Warum sollten sich Diabetiker an regelmäßige Essenszeiten halten?

7 Antworten

Bei der ICT und Pumpentherapie ist es nicht ganz so wichtig, da meistens schnell wirkendes Insulin gspritzt wird. Aber grundsätzlich ist es besser, wegen des Zuckerspiegels.

Auch spritzen Diabetiker (insbesondere Typ I) meist ein sogenanntes Langzeitinsulin und zu den Mahlzeiten ein schnellwirkendes (Lispro-) Insulin. Wenn man dann zu spät ist, unterzuckert man. Zu schnell hintereinander erhöht dann unnötig die Werte. Auch ist die "Einstellung" auf Medikamente bzw. Insulin einfacher. Ich spritze seit ca. 40 Jahren (Typ) eins und versuche immer die Zeiten einzuhalten. Essen kann ich allerdings aufgrund des Lisproinsulin fast alles.

War ein paar Tage weg, daher erst jetzt. Früher sollten sich Diabetiker an feste Esszeiten halten. Man glaubte, das sei besser. Gute Beweise gab es nie, besonders nicht für Typ 2-Diabetiker, solange sie noch kein Insulin spritzen. Bei Typ 1 mit Verzögerungsinsulin war es schon ratsam, regelmäßig zu essen, um nicht zu unterzuckern, aber heute mit intensivierter Insulintherapie oder Pumpe ist das überholt. Allerdings muss man immer gut wissen, was man tut, welches Insulin gerade etwa wielange wirkt, um was in den nächsten Stunden zu bewirken, sonst kommt man ins Schleudern und Blindflug. Regelmäßige Mahlzeiten sind daher vor allem deswegen praktisch, wenn es den eigenen Ablauf nicht stört, weil man die Insulinwirkungen viel besser abschätzen und über mehrere Tage vergleichen kann. Ohne eine gute Diabetesschulung ist man allein ziemlich aufgeschmissen mit dieser Rechnerei und Vorherseherei. Wenn man es eine Weile richtig drauf hat, wird es zur Routine. Aber es ist nie alles vorhersehbar, immer nur pi mal Daumen. Daher geht es letzlich darum, schwere Entgleisungen in beide Richtungen zu vermeiden.

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