Warum sollten Radfahrer in meiner Fahrtrichtung Vorfahrt haben, wenn ich rechts abbiege?

...komplette Frage anzeigen

9 Antworten

Der Radfahrer behält seine Fahrweise und Fahrtrichtung bei, ändert also nichts. Der Abbiegende ändert seine Fahrtrichtung. 

Ich sehe keinen logischen Grund, dass ausgerechnet der, der aus dem fließenden Verkehr ausschert, den fließenden Verkehr durch sein Tun beeinflussen kann. 

Der § 9 Abs. 4 StVO wird diesem gerecht, dass er dem Abbiegenden eine Wartepflicht gegenüber dem fließenden Fahrradverkehr verordnet. 

Würde man den Abbiegenden eine Vorfahrt gegenüber den in gleicher Richtung fahrenden Radfahrern zubilligen, müsste keinerlei Rücksicht mehr auf die Radfahrer genommen werden. Man biegt einfach ab, wenn der Radfahrer dabei zu Schaden kommt, seine Schuld, denn er hat die Vorfahrt missachtet. 

Die Zahl der Unfälle mit Radfahrern würde sprunghaft steigen und die Schwächsten zu ständiger Rücksicht auf die Stärkeren verpflichtet. Passt zwar zum Faustrecht, nicht aber zum zivilisierten Umgang miteinander. 

Nein, das widerspricht der Logik, die unserem Straßenverkehrsrecht zu Grunde liegt. 

Weil der Gesetzgeber das in § 9 Abs. 3 StVO so vorschreibt:

Wer abbiegen will, muss entgegenkommende Fahrzeuge durchfahren lassen, Schienenfahrzeuge, Fahrräder mit Hilfsmotor und Fahrrräder auch dann, wenn sie auf oder neben der Fahrbahn in gleicher Richtung fahren. 

Fahrzeuge dürfen also erst dann nach rechts abbiegen, wenn sie den rechts daneben fahrenden Radfahrer nicht behindern.

Das ist wohl so, weil der Autofahrer so den Weg eines anderen kreuzt, der auf derselben Straße unterwegs ist, also ansonsten auf der gleichen Vorfahrtsstufe steht.

Ist also ähnlich wie Linksabbiegen - wo man ja auch auf die Nutzer der eigenen Straße warten muss, deren Spur man durch sein Manöver kreuzt.

Was möchtest Du wissen?