Warum sollte ein Unternehmer nach §9 UStG optieren?

2 Antworten

Hallo Nemesis! Wir reden hier von der Option zur Steuerpflicht im Sinne des § 9 UStG. Da gibt es keine Bindungswirkung von 5 Jahren. Es gilt vielmehr das Prinzip der sogenannten Einzeloption, d.h. der Vermieter entscheidet fuer jeden einzelnen Umsatz neu, ob er auf die Steuerbefreiung verzichtet. Wenn Monatsmieten vereinbart sind, kann also monatlich neu entschieden werden, ob eine Option beibehalten wird oder nicht. Optiert werden kann allerdings in der Tat nur dann, wenn der Leistungsempfänger (Mieter) zum vollen Vorsteuerabzug berechtigt ist. Das Finanzamt erstattet im Falle der Option die Vorsteuer aus den Anschaffungskosten bzw. Renovierungskosten des steuerpflichtig vermieteten Gebäudes bzw. Gebäudeteils. Fuer das FA ist die Verwendungsabsicht entscheidend, d.h. falls man beabsichtigt, steuerpflichtig zu vermieten, hat man die Absicht nachzuweisen (Zeitungsinserate usw. aufbewahren). Der Vorsteuerabzug wird vom FA allerdings -ggfs. zeitanteilig- zurueckgefordert, wenn sich innerhalb des Ueberwachungszeitraums des § 15a UStG von 10 Jahren (bei Gebäuden) eine Änderung in der vorsteuerabzugsberechtigten Nutzung ergibt. Insofern sollte man nicht 5 Jahre, sondern sogar 10 Jahre bei steuerpflichtiger Vermietung bleiben. Das ist aber keine Pflicht. Den 5-Jahreszeitraum gibt es nur beim Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung (§ 19) bzw. der Option zur Regelbesteuerung. Das ist aber ein anderes Thema.

Hallo Nemesis! Nein so ganz sinnlos ist es nicht. Stell dir mal vor, du hast dir ein Haus gekauft, das du bald an Gewerbetreibende, die vorsteuerabzugsberechtigt sind, vermieten willst (Friseure, Lebensmittelhändler, Zoohandel pp.). Dieses Haus ist aber so wahnsinnig runter gekommen, dass du erstmal gewaltig investieren musst, damit überhaupt jemand da einziehen kann. Dazu sind immense Kosten nötig und du hast erstmal keine Einnahmen (musst also keine Umsatzsteuer zahlen) und wenn du optierst, kannst du immer schön fleißig die Vorsteuern wieder vom Finanzamt zurückbekommen. Das Finanzamt macht es mit, denn die Option bindet dich 5 Jahre. In der Zeit sollte jemand, der davon leben möchte auch hohe Einnahmen erzielen und eben USt zahlen. (Ab hier wäre es unnötig die Option freiwillig beizubehalten.) Nach fünf Jahren kannst du dich dann wieder von der Option lösen.

Rechnung nach §13b UStG - Handwerk?

Ein Großkunde (Bauunternehmer) verlangt von mir (SHK-Betrieb) das ich die 3.Teilrechnung nach §13b UStG schreibe also ohne Umsatztsteuer, soweit ich es richtig in erinnerung habe ist der § für Sub-Unternehmer gedacht, damit der Staat am selben Auftrag nicht zweimal abkassiert (Einmal durch Auftragsnehmer, einmal durch Sub)

Was ich nicht verstehe ist, das er es erst jetzt will bei der 3.Teilrechnung und nicht von Anfang an, außerdem war bei der Auftragsbestätigung nicht sowas vereinbart. Wenn ich meinen Einkauf tätige bei meinem Großhändler (zB Waschbecken, WC) muss ich doch ebenfalls USt zahlen.

Hab ich grad da nur irgendein Denkfehler oder kann ich einfach so die Rechnung nach §13b UStG schreiben und verbuchen oder ist er im Unrecht?

...zur Frage

SKR03 - Programm tax 2016 professional - Konto 8193 Erlöse nach §25a ohne Ust. - bringt den Umsatz in der Ust-Voranmeldung auf Zeile 43?

Im SKR03 - Programm tax 2016 professional - habe ich eine differenzbesteuerte Einnahme (50.- Euro) verbucht auf Konto 8193 Erlöse nach §25a ohne Ust. - So weit so gut. Bei der quartalsweisen Ausführung der Umsatzsteuervoranmeldung ordnet das Programm nun diesen Umsatz auf Zeile 43 der Umsatzsteuervoranmeldung zu (weitere steuerfreie Umsätze mit Viorsteuerabzug) - DAS KANN DOCH NICHT RICHTIG SEIN? Nun habe ich bei tax hotline angerufen, die mir bestätigt hat, dass Kto 8193 mit Zeile 43 der Ust-Voranmeldung verbunden ist...sie wollen es mit ihrer Rechtsabteilung besprechen.etc.. Wenn ich die Ust-Voranmeldung händisch ausfüllen will über Elster-Formular finde ich aber auch keine passende Zeile! Vielleicht Zeile 48, die bezieht sich aber auf Umsätze nach § 4 Nr. 8 bis 28 UStG. Mich irritiert bei Zeile 43 (weitere steuerfreie Umsätze MIT Viorsteuerabzug) - gerade das macht man ja bei Differenzbesteuerung nicht!

...zur Frage

Wie werden Exporte und Reihengeschäfte umsatzsteuerrechtlich behandelt?

Hallo,

als Beispiel füge ich einen Sachverhalt ein:

Ich würde es so beurteilen:

Es handelt sich um ein Reihengeschäft nach § 3 Abs. 6 Satz 5 UStG, da mehrere Unternehmer über denselben Gegenstand Umsatzgeschäfte abschließen und der Gegenstand gelangt unmittelbar vom ersten Unternehmer an den letzten Abnehmer. GmbH und Glas AG schließen einen Kaufvertrag ab über 100.000 Euro. Es handelt sich um eine Lieferung nach § 3 Abs. 1 UStG und der Lieferort ist Münster nach § 3 Abs. 6 UStG. Es handelt sich demnach nach § 1 UStG um einen steuerbaren Umsatz und mangels Steuerbefreiung um einen steuerpflichtigen Umsatz. Ag kann Vorsteuer beim Einkauf von Glas AG geltend machen nach § 15 UStG. Die AG liefert nach Zürich. Nach §4 UStG sind aber Exporte in Drittländer steuerfrei. Für den Export muss die GmbH also keine Umsatzsteuer bezahlen. Transport stellt sonstige Leistung dar nach § 3 Abs. 9 UStG. Nach § 3a Abs. 2 UStG ist der Ort Berlin. Der Transport ist steuerbar nach § 1 UStG und steuerpflichtig mangels einer Steuerbefreiung.

Was haltet Ihr davon??

...zur Frage

Psychologe mit Nebenjob - Umsatzsteuer auch auf umsatzsteuerbefreite Einnahmen?

Vorbemerkung: Trotz unter Umständen nicht ganz korrekter (Steuer-) Terminologie wird hoffentlich ersichtlich, was gemeint ist :).

Angenommen ein hypothetischer psychologischer Psychotherapeut hat Sitz und eigene Praxis in einer großen deutschen Stadt. Auf die fachliche Arbeit in der Praxis (Arbeit 1) werden nach § 4 Nr. 14 Satz 1 UStG keine Umsatzsteuern gezahlt.

Nun hat dieser Psychologe noch einen Nebenjob als Praxisleitung in einer ergotherapeutischen Praxis, d.h., er führt dort keine fachlichen (u.U. umsatzsteuerbefreiten), sondern lediglich Verwaltungsarbeiten (Arbeit 2) durch.

Nach Kleinunternehmerregelung würden die Umsätze aus Arbeit 2 ja umsatzsteuerbefreit sein, wenn sie unter 17500,- EUR / Jahr lägen.

Sind die Umsätze aus Arbeit 2 in Fall X jedoch höher als 17500,- EUR müsste USt. abgeführt werden.

Die Frage ist, ob als Berechnungsgrundlage für die abzuführende Umsatzsteuer im Fall X nur die Umsätze aus Arbeit 2 genommen werden, oder ob Umsatzsteuer auf die kompletten Umsätze inklusive der eigentlich umsatzsteuerfreien aus Arbeit 1 gezahlt werden muss?

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?