Warum sollte man Latein in der Schule anstatt anderen Sprachen lernen?

18 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich denke, Latein lohnt sich tatsächlich nur, wenn man ein entsprechendes Studienfach belegt. Oder, wenn man ein großes Talent fürs Sprachenlernen besitzt und eine anspruchsvolle Herausforderung sucht.

Unter vielen Studenten genießt die Sprache nach wie vor einen recht hohen Status, und es gibt sogar Sprachlern-Apps, die nur für Latein ausgelegt sind. Ein paar eingeschworene Fans gibt es also definitiv immernoch. Latein gilt auch heute noch als etwas Besonderes, als Heiliger Gral der Intellektuellen.

"Einfach so zum Spaß" sollte man Latein aber nicht wählen. Da ist der Kosten/Nutzen-Faktor definitiv zu ungünstig.

Warum sollte man heute noch in der Schule .. lernen? Aufwand und Nutzen geraten schnell ins Ungleichgewicht, wenn man nicht gerade etwas studiert, wofür .. benötigt wird.

Ich habe das Zitat insofern verändert, als ich "Latein" bzw. "Latinum" herausgenommen habe. Der Sinn ist, dass man diese Leerstellen nun durch jedes Fach(gebiet) ersetzen kann.

Warum sollte man Mathematik lernen, wenn man nicht etwas studiert, wofür Mathematik benötigt wird? Warum sollte man Erdkunde lernen, wenn man nicht etwas studiert, wofür Erdkunde benötigt wird? Warum sollte man Chemie lernen, wenn man nicht etwas studiert, wofür Chemie benötigt wird? Warum sollte man Religion lernen, wenn man nicht etwas studiert, wofür Religion benötigt wird? Warum sollte man Kunst lernen, wenn man nicht etwas studiert, wofür Kunst benötigt wird? Warum sollte man Deutsch lernen - man kann es doch seit Kindesbeinen -, wenn man nicht etwas studiert, wofür Deutsch benötigt wird? usw.

Die Frage nach dem "Nutzen" ist wohl die am häufigsten von Schülern gestellte Frage - und wohl die unsinnigste, weil "Nutzen" entweder materiell verengt betrachtet wird oder im Hinblick auf den weiteren Lebensweg überhaupt noch nicht beurteilt werden kann. Was wissen die meisten Heranwachsenden schon, was sie in ihrem privaten und beruflichen Werdegang - im "späteren Leben" - von allen Fachgebieten, in die sie während der Schulzeit hineingeschnuppert haben, unbedingt brauchen müssen/wollen/können? Braucht man Spanisch - wenn man vielleicht nie nach Spanien kommt, oder Französisch, Englisch, Italienisch, wenn ...? Nein! Wenn man in diese Länder fährt: ja! Wenn man einen Beruf ergreift, der die eine Fremdsprache oder mehrere benötigt: ja! Braucht man Mathematik, wenn man nur Preise beim Einkauf berechnen will oder für einige alltägliche Verrichtungen? Nein, man hat im Smartphone/PC usw. einen Rechner! Braucht man Kunst, wenn man sich sein Leben lang dafür nicht interessiert? Nein! Und wenn man sich interessiert: ja! Braucht man Religion, wenn man doch noch an Gott glauben will: ja! Braucht man Chemie, Philosophie, Geschichte, Deutsch? Vielleicht ja, vielleicht nein.

Braucht man also Latein? Nein und ja. Wer keine Fachrichtungen zu seinem Studium/Beruf macht, die Latein benötigen, braucht Latein natürlich nicht. Jeder aber, der Latein lernt, kann es gebrauchen, wenn er will. Latein ist die Grundlage aller "romanischen" Sprachen in Europa und der Welt, selbst Englisch ist von der Grammatik und vielen Worten her zweifach "lateinisch" geprägt: durch Latein seit der Antike und Französisch seit dem Hochmittelalter. Wer moderne Fremdsprachen lernen will/muss, kann von Lateinkenntnissen profitieren. Aber es kommt noch etwas hinzu: man kann sich mit der Sprache und vorallem ihrer Literatur beschäftigen, in eine vergangene, eine antike Welt eintauchen, ihre römischen Menschen mit allen Vorzügen und Schwächen, Träumen und Albträumen, Freuden und Leiden usw. kennenlernen. Man entdeckt Menschlich-allzumenschliches, vorallem schaut man auf die Anfänge und Wurzeln unserer Kultur in allen ihren Ausprägungen: Literatur (Romane, Lyrik, Geschichtsschreibung, Fachliteratur), Philosophie, Staatskunde, Rechtswesen, Naturwissenschaften, Christentum, um nur Wesentliches zu nennen. Und es war nicht nur die römische Antike, die sich des Lateinischen bediente, sondern auch das Mittelalter - die meisten Überlieferungen sind in Latein verfasst -, die Zeiten von Humanismus, Reformation und Aufklärung kamen ohne Latein nicht aus und haben ihre wichtigsten Gedanken in dieser damals noch universellen (Gelehrten-)Sprache niedergeschrieben. Mit Latein verfolgt man also auch die weitere Entwicklung unserer Kultur.

Ob nun als Beruf, aus dem man materiellen Nutzen zieht, oder als (lebenslanges) Hobby, aus dem man persönlichen Nutzen zieht: wer sich für diese durch die römische Antike geprägte Welt interessiert, sollte Latein können, damit er nicht nur an der Oberfläche kratzt. Das bedeutet: Schülern, die geisteswissenschaftliche Interessen entwickeln, sollten auf jeden Fall Latein lernen, weil diese Sprache ihnen beruflichen und/oder persönlichen Nutzen bringt. Gerade der persönliche Nutzen wird in jungen Jahren meist unterschätzt. Denn die Beschäftigung mit Latein und der von dieser Sprache geprägten Zeit und Kultur ist eine geistige Beschäftigung, die als Ausgleich zum beruflichen oder sonstigen alltäglichen Einerlei dienen und viel Freude sowie intellektuelle Befriedigung bringen kann. Sogar der Geselligkeit ist sie förderlich, wenn man sich mit Gleichgesinnten zusammenfindet - ein ganz bedeutender Nutzen!

Fazit: Latein ist in keinem Falle ohne Nutzen, und der Nutzen, den man aus Lateinkenntnissen ziehen kann, rechtfertigt durchaus den Aufwand. Dem Fragesteller kann man dennoch keinen konkreten Rat geben, weil man ihn und seine Persönlichkeit nicht kennt. Er muss sich und seine Interessen prüfen, um dann selbst zu entscheiden!

MfG

Arnold

Diese Frage habe ich mir als Schülerin oft gestellt: Wozu soll ich dieses ganze Zeug nur lernen wenn ich es sowieso niemals brauchen werde....

Latein ist zumindest insofern hilfreich, dass sich viele Fremdwörter leichter verstehen lassen die daraus abgeleitet sind. Und wer (Tier.-)Medizin studieren will, kommt gar nicht darum herum, auch für Biologen, Theologen und manche andere Berufe ist es unumgänglich um die Fachbegriffe zu kennen.

Ich wollte nichts dergleichen werden (d.h., mit 10 war Tierärztin noch mein Traumberuf - mit 13 nicht mehr...) und so hat es mir im Nachhinein oft leid getan, dass ich mich damals nicht für Französisch entschieden habe weil mir dann die meisten afrikanischen Länder besser zugänglich wären - ohne eine im Land gebräuchliche Sprache zu beherrschen, bleibt man immer ein Fremder.

Aber wer weiß als Teenie schon wo man später mal landen will :/?

Wie ArnoldBentheim schon ausführlich erklärt hat, weiß man sowas immer erst später und muss sich entscheiden bevor einem die eigenen Interessen so richtig bewusst sind.

Allerdings kann Lernen an sich nicht wirklich schaden weil es immerhin das Gehirn trainiert ;). Das mag dir ein kleiner Trost sein :D.

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