Warum sollte man nur bloß nicht Journalismus studieren?

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3 Antworten

naja man kann es schon ruhig studieren, aber man sollte sich bewusst sein, dass sehr viele Journalisten später freiberuflich arbeitem. Also kaum Jobsicherheit. Ein Freund von mir hat das studiert, danach 3 Jahre lang nur Praktika und befristete Jobs gehabt. Jetzt arbeitet er für den ADAC und schreibt berichte über Kindersitze. Naja

OK -.-ist ja nicht so geil

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OK -.-ist ja nicht so geil

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Ich zitiere mal aus einer Antwort von Urbanessa:

Journalistik zu studieren, das ist in etwa so sinnvoll, wie Tischlerei zu studieren. Man weiß dann vielleicht theoretisch, an welchem Ende man den Hammer anfasst, kriegt es aber dennoch nicht hin 'nen Nagel gerade in die Wand zu schlagen. Wenn Du später mal journalistisch tätig sein möchtest und studieren möchtest, dann studier die Fachrichtung, in der Du mal arbeiten willst.

http://www.gutefrage.net/frage/journalismus-introvertiert-sein

Das finde ich hervorragend auf den Punkt gebracht.

Du solltest bedenken, dass sehr viele junge Leute in diesen Bereich drängen. Nur sehr wenige werden fest eingestellt, für die anderen heißt es, sich als Freier durchzuschlagen. Bei den derzeitigen Dumpinglöhnen eher schwierig. Die Honorare für Texte sind nur dann dreistellig, wenn man die Zahlen hinter dem Komma noch mitberechnet.

Ich habe jetzt drei deiner Fragen gelesen. Alle waren fast identisch formuliert, dann waren noch Fehler drin. Das spricht nicht dafür, dass du im Umgang mit Sprache sehr gewandt bist. Das solltest du aber sein, wenn du als Journalist arbeitest. In den Redaktionen hat niemand die Zeit, deine Texte auch noch aufzuhübschen oder Korrektur zu lesen. Du musst gute und fehlerfreie Sachen abgeben oder du bist sofort wieder weg vom Fenster. Es wäre gut, wenn du dein Augenmerk darauf legst.

Ich finde es gibt keinen Studiengang, den man nicht studieren kann oder sollte. Solche Aussagen kommen zumeist von Naturwissenschaftlern/Technikern die meinen, dass nur ihre Studiengänge später zu beruflichem Erfolg führen und dass nur sie mit ihrem Beruf später für die Gesellschaft wertschöpfend sein können.

Das "Problem" am Journalismus ist erst mal seine Allgemeinheit. Deswegen wir oft geraten Journalismus entweder als Aufbaustudiengang (z.B. als Master) nach einem spezifischen Studiengang oder in Kombination mit anderen Fächern (z.B. im 2-Fach-Bachelor) zu studieren. Mit dem zweiten Fach legt man dann den Grundstein für die spätere journalistische Richtung. Zum Beispiel in dem man Politik, Wirtschaftswissenschaften oder Sport als zweites Fach wählt.

Würde ich also eine journalistische Karriere anstreben, würde ich mir erst überlegen, welcher Informationsbereich mich besonders interessiert. Ist es Politik, Sport, Wirtschaft, Börse, Gesellschaft, Boulevard? Und daraus ergeben sich grob 2 Varianten:

  1. Ich studiere zum Beispiel Wirtschaft und Politik im 2-Fach Bachelor und mache danach einen Master in die Journalistische Richtung
  2. Ich studiere einen der Bereiche im 2-Fach-Bachelor und als zweites Fach direkt Journalismus

Ich persönlich glaube mit der ersten Variante ist man besser aufgestellt.

Wichtig ist neben dem Studium schon mal bei einer Zeitung im Nebenjob anzufangen, um erste Erfahrungen zu sammeln und um ein Netzwerk aufzubauen. Journalismus ist ein schwieriger Bereich der gerade enorm im Umbruch ist und bei dem keiner weiß, wie er sich in den nächsten Jahrzehnten entwickeln wird. Dazu kommt, dass gerade im Journalismus natürlich enorm viele Quereinsteiger zu finden sind - kurz: Fachidioten für einen bestimmten Bereich mit einer gewissen Eloquenz. Mit diesen konkurrierst du natürlich enorm. Genau deswegen ists ja auch wichtig selber durch seine Fächerwahl im Studium zu einem Fachidioten zu werden.

Für mich hört sich das so an, als würde ein Studienberater seine Hochschule anpreisen - und der wird natürlich dafür bezahlt, dass er möglichst viele Leute an seine Uni lockt.

Fakt ist: Praktiker halten von Journalistikstudiengängen - außer im Aufbaustudium - nichts. Der Grund: Zu theoretisch, zu irrelevant, zu wenig Praxis, zu viele Studenten in den Seminaren / Vorlesungen / Übungen, etc.

Es gibt ziemlich einfache Kriterien, wie man einen Journalistikstudiengang beurteilt, und ich kenne keinen einzigen grundständigen Studiengang, der diese Kriterien erfüllt:

Haben die Dozenten und Professoren überhaupt Praxiserfahrung, d. h. eine nennenswerte Zahl an Veröffentlichungen in ganz normalen Zeitungen und Zeitschriften vorzuweisen, wie man sie am nächsten Kiosk findet? (Damit meine ich nicht, dass mal ein oder zwei Semester lang ein freier Journalist für zwei Stunden in der Woche eine Übung durchführt.)

Wieviel Studenten sitzen in den Lehrveranstaltungen? (Die Zahl sollte unter 30 - das ist schon die alleroberste Grenze! - liegen.)

Wir sind ein freies Land, und jeder soll das studieren, wozu er Lust hat. Die Frage ist aber, ob das Studium tatsächlich zum Journalismus führt - und das tut es nicht. Das führt letzten Endes zu Frustationen.

Richtig ist allerdings auch - und da hat Mireilles völlig Recht - dass man bereits während des Studiums für eine Zeitung schreiben muss, um Erfahrungen zu sammeln. Auf diese Art schaffen es vereinzelt auch Leute, die von Anfang an Journalismus studiert haben, in den Beruf. Dies aber nicht wegen, sondern trotz des Studiums. Das Studium selbst hat dazu nichts beigetragen, es wäre eigentlich unnötig gewesen.

Und die Sache mit den Quereinsteigern und den Fachidioten (Du meinst wahrscheinlich "Fachleute", und die sind in bestimmten Bereichen auch bitter nötig) lass ich jetzt mal unkommentiert. Ich krieg immer die Krise, wenn ich z. B. 'ne Hebamme was über Toxikologie schreiben sehe (da könnte ich nämlich einen Namen nennen).

Ansonsten empfehle ich mal wieder einen (in diesem Fall zweiteiligen) Beitrag von mir selbst, da steht alles wichtige drin: http://www.gutefrage.net/frage/worin-besteht-der-untersch#answer107248088

Es gibt aber noch mehr Beiträge von mir hier zu dem Thema.

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@BalduinB

Nur ne Randanmerkung: ich benutze den Begriff Fachidioten nicht abwertend. Bin selber einer in dem ein oder anderen Bereich.

Wenn eine Hebamme über Toxikologie schreibt, dann ist sie wohl eher kein Fachmann dafür, sondern hält sich vielleicht nur für einen. Wenn ein Gregor Gysi über Jura oder Politik oder beides in Verbindung schreibt, dann ist er denke ich sehr wohl ein Fachmann dafür, der zusätzlich mit der Eloquenz gesegnet ist auch journalistisch tätig zu sein.

Der Rest ist ok. Journalistenschulen hatte ich nicht auf dem Schirm, bin ja auch nicht aus dem Fach. Wenn es aber nur eine geringe Chance gibt an einer Journalistenschule angenommen zu werden, dann halte ich es immer noch für ein völlig legitimes Mittel den Weg via Studium (s.o.) und Nebenjobs zu gehen.

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