Warum sind US-Behörden immer Vorreiter wenn es darum geht Verbrechen von Firmen in der ganzen Welt aufzuklären?

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2 Antworten

Lieber Fifahasser,
die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) wollen keineswegs eine Art „Weltpolizei“ sein; aber das Verständnis von Gerecht und Ungerecht,
von Strafe-nach-bewiesenen-Straftaten ist ausgeprägt und dann greifen die
Justizbehörden auch kräftig zu. Ganz und gar nicht können die US-Gerichte Spaß verstehen, wenn bewusst gegen USA-Gesetze verstoßen wird.

Das z.B. ist der Grund, warum VW in den USA sehr kräftig mit Geldbußen und
Schadenersatzzahlungen bestraft werden wird. Auch in Europa und in Deutschland war seit Jahren bekannt, dass mit den von VW angegebenen Abgaswerten „etwas nicht stimmen könne“. Die Autoindustrie ist hier aber so mächtig und die Behörden so lasch, dass niemand sich an die Automobil-industrie heranwagte und die Abgaswerte hier von neutraler Stelle überprüfen ließ.

Ähnlich ist der Fall Fifa zu sehen. Hier war den europäischen und insbesondere den Schweizer Justizbehörden schon seit Jahren bekannt, dass es bei der Fifa kriminell zuging. Da aber der Fußball mit seiner Verquickung mit der Politik hier in Europa geradezu vergöttert wird, „wagte“ niemand die Machenschaften der Fifa-Gewaltigen aufs Korn zu nehmen. In den USA
werden verdächtige und offenbare korrupte Verhaltensweisen frühzeitig,
gründlich, dauerhaft von zuständigen Behörden beobachtet und zugegriffen.
Und das korrupte Verhalten insbesondere Fifa-Funktionäre aus Lateinamerika und aus der Karibik blieb dem US-Justizministerium nicht verborgen. Nun ist es in solchen Fälle so, wie im Fall Fifa, dass jemand der aus US-Verständnis heraus Straftaten beging, die die USA irgendwie auch betreffen, dann zur Rechenschaft gezogen wird, wenn er/sie US-Boden betritt. Er/Sie wird dann sofort verhaftet; egal welche Nationalität jemand hat. Daraus ergibt sich für uns das Gefühl, dass das US-Recht „weltweit“ nach Verständnis der US-Justiz gelten solle; was wir hier mit unserem deutschen Rechtsverständnis oft gar nicht in Einklang bringen können.

Der Begriff „Weltpolizist“ ist nach meinem Verständnis eher daraus entstanden, dass die USA immer wieder aufgefordert werden, bei z.B.
kriegerischen Auseinandersetzungen in anderen Staaten doch bitteschön einzugreifen.
Da die USA das häufig dann auch taten, entstand nach und nach den Eindruck, dass die USA so eine Art Weltpolizei seien. Eine Rolle, die sie in den letzten Jahren nicht mehr gern eingehen wollten.

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Kommentar von Fifahasser
16.02.2016, 13:55

Vielen Dank für die ausführliche Antwort, hätten sie etwas dagegen wenn wir ihre Antwort für unsere Eröterung zitieren? Wir würden selbstverständlich die Quelle angeben 

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Kommentar von earnest
19.02.2016, 17:06

Ich denke, die USA haben öfter von sich aus eingegriffen, als daß sie "eingeladen" wurden. Jedenfalls "offiziell" eingeladen. Es ist zum Beispiel klar, daß damals ganz dringende "Einladungen" aus dem Kreis der Miltärs um Pinochet an die U.S.-Amerikaner zwecks "Hilfe" in Chile ergingen. 

Solche Beispiele sind nahezu beliebig vermehrbar. Die USA sind ein selbst ernannter Weltpolizist, der nicht nur in "seinem Hinterhof", Mittel- und Lateinamerika, immer und immer wieder intervenierte.

Besonders schlimme Beispiele andernorts sind Vietnam und der Irak.

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Die Behörde hat nicht die Aufgabe, aneren eine Freude zu bereiten. Sie ist Teil eines Systemes, was die Marktanteile in der Welt mit umverteilen möchte zugunsten der USA. Und wenn man bei der Konkorrenz einen Makel findet...

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Kommentar von Fifahasser
16.02.2016, 09:20

Aber warum haben gerade die die USA als erstes Dinge wie den Abgasskandal  von VW oder der Korruptionsskandal der FIFA aufgedeckt?

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