Warum soll die Deutsche Wehrmacht so schlecht gewesen sein?

14 Antworten

Die deutsche Wehrmacht hatte das gleiche Problem, das fast alle Soldaten haben. Sie werden/wurden so gedrillt und unterlagen einem Gruppenzwang. Das ändert aber nichts daran, dass sie für ein Regime gekämpft haben, das immer wieder zu Handlungen, die gegen Kriegskonventionen verstoßen haben, aufgerufen hat.

Es ist die Frage, die immer wieder im Raum steht. Es ist egal, ob es sich um Soldaten im 3.Reich oder um Mauerschützen in der DDR handelt. Die Frage ist, ob man sich einfach mit "Ich habe nur Befehle befolgt und konnte gar nicht anders" heraus reden kann. Wenn man erkennen kann, dass ein Unrecht begangen wird, dann hat man im Grunde die moralische Verpflichtung diese Befehle nicht auszuführen.

Krieg verroht Menschen auch noch zusätzlich. Es kann nicht bestritten werden, dass es Verbrechen durch deutsche Wehrmachtssoldaten gegeben hat. Naja, eigentlich kann man das nicht bestreiten, aber manche versuchen es trotzdem. Das bedeutet aber nicht, dass alle Soldaten so unterwegs waren. Es gab welche die haben sich zurückgenommen, wenn es zu Unrecht kam und andere, die bereitwillig und freudig dabei waren.

24

Ich war Soldat bei der Wehrmacht und hatte nach dem Krieg mit Soldaten unserer Gegenüber gesprochen. Ich habe oft die Frage gestellt. Warum haben wir aufeinander geschossen?

Die Antwort war immer die gleiche: Weil wir mussten!

2

Ich war Soldat bei der Wehrmacht. Von Dezember 1942 bis zur Gefangennahme im August 1944 in der Normandie.

Es herrschte eine äußerst strenge Disziplin. Vergewaltigungen und Plündern wurden schwer bestraft. Ich habe keinen Fall erlebt.

Ich war in der Ukraine. Das Verhältnis zur Bevölkerung war sehr gut. Ebenso in Frankreich.

All das kann ich durch Briefe an meine Eltern belegen, die meine Mutter gesammelt hat.

Wäre die Wehrmacht so schlecht gewesen, hätte man die Berufssoldaten im kalten Krieg nicht wieder eingezogen. Da standen sie sich plötzlich in Ost und West gegenüber. Auch in der Nato wurde die Bundeswehr willkommen geheißen. Die Bundeswehr basiert auf der Tradition der Wehrmacht. Wer anders hat die Rekruten der Bundeswehr nach dem 2. Weltkrieg ausgebildet?

Woher ich das weiß:
eigene Erfahrung
51
2
24
@atzef

Die "systematischen" Vergewaltigung kann ich nicht nachvollziehen. Ich war 1943 in der Ukraine. Das Verhältnis zur Bevölkerung konnte nicht besser sein.

Ich war an verschiedenen Orten in Frankreich. Auch da war das Verhältnis zur Bevölkerung sehr gut. Da gab es von der Wehrmacht kontrollierte Bordelle. Geschlechtskrankheit war dort verbreitet.

In Holland hat man etliche Frauen nach dem Krieg kahl geschoren, die ein Verhältnis mit deutschen Soldaten hatten. Die waren nicht vergewaltigt worden.

Ich besitze noch viele Briefe an meine Eltern in denen das Verhältnis zur Bevölkerung beschrieben ist.

1
51
@wolfgangniem11

Wo willst du denn 1943 in der Ukraine im Einsatz gewesen sein? Die Fakten liegen in ausreichender Zahl auf dem Tisch, um lückenlos Verbrechen der Wehrmacht auch und gerade in der Ukraine zu dokumentieren.

1
24
@atzef

Juni 1943 bis Oktober 1943. südlich Charkow, Isjum Dnjepr. 328 Infanterie Division. Die "Wast" weis mehr.

Dazu noch einen Auszug aus einem Brief an meine Eltern vom 16.6. 43 aus dem Hinterland der Front, der noch im Original vorliegt

....Mein Quartierswirt sagte zu mir"Sie schreiben Mutter, schicken 1/2 kg für machen Hemd schwarz.......Wenn ihr solche Farbe auftreiben könnt, schickt sie bitte bald.......

Der Mann war im 1. Weltkrieg 3 Jahre in deutscher Kriegsgefangenschaft und sprach relativ gut deutsch. Seine Einstellung zu Stalin und der Bevölkerung war alles andere als gut (Holodomor). Warum hatten wir wohl so viele "Hiwis" Hilfswillige, die sich freiwillig gemeldet haben. Es waren mehr als wir brauchen konnten.

Das sind erlebte Fakten!

0
21
Ich war in der Ukraine. Das Verhältnis zur Bevölkerung war sehr gut.

Es ist gut möglich, dass das Verhältnis der "Herrenmenschen" der Wehrmacht zu den Ukrainern "sehr gut" war, schliesslich durften diese "Herrenmenschen" ja befehlen, stehlen, plündern,vergewaltigen, erschiessen und mussten keinerlei Strafe befürchten, denn der "Kriegsgerichtsbarkeitserlasse" hob Strafbarkeit der Verbrechen an der Zivilbevölkerung de facto auf, der "Kommissarbefehl" lud zum Massenmord ein.

Umgekehrt war das Verhältnis der Ukrainer zu den deutschen "Herrenmenschen" wohl weniger gut.

Schliesslich haben 25% der Bevölkerung der Ukraine im 2. Weltkrieg ihr Leben verloren.

Das war unter anderem darauf zurück zu führen, dass die Deutschen die lokale Zivilbevölkerung systematisch ausplünderten, um sich selbst zu versorgen, und dabei den Tod von 20 bis 30 Millionen Menschen billigend in Kauf nahmen (siehe "Backe-Plan", auch "Hunger-Plan" gennant).

Denn ganz allgemein war das Ziel der Deutschen, die Bevölkerungen in Osteuropa zu "dezimiieren", konkreit in der Ukraine wollten sie langfristig 60% der Bevölkerung ermorden, um "Lebensraum" für deutsche "Herrenmenschen" u schaffen.

Insgesamt war im "Generalplan Ost" vorgesehen, ca. 120 Millionen Menschen in der UdSSR, Polen und tschechien zu ermorden.

1
21

Wenn ich an diesen verbrechen beteiligt gewesen wäre, würde ich lieber schweigen.

Der Überfall auf die Ukraine an sich war ein Verbrechen.

Und ich möchte nicht wissen, was Sie in der Ukraine alles gemacht haben und verschweigen...

1
21
@wolfgangniem11

Meine Vorfahren waren dabei, und sie haben keine gute Erfahrungen gemacht, mit den Deutschen.

Die einen wurden nach Theresienstadt deporiert und haben es aufgrund der schrecklichen Bedingungen nicht überlebt. Die anderen wurden nach Terblinka deportiert und dort ermordet, weitere wurden in Maly trostinec von den Deutschen ermordet.

Wenn ich ein Deuscher aus dieser Generation wäre, würde ich mich nicht damit brüsten, dabei gewesen zu sein, sondern mich ganz klein machen und beschämt schweigen.

Obwohl,es hat auch Vorteile, wenn Kriegsverbrecher sich brüsten, Otto gröning hat im Rahmen von Vorträgen vor Schülern zugegeben, wie er an den Mordaktionen in Auschwitz beteiligt war, und deshalb konnte man ihn vor Gericht stellen, wenn auch viel zu spät.

Ich will ja nicht wissen, was Sie alles in der Ukraine und in Frankreich gemacht haben und hier verschweigen.

Die Darstellung, dass die Ukrainer es super-lässig unter den Deutschen hatten ist auf jeden Fall falsch.

was stimmen kann ist, dass die Ukrainer sihc den Deutschen, die Macht über Leben und Tod hatten, sehr unterwürfig zeigten, und dass das bei deutschen "Herrenmenschen" wie Ihnen sehr gut ankam, weil man dann als junger Bursche von 18 bsi 20 Jahren das Gefühl haben konnte, jemand zu sein...

0
24
@stranger5431

Ich würde mich schämen, Menschen zu verurteilen, die mit 18 Jahren und jünger gefallen sind gefallen sind. Die inzwischen gestorben sind und sich nicht wehren können gegen Verleumdungen.

Sadisten gibt es auch heute wieder zur genüge.

1
39
@stranger5431

Die Frage ist schon etwas älter, ich möchte aber etwas Frieden in diesen Disput bringen. Natürlich möchte ich die Wehrmacht nicht verteidigen, ich habe auch einige Bücher dazu gelesen, wie zum Beispiel die Abhörprotokolle in Neitzels: "Soldaten".

Und trotzdem denke ich, dass es wirklich verschiedene Erlebnisse und Perspektiven aus diese Zeit gibt, die man nicht auf alle beziehen kann.

Es tut mir leid um das Schicksal deiner Vorfahren.

Mein Oma war Polin, in Warschau geboren und aufgewachsen während des 2.WK die Daten kenn ich gerade nicht, sie ist schon länger tod. Sie hat mir jedoch davon berichtet, wie der Krieg für sie war und wie sie die deutschen Soldaten erlebt hat. Ein Bericht bezog sich auf ihren Arbeitsdienst in Braunschweig. Laut eigener Ausage wurde sie dort gut behandelt, sie durfte gemeinsam mit ihren Schwestern ihren Hund behalten und die Soldaten haben Zigaretten mit ihr geteilt etc.

Deshalb möchte ich auch zur individuellen Differenzierung und friedlichem Umgang miteinander mahnen. Ich habe auch mit einem 90 jährigem gesprochen, der ganz andere TÖne anschlägt, z.B. ggb Juden und Polen- der war ein widerlicher Holcaustleugner, dem die HJ noich im Hirn steckte.

0
24
@Gugu77

Vielen Dank für die Antwort. Wer in der NS Zeit aufgewachsen ist, wurde manipuliert. Es gibt Menschen, die daraus nichts gelernt haben.

Es gibt aber auch heute Mensche, die die Geschichte nur schwarz/ weiß sehen. Das fördert die Meinungsmache und Extremisten.

1

Gab es an der Wehrmachts-Front so etwas wie emotionale Gänsehaut-Momente unter den Soldaten, in jenem Moment, an dem der Sieg noch greifbar erschien...?

...gibt es Literatur, die sich mit der Psychologie der von Soldaten an der Front befasst?

...zur Frage

Warum hat sich das Deutsche Militär so "verschlechtert"?

Wieso hat sich das Deutsche Militär so "zum Negativen" verändert ? Wenn man an Preußen denkt,waren "wir" eine der besten Armeen die es gab,das selbe bei der Wehrmacht (ich rede vom Millitär,nicht von der Ideologie!) und bei der NVA.Allerdings kommt es mir (gibt ja genug Videos etc) als wäre die Bundeswehr keine richtige Armee mehr,zumindest keine Gute (Technik,Heer allgemein,die Heer stärke).Wieso hat sich das so verändert,oder wie seht ihr das ?

...zur Frage

Kurze Frage zum II Weltkrieg?

Und zwar bedeutet 9 Infanterie Regiment = 9 Armee

...zur Frage

Waren die Soldaten der Wehrmacht, SS und co. im Vergleich schlecht?

Mich würde es mal interessieren ob die Soldaten der Wehrmacht usw. im Verlgeich zu anderen Soldaten im Kampf schlechter waren? Also von der Ausbildung, Kampfgeist, Körperliche Verfassung und co.? In den meistem ww2. Filmen werden sie ja oft sehr schlecht dargestellt bzw. Eine hand voll us soldaten eine überzahl an nazis tötet und dann gewinnt, aber auch menschen wie ljudmila michailowna Pawlitschenko mit 309 Abschlüssen oder Wassili Grigorjewitsch Saizew 292 abschüssen welcher zusätzlich 28 soldaten ausbildete welche nach angaben 3000 deutsche töteten. Ist das nicht ein bisschen viel oder waren die Deutdchen Soldaten nur zu unefahren und schlecht ausgebildet?

...zur Frage

Warum meinen viele ,dass die nva "schlimmer" war als die wehrmacht?

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?