Warum soll die Frau im Beruf gleichberechtig sein?

11 Antworten

Ich finde es interessant, wie du von einer Frau auf alle schließt. Ich kenne auch nur eine Frau die im Bereich Garten-/Landschaftsbau arbeitet und die ist stärker als viele ihrer Kollegen. Trotzdem würde ich davon nun nicht verallgemeinern, dass alle Frauen in dem Bereich stärker sind. Zudem das sogar ein Job ist, wo man mit Festgehalt und kleinem Leistungs-Boni arbeiten könnte, dann wäre es wieder fairer. Wer mehr schafft bekommt auch etwas mehr Geld, die Leistung ist ja gut messbar.

Natürlich gibts auch Berufe, wo das weniger die Rolle spielt und eine Gleichberechtigung ok wäre, nur eben nicht pauschal aus meiner Sicht.

Dann überlege doch mal, in wie vielen Berufen das überhaupt heutzutage noch eine Rolle spielt. Egal ob Anzahl der Berufe oder Anzahl der Arbeitnehmer die so einen Beruf haben, das wird zur Gesamtsumme eine sehr geringe Zahl sein. Trotzdem verdienen Frauen in vielen Berufen weniger als Männer mit gleicher Arbeit und Qualifikation, eben auch vielen wo es nicht an der Arbeitsleistung geht und genau darum dreht sich ja eigentlich die ganze Lohn-Debatte.

In Pflegeberufen muss man auch hohe Gewichte schleppen, trotzdem findet man dort noch immer überwiegend Frauen und es läuft trotzdem. Einfach weil man die Kraft mit der Zeit auch entwickelt, schlicht weil man sie braucht.

Zudem gibt es in vielen Berufen mitlerweile ja Hilfsmittel, die körperliche Kraft ersetzen.

Eine weitere Sache ist ja auch die (auch wenns sich komisch anhört), dass bei guten / gleichen Verdienstmöglichkeiten generell sich Frauen sicher immer mehr für Karriere entscheiden, wo keine Kinder hineinpassen, was ja schlecht ist für die Gesellschaft, da Nachkommenzahlen ja eh schon schwinden.

Das könnte man schon recht einfach lösen, wenn Männer sich in höherer Zahl beteiligen und auch nenneswert Elternzeit nehmen würden und die Betreuungsmöglichkeiten für Kinder besser und vor allem planbarer wären. Würden beide Elternteile sich gleich einbringen, würden Arbeitgeber auch wo es geht flexibler werden, weil "alle" Arbeitnehmer das einfordern und brauchen.

So könnten Frauen früher und mit mehr Stunden in den Job zurück kommen.

Die Pandemie war doch nun bestes Beispiel, dass es nicht läuft und Eltern mit Kindern oft einfach komplett alleine gelassen wurden. Und das Elend ist ja noch immer nicht vorbei, während Erwachsene fast wieder normal leben können sind gerade die Angebote für Kinder noch immer ausgesetzt oder massiv eingeschränkt.

Du ahnst nicht, wie oft ich für Kollegen gerade zur Zeit der Schul- und Kitaschließungen eingesprungen bin, noch mehr Überstunden als sonst gemacht habe, weil sie ihre Kinder betreuen mussten. Gab einfach keine Allternative, der Staat hat sie komplett hängen lassen. Zum Glück war es für unseren Chef ok, solange alles läuft. Aber auch hier hat sich gezeigt: Oft mussten wieder die Frauen einspringen, einfach weil man es von denen erwartet hat.

Ein Bekantner mit zwei Kita-Kindern (3 und 5) meinte zu mir, als er bei seinem Chef Anfang von Corona ansprach, dass die Kita ja zu sei und er da auch unterstützen müsse, kam nur die blöde Frage ob er seine Frau denn nicht im Griff habe und warum die das nicht übernimmt. Als er dann meinte, weil sie auch arbeitet und sie es sich teilen, meinte der noch was nachdem Motto: Dass sei doch nicht sein Problem, wenn seine Frau ihren Alltag nicht koordiniert bekommt, er sehe nicht ein warum er seinen Mitarbeiter da flexibler einsetzen sollte und von der Kernarbeitszeit abweichen. Dabei war es ein Bürojob im Homeoffice, wo es keine dringenden Gründe gibt, immer zu festen Zeiten zu arbeiten. Termine hätte er ja trotzdem wahrgenommen. Er hat da mittlerweile gekündigt. Aber diese Haltung vom Arbeitgeber ist leider kein Einzellfall, sowas habe ich öfter gehört.

Ganz ehrlich, davor war ich schon unsicher ob ich Kinder möchte, die Pandemie hat es aktuell zu einem entschiedenen nein gemacht. Denn so stark ist mein Kinderwunsch nicht und ich sehe keinerlei Anreize warum ich mir das antun sollte, als beruflicher, finanzieller und privater Sicht.

Denn ein klassisches Hausfrauenleben kommt für mich nicht in Frage, wenn ich einen Partner habe muss der ebenso im Haushalt mithelfen, bin ja nicht seine Putzfrau und Köchin. Früher hätte ich keine Chance gehabt mein jetziges Leben zu leben, aber da wäre ich dann auch nicht so glücklich gewesen.

Das Problem existiert in der Form gar nicht. Leistung wird in den meisten Bereichen eh nicht erfasst und es ist normal, unabhängig des Geschlechts, das man Menschen hat die mehr leisten oder weniger leisten.

Auch muss man sich natürlich nicht etwas suchen, wo man aufgrund seines Körpers benachteiligt ist. Wenn ich kleinwüchsig bin, dann ist ggf. der Traum ein NBA Basketballer zu werden einfach ungünstig. Gerade hierzulande haben wir doch viele Jobs, wo man nicht körperlich ran muss. Und die körperlich schweren Jobs meiden Frauen ja auch, da haben wir meist eine Männerquote von 80-90% oder höher.

Die Gleichberechtigung existiert aber schon. In Tarifverträgen usw. ist es eh nicht erlaubt jemand gemäß seines Geschlechts zu benachteiligen.

Der große Gehaltsunterschied entsteht ja durch verschiedene Tätigkeiten, Verantwortung und Stundenanzahl.

Wenn man sich die bereinigten Daten anschaut, dann sind das nur noch wenige Prozent. Der Unterschied zwischen Mann und Frau ist dann kleiner als der Unterschied zwischen dem, was Männer und Frauen in den Gehaltsverhandlungen fordern.

Gründe sind da vielseitig. Das fängt bei der Erziehung und Gesellschaft an, wo dem Mann eingebläut wird, er hat erfolgreich zu sein, soll eine Familie durchbringen können usw. Mal davon ab, dass er sich meist eher mit teuren Statussymbolen bemerkbar machen möchte. Auch sind Männer Risikobereiter. Unter den Männern ist dafür vor allem der Testosteronspiegel verantwortlich.

Daneben muss man sich auch bewusst machen, dass Frauen sehr viel seltener gründen und damit in der Position sind Leute einzustellen und wenn sind es gerade Frauen, die eher reine Frauenteams zusammenbasteln.

Das alles soll nicht heißen, dass es nicht hier und da irgendeinen Macho Chef geben wird, der gar keine Frauen einstellt oder zu einem schlechteren Gehalt. Da ist es dann an der Frau ihm den Stinkefinger zu zeigen und weiter zu ziehen. Zur Not haben wir eben bei 44% der Arbeitsplätze einen Tarifvertrag.

Overall halte ich diese ganze Paygap Geschichte aber eh für angeheizt von Arbeitgebern und co. die sich dann auch gerne vermarkten damit, dass sie sich für gleiche Bezahlung einsetzen usw. Wir reißen uns gegenseitig den Kopf ein für 4-6%, während die Lücken zwischen bereits gut bezahlten Facharbeitern und Vorständen teilweise 10.000% ausmachen. Klar haben die Leute mehr Verantwortung aber ist das noch in irgendeiner Weise rational zu erklären?

Woher ich das weiß:Beruf – Softwareentwickler/Projektleiter seit 2012

Du hast da definitiv einen Punkt. Grade bei Handwerklichen Berufen ist das schwer. Zudem ist es bei Bürojobs natürlich auch so das Frauen in Mutterschutz gehen könnten etc.

Schön wäre gleiches Gehalt natürlich aber praktisch ist sowas eher schwierig.

Handwerker gibt es kaum mehr in D. Ausländer werden eingesetzt. Und Mutterschutz ist nur eine geringe Zeit, die Kindererziehung die geht dann länger, aber da soll ja modernerweise der Mann das machen (oder zumindest mitmachen).

0
@adelaide196970

"Handwerker gibt es kaum mehr in D. Ausländer werden eingesetzt. " So sieht das Werkstück dann meist auch aus! Mein Vermieter wollte auch das Dachfenster billigst von Polen austauschen lassen und dann war das Dach kaputt die Solaranlage kaputt musste Gerüst gestellt werden für 5Monate und der Witz ist das verbaute Fenster wurde auch noch beim Einbau beschädigt. Ich als Mieter musste 5 Mal anwesend sein und denen erklären wie das Alte rausgemacht wird, einfach peinlich sowas.

0
@adelaide196970

Das tut der eben meist nicht, weil er besser verdient und man gerade mit einer jungen Familie lieber das höhere Gehalt mitnimmt. Klar gibt es Ausnahmen. Da geht es nicht um modern oder Ideale, sondern um Euros.

0
@adelaide196970

Kann man so nicht pauschalisieren. Ja, ein Teil der Handwerker in Deutschland haben keine deutschen Eltern. Aber es gibt trotzdem einen nicht zu ignorierenden Teil an deutschen und auch guten Handwerkern.

0

Nun da Frauen nun auch arbeiten gehen, konnten die Arbeitgeber die Löhne der Männer senken.

Jetzt arbeiten beide mit schlechterem Lohn und die Leidtragenden sind der Nachwuchs.

Es ist in den meisten Berufen durchaus sinnvoll gleich zu bezahlen, es gibt auch Berufe in denen Männer schlechtere Arbeit machen als Frauen.

Wenn es um Multitasking mit Kommunikation geht z.Bsp., im übrigen gibt es auch Zwischengeschlechtliche Menschen, wie vergütet man die denn?Die Wissenschaft kennt 5 Zwischenstufen von Mann und Frau.

Nun beim Arbeitsschutz gibt es für Maurer, Unterschiede Frauen max.15KG Männer 25KG daher kommt es schon zu verschiedenen Leistungen.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

die Löhne sind gesenkt worden seit der Agenda von Schröder und auch durch die Grenzöffnungen durch die EU. Es kamen zu viele, die billig arbeiten.

Es ist nicht deshalb, weil die Frauen auch arbeiten. Die arbeiten schon seit 50 Jahren, meistens mit Doppelbelastung.

0
@adelaide196970

Ja das Frauen auch arbeiteten ist schon 50 Jahre her aber vorher hatten die Chefs Höhere Löhne zu zahlen schließlich musste der Mann die Frau mitfüttern, Später kamen nocht Italienische und Türkische Gastarbeiter in den 90ern die Russlanddeutschen und die Ossis dann die Syrer und Erithräer. Die Bonzen finden immer wen mit dem sie die Arbeiterklasse pressen können nicht für Höhere Löhne sich organisieren zu wollen!

0

Zum ersten Thema: Da wo viel körperliche Anstrengung vonnöten ist, da bewirbt sich keine Frau und auch kein schwacher Mann. Da braucht man also keine gleiche Bezahlung.

Zum zweiten Thema: Das Kindererziehen passe nicht in die Geichberechtigung bei den Berufen? Ja, darum soll ja in Zukunft der Mann zu Hause bleiben und die Kinder erziehen. Zumindest eine Zeitlang.

Was möchtest Du wissen?