinnt immer eine der beiden großen Parteien.

Die Kongresswahlen laufen übrigens genauso ab. Man möchte, dass möglichst wenig Parteien im Parlament sitzen (genau genommen nur zwei), damit es klare Mehrheitsverhältnisse gibt. Entweder der eine regiert, oder der andere. Koalitionen gibt es in Amerika nicht.

Deutschland hat übrigens eine Mischung aus Verhältniswahlrecht und Mehrheitswahlrecht. Unsere Erststimme bei der Bundestagswahl wird auch per "Winner takes it all" vergeben (eine Person gewinnt den ganzen Wahlkreis). Nur, dass wir noch eine Zweitstimme haben, worüber auch Parteien wie Grüne und Linke in den Bundestag kommen.

Koalitionen sind bei uns Gang und Gäbe. In anderen Ländern hält man das für Humbug und ein Risiko für stabile Regierungen. Ist Ansichtssache.

PS: Auch diesmal stehen neben Donald Trump und Joe Biden ein paar andere Kandidaten auf dem Wahlzettel. Sie haben aber kaum eine Chance, in irgendeinem Staat die relative Mehrheit zu holen. Da das von vornerein bekannt ist, werden sie auch kaum gewählt.

Aufgrund des besonderen Wahlrechts kommen nur die großen Parteien zu Einfluss in der realen Politik.

Deswegen wählt so gut wie niemand kleine Parteien.

Weil nur diese beiden Parteien die nötigen personellen und wirtschaftlichen Ressourcen haben um in diesem großen Land flächendeckend vertreten zu sein.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Weil ein Butterbrot nur zwei Seiten hat, eine gebutterte und die andere trocken. Keiner von beiden will die trockene Seite.

Was möchtest Du wissen?