Warum soll man keinen Nagellack tragen wenn man in der Pflege arbeitet?

... komplette Frage anzeigen

9 Antworten

Ich erkläre es mir so, dass man es pauschal von vornherein verbietet, um auch das geringste Risiko auszuschließen dass auf welche Weise auch immer, Lacksplitter irgendwo landen könnten.

Gesetzt den Fall man vergisst mal für einen Augenblick Handschuhe anzuziehen, könnte eben genau dieser Ausnahmefall auftreten.

Hinterfragen ist ja eine gute Idee, aber manche Regeln sollte man einfach akzeptieren besonders wenn sie keinen wirklichen Nachteil bieten.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Skibomor
06.07.2017, 13:36

Grundsätzlich bin ich deiner Meinung - aber m.E. handelt es sich schon um einen gravierenden Nachteil für alle Personen, die sich eben gerne die Nägel lackieren (oder auch wegen schlechter Nagelqualität sogar lackieren sollen, weil beispielsweise sonst die Nägel einreißen).

0
Kommentar von DBKai
06.07.2017, 18:22

Die Nägel lackieren zu dürfen ist jetzt nichts existenziell und extrem wichtiges... man kann schon darauf verzichten, wenn es mehr gute Argumente dafür als dagegen gibt. Es ist mir jetzt auch nicht von großer Wichtigkeit aber verstehen würde ich gerne alles was ich täglich tue - ich möchte das ja anderen erklären können, wozu das gut ist... und warum es mehr Dinge gibt, die für diese Vorgehensweise sprechen als es Dinge gibt, die dagegen sprechen.. 

Ich zweifle daran, dass minimalste Lacksplitter im Essen viel Schaden anrichten könnten... und das Risiko, dass diese ins Essen fallen, halte ich ebenfalls für extrem gering... passiert vielleicht einmal in 365 Tage?

Wenn sie am Boden landen, dann werden sie von der Reinigung wieder weg gewischt... 

0

Risse im Nagellack, auch wenn sie nicht gesehen werden, erschweren die Handdesinfektion. Darin können such Bakterien sammeln. Gleiches gilt für künstliche Fingernägel. Die könnten nicht komplett zu 100 % dicht geklebt sein. Auch da können sich dann Bakterien sammeln.

Möglich ist auch das der eine oder andere Nagellack abplatzt. Und da könnte sich dann etwas durch den Handschuh ritzen. Auch widerrum eventuell schwierig bei der Desinfektion.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von DBKai
06.07.2017, 18:17

Die Desinfektion ist vermutlich wirklich erschwert weil das Desinfektionsmittel den Nagellack wegmachen könnte und man daher vorsichtiger vorgeht und die Nägel aussparen möchte... dort nur mit Seife ran gehen wollen würde...

Sofern man im Alltag nicht sehr oft und viel mit verdreckten Dingen zu tun hat könnten Handschuhe und Seife ausreichend sein.

1

Nagellack kann abbröckeln und wenn man evtl in der küche beschäftigt ist oder einem Bewohner essen gibt, kann der Nagellack ins essen wandern

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von DBKai
06.07.2017, 18:07

Das könnte wirklich passieren... aber so wahrscheinlich ist es nicht. Meist hält der bei mir recht gut und nur manchmal bröckelt ein klein wenig davon ab.

Wenn man Essen eingibt und mit den Nägeln nirgends ankommt, halte ich es für sehr unwahrscheinlich dass da was ins Essen rein fällt... wenn überhaupt was abfällt, dann wohl sogar eher daneben wohin und nicht direkt da rein.. und wenn es rein fällt, dann so wenig, dass man es kaum merkt... davon gehe ich mal aus...

Kleines Risiko vorhanden - aber nicht sooo groß...

0

Gut gepflegte Fingernägel mit Nagellack sind nicht grundsätzlich zu
beanstanden. Frisch aufgebrachter Nagellack führt nicht zu einer erhöhten Keimbelastung, abblätternder Nagellack ist jedoch eine Quelle für Kontaminationen. Voraussetzung ist also,dass die Oberfläche glatt ist, also z. B. der Nagellack nicht bereits teilweise abgesplittert ist.

Andererseits beeinträchtigt Nagellack die regelmäßige Händehygiene, weil die Erfahrung zeigt, dass die Hände, um den Nagellack zu schonen, nicht so häufig wie eigentlich erforderlich mit alkoholischen Händedesinfektionsmitteln desinfiziert werden.

 Daher verbietet
sich Nagellack in der Pflege und anderen patientenbezogenen Professionen grundsätzlich.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von DBKai
06.07.2017, 18:15

Warum ist abblätternder Nagellack eine Quelle für Kontaminationen?

In vielen Fällen könnte das gründliche Händewaschen mit Seife doch ausreichend sein?

Desinfektion doch eher nur wenn man mit stärker verschmutzten Dingen in Kontakt getreten ist?

Mal angenommen man arbeitet an einem Ort, wo die Mehrheit der Menschen eher gesund und reinlich sind und man nur wenig mit Stuhl und so weiter in Kontakt kommt... Handschuhe und Seife könnte da schon ausreichend sein... und nur selten wäre eine Desinfektion notwendig - nehme ich an.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass das mit wachsender Hygiene/Reinlichkeit der Bevölkerung ein Ende haben könnte und es in Zukunft öfter Pflegekräfte mit Nagellack zu sehen gibt. Irgendwann.

0

Es wurde ja bereits mehrmals korrekt beschrieben. Der Nagellack bekommt unter anderem auch durch das Desinfektionmittel Risse und Unebenheiten, so dass sich in diesen Keime ansiedeln können, da das Händedesinfektionmittel nicht mehr an alle Stellen kommt, die Keime aber sehr wohl auf einen Bewohner übertragen werden können. Die Keime können sich durch die Risse auch unterhalb des Lacks ansiedeln und vermehren.

Ansonsten hast du glaube ich eine falsche Vorstellung von der Häufigkeit einer Händedesinfektion in der Pflege und dem Schutz von Handschuhen. Vor und nach jedem Bewohnerkontakt, Kontakt mit dem Bett, mit potentiell kontaminiertem Material usw. und eben auch mindestens nach dem Ausziehen der Handschuhe müssen die Hände desinfiziert werden. Erstens garantiert kein Hersteller der Handschuhe, dass diese dicht sind und zum anderen ist die Wahrscheinlichkeit, beim Ausziehen der Handschuhe den kontaminierten Bereich der Handschuhe zu berühren, recht groß.

Hände waschen reicht in der Pflege in Bezug auf Keime in keinem Fall aus - es müssen zwingend die Hände desinfiziert werden.

Zudem hat das nicht damit zu tun, ob Bewohner "gepflegt" sind oder nicht. Jeder Mensch hatt massig Keime (egal ob pathogene oder nicht) an, auf und in sich. Da ältere Menschen durch Erkrankungen, wie z. B. einen Diabetes mellitus, oft ein schwächeres Immunsystem haben, sind sie vor jeglicher Gefahr durch Keime zu schützen. Da kann man auch nicht argumentieren wie bei Kindern, was nicht tötet härtete ab, da das Immunsystem eben durch das Alter und weitere Erkrankungen geschwächt ist und auch eine mögliche Erkrankung dadurch weit schwerwiegendere Folgen haben kann.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von DBKai
07.07.2017, 17:55

Privat fasse ich andere Leute egal ob alt oder jung - auch mit Nagellack-Händen an und hab mir noch nie was dabei gedacht - ist auch noch nie was Schlimmes dabei passiert.

Generell finde ich das Argument mit den paar Keimen die sich in Rissen vom Nagellack ansammeln können etwas albern... 

Für mich wäre es ok von jemandem gepflegt zu werden der jeden Tag gestylt ist und trägt was immer er tragen will... egal ob ich jung oder alt bin... Das Einzige was ich mir wünschen würde wäre dass ich bei Zeit mit der Person gut reden kann und sie in der Regel nett ist - dann wäre ich schon rundum zufrieden. 

Das mit der Händedesinfektion in Altenheimen halte ich auch - so wie du es schreibst - für maßlos übertrieben. Würde ich so albern finden. Wenn man mit Stuhl zu tun hat zieht man sich eben Handschuhe an und wenn man was auf die Hände bekommt oder sich da nicht sicher ist, dann desinfiziert man sich diese eben... Bei allen anderen kleineren Verschmutzungen dürfte Seife völlig ausreichen. Ich arbeite ja nicht in einem OP - sondern im Heim.

Wie kommst du auf den Gedanken dass man so oft desinfizieren sollte? Kommt mir dumm vor... kann mir nicht vorstellen, dass so etwas in einem seriösen Buch empfohlen wird. 

Mag schon sein, dass jeder Mensch überall an sich Keime hat und trotzdem fasse ich privat andere Leute auch ohne Handschuhe an und werde umgekehrt auch ohne berührt und nie wurde ich dadurch krank... nie so dass es mir bewusst gewesen wäre, dass es an sowas gelegen wäre... Diese Keime sind eben vorhanden und das ist normal... man muss sie nicht abtöten, wenn sie keine Gefahr darstellen und das sind sie ja in der Regel nicht. 

Man kann alles ins Negative übertreiben - ich würde es so nicht machen wollen und wäre ich ein Bewohner würde ich von solchen Pflegekräften wenig halten und mir "normale" Leute wünschen... die sich auf das Wesentliche konzentrieren und sich nicht unnötig mehr Arbeit aufhalsen, die eh eher sinnlos ist. 

Die Dosis macht das Gift - Hygiene ist schon gut aber man kann alles übertreiben. 

1

Trotz Handschuhen sollte man die Hände desinfizieren. Es geht ja nicht nur um die Intimpflege an sich. Keime werden auch anderweitig übertragen. Tragen von Handschuhen befreit nicht von der desinfektionspflicht.

Bei künstlichen Nägeln wird noch strenger agiert. Hier bilden sich immer kleine Spalte die man mit der Desinfektion nicht erreicht. deshalb ist das ein absolutes NoGo.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von DBKai
06.07.2017, 18:11

Gutes Argument. Das Desinfektionsmittel könnte den Nagellack gleich beseitigen, sofern man nicht gut aufpasst, dass an die Nägel nichts davon rankommt.

Keime werden auch anderweitig übertragen - Hast du hierfür Beispiele?

Desinfektion nur wenn man mit Keimen in Verbindung getreten sein könnte - also Intimpflege - oder wenn etwas oder jemand sehr verschmutzt ist. Sonst sollte Seife völlig ausreichend?

Wenn es um die Arbeit im Heim geht, wo in Zukunft vermutlich immer besser gepflegte Leute leben werden - dann wird das wahrscheinlich immer lockerer gesehen werden, weil es dadurch ja immer unnötiger wird sobald die meisten Leute einen insgesamt besseren Gesundheitszustand erreicht haben.

0

Professionelle Pflegefachleute tragen die Nägel kurz und nicht lackiert, und schon gar keine aufgeklebten Teile.

Nur kurze Nägel, die nicht über die Fingerkuppen ragen, ermöglichen ein gutes Palpieren, wie suchendes Abtasten und durch unterschiedlichen Druck auf der Haut oder in der Tiefe des Körpers etwas zu diagnostizieren zu können.

Lackierte Nägel haben nicht nur feine Risse für Keime, sie verstecken auch die dunklen  Schmutzansammlungen unter den Nägeln. Wer es genau wissen will, sollte mal täglich unter die lackierten Nägel der Kolleginnen schauen.

Grauslich, wenn man sieht, wie viele Hautschuppen und sonstige Reste da ein wahres stinkendes Biotop bilden, weil man z.B. bei Handverletzungen den Lack entfernen und die Nägel kürzen muss.

Aus meiner langjährigen Erfahrung mit lackierten Mitarbeiterinnen kann ich leider sagen, dass sich diese häufig vor körperlich anstrengenden Arbeiten und anspruchsvollen Pflegeverrichtungen drücken. Dabei könnten ja die "schönen" Nägel kaputt gehen. Da steht also der Schutz der vermeintlichen Schönheit weit über aller Vernunft für hygienische und arbeitstechnische Anforderungen.

Deshalb mag ich auch in anderen Berufen Leute mit langen oder lackierten Nägeln nicht besonders. Mehr Schein als Sein .... ist nicht meine Sache.

lg mary 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von DBKai
08.07.2017, 15:36

Das kann so sein, dass sich unter den Nägeln manchmal Schmutz befindet - aber das ist eigentlich egal ob lackiert oder nicht.

Und es kann genau so sein, dass die Person gepflegte Hände hat und sich da kein Schmutz darunter ansammelt - die Gefahr vor Keimen schätze ich da sehr gering ein.

Es sollte natürlich nicht so sein, dass die Person sich aufgrund von ihren Nägeln von der Arbeit drückt. Es sollte einen klaren fair zugeteilten Ablaufplan geben und den sollte die Person erfüllen können. Bei Problemen kann man ja mal reden...

Ich hab nichts gegen lackierte Nägel - mir kommt es so gut wie überall NUR darauf an, dass jemand in der Regel nett ist und man mit der Person möglichst normal über alles reden kann - bei Zeit! Wenn das gegeben ist, dann bin ich eigentlich so gut wie immer rundum zufrieden mit der anderen Person. 

Probleme habe ich nur mit Leuten, mit denen man nicht normal über etwas reden kann - die häufig unfair handeln und nichts daran ändern zu wollen scheinen - aber mit solchen Leuten hätte gewöhnlich dann ja jeder Probleme, da man sich dann ja schwer/nicht gegen sie wehren kann und sie einem den Tag unnötig schwer machen. 

Sofern Kommunikation möglich ist und man sich immer wieder für Gespräche zusammen setzt, kann so gut wie jedes Problem gelöst/behoben werden - theoretisch.

Unter professionell verstehe ich auch vor allem Fairness, Ehrlichkeit, nettes Verhalten und die Möglichkeit auf Augenhöhe normal über alles zu kommunizieren (in der Regel und wenn Zeit vorhanden ist - bzw. kann man sich ja mal einen Termin vereinbaren). 

Lackierte oder auch etwas längere Nägel - solange sie die Arbeit nicht behindern - sind mir hingegen egal. Wenn die Arbeit gemacht ist/wird - besteht ja noch kein Problem.

0

Das wird inzwischen schon lockerer gehandhabt. Ich habe seit 20 Jahren Gelnägel und bin selbst in der Pflege tätig.

Beim Einstellungsgespräch vor 5 Jahren habe ich klipp und klar gesagt, dass ich darauf nicht verzichten würde, und habe die Stelle trotzdem bekommen mit der Auflage "diese Nägel dann aber immer sauber zu halten".

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von DBKai
06.07.2017, 18:04

Solange du deine Aufgabe mit diesen Nägeln trotzdem gut erfüllen kannst, fällt mir kein Gegen-Argument dafür ein. 

0

Nagellack das wird oft in verbindung mit langen Fingernägeln gemacht, und das ist ein Absolutes TABU in der Medizin und Pflege.

In der Pflege da geht es um "anpacken" und "helfen". Als Modepuppe ist man da definitiv am falschen Platz.

Sowas kann man nach Feierabend machen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von DBKai
06.07.2017, 18:03

Ich kann verstehen, dass man nicht all zu lange Fingernägel haben sollte, da man die Bewohner/Patienten sonst eher mal kratzen könnte - es schwerer ist Handschuhe zu tragen und man weniger gut anpacken kann ohne sich dabei einen Nagel abzubrechen = ok - kann ich mit meinem Gehirn verstehen.

Wenn man aber eher kürzere Nägel hat und die lackiert sind, sollte das allerdings kein gröberes Problem darstellen und könnte etwas Pep in den Alltag bringen.

Man kann sich ja auch ruhig ein wenig aufhübschen und modisch sein... das hindert noch nicht daran die täglichen Aufgaben gut zu erledigen - das ist ja das Wichtigste, dass man das in der Regel gut bewältigen können soll...

0

Was möchtest Du wissen?