5 Antworten

Aus der zitierten Meldung geht gar nicht hervor, wofür die Rechnungen eigentlich waren. Obduktionskosten (800-900 Euro) übernimmt tatsächlich die Staatskasse, außer wenn sie ausdrücklich und ausschließlich von den Angehörigen gewünscht werden. Das war hier ja offensichtlich nicht der Fall.

Inzwischen liegen weitere Informationen vor. Die Rechnungen über 51 Euro waren für den Totenschein, den nach Berliner Gesetz nun mal immer die Angehörigen bezahlen müssen. Da war die Rechtsmedizin leider etwas flotter als der Bürgermeister, der nach eigenen Angaben mit seinen Kondolenzschreiben warten wollte, bis alle Adressen von Angehörigen ermittelt worden sind. Erschwerend kam hinzu, dass die Adressen wegen einer Informationssperre der Polizei (laufende Ermittlungen) noch nicht freigegeben waren. Natürlich eine sehr hässliche Situation. Aber so ein Durcheinander kommt in großen Verwaltungen leider öfters mal vor.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/nach-terroranschlag-in-berlin-charite-bedauert-gebuehrenbescheide-fuer-opfer-angehoerige/19418808.html

Also kurze Antwort auf die Frage: Die Obduktion müssen die Angehörigen natürlich nicht bezahlen.

Das ist ja unglaublich. Dazu fällt mir wirklich kein Rechtsgrund ein, aber die Verwaltung wird die Gebührenbescheide aufgrund von irgendwelchen Paragraphen in der Gebührenordnung an die Angehörigen verschickt haben.

PatrickLassan 21.02.2017, 11:21

Einfachste Erklärung: Menschen machen Fehler, deshalb wurden die Bescheide verschickt.

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Mignon5 21.02.2017, 11:25
@PatrickLassan

Ein sehr pietätloser Fehler... man kann nur hoffen, dass sich die Behörden wenigstens entschuldigt haben.

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In der Demokratie macht alles die Macht 


AUSZUG;

Rechnung statt Kondolenzschreiben

Das Erste, was die Angehörigen vom Land erhalten hätten, sei ein Brief gewesen. Dieses habe jedoch kein Kondolenzschreiben enthalten, sondern eine Rechnung von der Gerichtsmedizin. Darin habe eine Zahlungsaufforderung mit dem Vermerk gestanden, innerhalb der gesetzten Frist zu zahlen. Anderenfalls würde ein Inkassounternehmen das Geld eintreiben. Die Stadt Berlin sagte der Zeitung, Kondolenzschreiben seien nicht möglich ......

Trauerfeier am Tag nach dem Anschlag

Teilnehmer des Empfangs im Schloss Bellevue schilderten, wie sie am Tag nach dem Anschlag von Sicherheitsleuten daran gehindert worden seien, am Trauergottesdienst in der Gedächtniskirche teilzunehmen. Das Vorgehen hätten diese damit begründet, in der Kirche säßen hochrangige Politiker. Gauck sagte dazu, er habe beim Gottesdienst nichts davon gewusst ...........

( Herr Gauck wusste also beim Gottesdienst nichtS VON Angehörigen, die draußen  standen ....und....wem er sein Beileid per Händedruck zu bekunden hat?! ARMSELIG!)

Der von Dir verlinkte Artikel enthält leider keine Angaben darüber, auf wessen Wunsch bzw. Veranlassung die Obduktion durchgeführt wurde.

Geschah dies auf Wunsch der Angehörigen, müssen sie auch die Kosten tragen.

War die Obduktion im Rahmen der polizeilichen Ermittlung notwendig, gehen die Kosten zu Lasten der Staatskasse.

Ich frage mich ein wenig, wozu Obduktionen noch dienen sollen. Eigentlich ist doch alles wesentliche klar ...

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