Warum sollte man mit einem Regler niemals instabile Streckenpole kompensieren?

2 Antworten

Ist schon SEHR lange her, dass ich sowas mal auf Uni-Ebene gemacht hab (und da stand ich ähnlich ratlos davor wie Du ;-) ), aber eine praktische Überlegung dazu, vielleicht hilft's was:

Es gibt Situationen, in denen man eine Strecke von Hand fährt, anstatt per Regler (bspw. die Erstinbetriebnahme von Chemiekolonnen). Wenn ich nun mögliche Instabilitäten der Strecke lediglich durch den Regler kompensiert habe, könnten die beim Hand-Fahren wieder auftreten. Deshalb wäre es m.E. sinnvoller, die Strecke entsprechend zu modifizieren wenn möglich.

Für mathematischere Betrachtungen überlasse ich aber anderen das Feld ;-)

Woher ich das weiß:Beruf – ET-Lehrer. Vorher Prozessleitelektroniker

es geht definitiv nur um die Beeinflussung des geschlossenen Kreises durch den Regler.. die Strecke zu modifizieren ist eine Methode, die ich so noch nicht kennengelernt habe^^

Da steht in dem Vorlesungsmaterial ganz fett: Niemals instabile Streckenpole kürzen!

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@stbitter

Ok, dann bin ich wieder raus ;-)

Nur noch ergänzend: Strecke modifizieren kannte ich von der Uni und auch aus der Schultheorie ebenfalls nicht. Ein Kollege, der vorher als Ingenieur gearbeitet hat, erzählte aber letztens, bei nicht regelbaren Strecken (Verhältnis Ausgleichs-zu Verzugszeit ungünstig) bleibt ja gar nix anderes mehr übrig, als dann tatsächlich mechanisch die Strecke umzubauen.

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Das Wegkürzen von Streckenpolen bewirkt nur, dass diese nicht mehr in der Übertragungsfunktion auftauchen. Wenn du also Pole kürzst, insbesondere instabile Pole, dann werden diese über die Stellgröße u nicht angeregt. Die Anregung über u nennt man auch Übertragungsverhalten bzw. Ein/Ausgangsverhalten. Man kann aber das Sytem auch über einen Anfangswert x_0 anregen. Man nennt das Eigenverhalten. Wenn x_0 nicht null ist, dann werden die Instabilitäten gemäß y_0=x_0*e^(A*t) angeregt. e^(A*t) heißt Transitionsmatrix.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

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