Warum sind viele Türken nicht religiös?

17 Antworten

Hallo, wie manche schreiben, dass Türken nicht unbedingt Moslems sind, ist falsch. So gut wie alle Türken sind Moslems auch wenn sie nicht religiös sind. Das ändert nichts daran, dass sie sich in der Regel mit dem Islam identifizieren.

Also, was deine Frage betrifft, so glaube ich, dass es daran liegt, dass Türken viel heterogener sind als Pakistaner oder Araber. Unter den Türken gibt es auch viele Kurden, Tscherkessen, Lazen, Balkan-Türken usw.. Manche sind relativ spät zum Islam konvertiert oder haben den Islam aufgrund gesellschaftlichem Prestige angenommen oder um weniger Steuern im Osmanischen Reich zu bezahlen. Die Erziehung der Kinder hatte sicherlich auch Einfluss auf die Religiösität. Ein paar sind einfach von sich aus nicht religiös und manche haben eine Ablehnung gegenüber Arabern, weil die Wahabiten gegen die Osmanen gekämpft haben. Es kann unterschiedliche Gründe geben.

Die Türken die ich bis jetzt persönlich oder vom Sehen her kennengelernt habe und fünf mal am Tag beten, die beten so gut wie ALLE zusätzlich die freiwilligen Sunnah-Gebete. Das ist bei sehr sehr vielen nicht-türkischen Muslimen nicht der Fall.

Die Türkei war lange (und ist auf dem Papier immer noch) ein laizistischer Staat, in dem die Religionsgemeinschaften nicht die staatsprägende Rolle gespielt haben wie in anderen islamischen Ländern.

Eine ähnliche Prägung findest du auch in Ländern wie Turkmenistan oder Aserbaidschan, die jahrzehntelang sowjetisch waren.

Religion war (und ist) in diesen Ländern, so wie bei uns, weitgehend Privatsache und Atheismus oder liberale Religionsausübung ist weder verboten noch wird sie staatlich sanktioniert.

Seit Gründung der Türkischen Republik durch Atatürk wurde lange Zeit eine Politik in der Türkei verfolgt, die Türkei zu entislamisieren. Die Muslime, die größe Mehrheit der Bevölkerung wurde unterdrückt und in ihrer freien Religionsausübung gehindert und auch ethnische Spaltung wurde betrieben.

Es wurde erschwert (bzw teilweise auch verboten) den Islam zu lehren und lernen.
Mit dem Rückfall des Islamischen Wissens ist auch die Praxis weit zurückgegangen.

Ich glaube zwar, dass ein Großteil der Bevölkerung noch den Islamischen Glauben hat, jedoch mangels Bewusstsein/Wissen die Praxis leider nicht als wichtig anerkannt wird.
Das wiederum führt dazu, dass immer mehr Leute unreligiöser werden.

Jetzt seit 2002 ist nun eine Partei an der Macht, die den Muslimen wieder ihr Recht auf freie Religionsausübung geben will und die Menschen, ungeachtet ihrer Religion oder Ethnie, in Freiheit leben lassen will.

Jedoch wird leider aus jeder Richtung versucht das zu verhindern und die Türkei zurück die vergangene grausame zu schleudern...

ItsJustMe38: Na dann kommt ja vielleicht die gute alte Zeit wieder zurück und man besinnt sich wieder auf gut bewährte Traditionen, wo Frauen sich in Anatolien zusammen kauern mussten, wenn ein Mann vorbei ging.

Wenn erst das Kalifat aufgebaut ist, dann findet wohl in Deutschland eine große Auswanderungswelle statt. Die Rentenbezüge aus dem Land der Kuffar werden selbstverständlich in das Kalifat Erdowahn der Prächtige, mitgenommen, ist ja Ehrensache.

Zumindest hätte sich dass Wohnungsproblem in Städten wie Berlin dann von selber gelöst und Parallelgesellschaften hätten sich dann auch weitgehend erledigt, dann brauchen sich fundamentalistische konservative Muslime nicht mehr von den Kuffern abgrenzen. Vielleicht kommen dann im Kalifat, die weiblichen Babys direkt vollverschleiert auf die Welt.

Ist doch eigentlich noch nicht mal so schlecht!

 

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und die Menschen, ungeachtet ihrer Religion oder Ethnie, in Freiheit leben lassen will.

Ich habe ne Freundin in der Türkei (die übrigens auch Muslima ist), welche dir für diesen Kommentar wahrscheinlich gerne den Koran entgegen schleudern würde. Die könnte dir einiges erzählen. 

"Freiheit" wird immer mehr zum Traum in diesem Land, jedenfalls dann, wenn man gebildet und ehrlich ist so wie meine Freundin. Aber möglicherweise wird sie dir das schon bald selbst erklären können. Kürzlich meinte sie, dass sie fürchtet, das Land verlassen zu müssen. Nicht, weil sie etwas gegen die Türkei an sich hätte, sondern weil sie sich und ihre Familie zunehmend in Gefahr sieht. 

Aber gut, Leute wie du werden wahrscheinlich auch einen Grund finden, das zu rechtfertigen oder gar zu vertuschen. Leider. 

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