warum sind so viele US-amerikaner drogenabhängig?

10 Antworten

Also ein Freund von mir ist Schweizer und erzählt immer das Zürich eine sehr große Drogenszene hätte.

Zürich ist eine absolute Kokain-Metro­pole. Gemäss einer Studie zu Drogenrückständen im Abwasser von über 40 europäischen Städten wird nur in Amsterdam und Antwerpen noch mehr gekokst als in der Zwingli-Stadt. Mit Basel, Genf, St. Gallen und Bern sind vier weitere Schweizer Städte in den Top 15 der Kokain-Destinationen Europas.

Kaum besser sieht es bei Ecstasy aus: Zürich belegt Rang fünf der pillenfreudigsten Städte Europas, St. Gallen folgt auf Platz acht, Bern auf dem zehnten Rang.

Quelle: Blick.Ch

Das stimmt, in der Schweiz wird viel konsumiert, aber zum Glück auch viel besser mit Drogen umgegangen und aufgeklärt. Es gibt auch Drug Checking Angebote in Zürich, was den Konsum um einiges sicherer gestaltet. Da hängt Deutschland leider ziemlich hinterher.

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Das Stichwort ist Oxycodon. Ein stark süchtig machendes Schmerzmittel, das in den USA kräftig promotet und sehr oft verschrieben wurde. Inzwischen hat man erkannt, dass das viel schief gelaufen ist, der Hersteller hat eine Strafe i. H. 600 Mio. USD gezahlt, und das Mittel wird nur noch sehr selten verschrieben. Es gibt aber inzwischen Millionen Süchtige, die in ihrer Not auf Heroin umgestiegen sind.

Es liegt an einem Gesetz in den USA. Ich weiß den genauen Wortlaut nicht mehr, aber in etwa steht da drin, dass Schmerzen nicht akzeptabel sind und dass Ärzte verpflichtet sind diese Schmerzen mit Schmerzmitteln zu beseitigen.

Dazu kommt dass die Pharmaindustrie darauf hin viele Medikamente die eigentlich nur für wenige Tage genommen werden durften weil sie süchtig machten, fortan für eine Langzeittherapie frei gegeben hat. Die Pharmaindustrie wusste also genau was sie getan hat. Sie hat die Leute mit voller Absicht süchtig gemacht, weil sich mit Süchtigen hervorragend Geld verdienen lässt.

Wer erst einmal süchtig ist, der nimmt natürlich nicht nur Medikamente. Wenn er kein Geld mehr für die teuren Sachen aus der Apotheke hat, der greift dann auch zu den billigeren Sachen von der Straße.

Ein weiteres Problem ist das die USA viel näher an den Hauptanbaugebieten liegen und der Drogentransport damit sehr viel leichter ist - Da muss nur ein Grenze überwunden werden, für Europa liegt ein ganzer Ozean dazwischen. Ich denke wenn die gleichen Mengen Heroin nach Europa kämen hätten wir auch erheblich größere Probleme.

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@Jadedragon

Das mag so erscheinen, doch der Ozean ist keine Grenze sondern ein Transportweg. Die Grenze ist der Hamburger Hafen oder der Hafen in Antwerpen oder wo auch immer in Europa. Warst du schon mal in einem Hafen? Dort stehen Hunderttausende Container herum. Die Grenze ist also ziemlich offen und wenn man die Ware auf viele Container verteilt ist sie unauffindbar. Selbst wenn die Polizei einen Glückstreffer landet, ist das bereits im preis enthalten. Denn diese Glückstreffer lassen sich ziemlich genau berechnen.

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@Fuchssprung

Nun in meinen Augen ist der Ozean eine Natürliche Grenze...und es ist einfacher einen Truck in San Diego in die Usa zu bekommen als einen Container nach Hamburg plus viele andere Kurzstreckenmöglichkeiten .... Tunnel, Drohnen usw.

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@Jadedragon

Genau anders herum ist es einfacher. An der US Grenze kannst du sehr viel mehr kontrollieren. Du kannst Drogenhunde einsetzen und automatische Röntgengeräte für Fahrzeuge.

Aber setze mal einen Drogenhund ein, wenn die Container über einander gestapelt sind und die Drogen 10 Meter über dem Boden in einer dieser Stahlkisten liegen.

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@Fuchssprung

Also als ich das letzte mal in Marseille war, waren da genau diese Geräte am Hafen im Einsatz und mit den Hunden sind die in die Container reingegangen.

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@Fuchssprung

Keine Ahnung .... aber die waren mit richtig vielen Leuten und mindestens 20 Hunden unterwegs, nur ich denke eine Landesgrenze gerade so eine lange wie die der USA nach Mexiko ist einfach nicht kontrollierbar.

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@Jadedragon

So ein Hund kann maximal 20 Minuten arbeiten. Dann ist er nicht mehr in der Lage weiter zu arbeiten und braucht mehrere Stunden Pause. Er kann also am Tag maximal eine Stunde arbeiten. Nehmen wir einmal an es sind alles sehr schnelle Hunde und sie schaffen einen ganzen Container innerhalb von nur 5 Minuten. Dann schafft ein Hund 12 Container am Tag. Das multiplizieren wir mit 20 Hunden, das sind dann 240 Container am Tag.

Allein die Marco Polo transportiert 16.020 Container. Davon lädt sie in HH etwa 4000 ab und 4000 neue wieder auf. Insgesamt werden in HH pro Tag ca. 24 Schiffe abgefertigt. Es ist also selbst mit der zehnfachen Menge an Hunden und Männern nicht möglich den Hafen in Hamburg auch nur annähernd zu überwachen.

https://www.wiwo.de/technologie/forschung/fracht-und-logistik-groesstes-containerschiff-der-welt-in-hamburg-angekommen/7511558.html

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@Fuchssprung

Ich setze 3144 Km Grenze dagegen, das ist die Grenzlänge zwischen den USA und Mexiko ....

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@Jadedragon

Ja, okay. Das ist eine sehr lange Grenze. Doch die meisten Drogen kommen über den Luftweg, mit Ultraleichtflugzeugen. Die landen auf der US Seite noch nicht einmal. Sie fliegen ganz tief und werfen ihre Last ab. Dann nutzt man auch immer noch selbst gebaute U-Boote. Natürlich wird auch viel von "Mulis" über die Grenze gebracht. Aber nirgends ist es so leicht wie in den Häfen in Europa. Über die US Häfen geht auch viel Ware, aber dort wird auch mehr gefunden als in Europa, weil das FBI und die DEA im Vorfeld bessere Aufklärungsarbeit leisten.

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@Fuchssprung

Ich glaube wir einigen uns auf: Es werden zuviele Drogen geschmuggelt und es nirgendwo wirklich schwer :)

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@Jadedragon

Da bin ich dabei. Es sind zu viele und es ist nicht besonders schwer sie zu schmuggeln. In Europa wird weniger konsumiert als in den USA und somit auch weniger transportiert. Doch ein Kaffee-Importeur hat es schwerer als ein Drogenhändler. Der muss sich für seinen Kaffee an ganz viele Bestimmungen halten. Er muss dafür gerade stehen dass die Bauern nicht zu viele Pestizide benutzen, muss jede Menge Papiere ausfüllen, den Zoll bezahlen, das Transportunternehmen und vieles mehr. Die Drogenbarone müssen das alles nicht. Die bestechen einen Mann vom Zoll und legen dann ihre Ware einfach zwischen die Kaffee Säcke.

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in den USA wird sehr unvorsichtig mit dem verschreiben von Opiaten umgegangen. Dadurch werden natürlich auch viel mehr als hier abhängig und steigen auf Heroin oder Fentanyl um, wenn sie keine medizinischen Opiate mehr bekommen.

Fentanyl ist auch ein medizinisches, und man kann es nicht so einfach wie Diacetylmorphin herstellen.

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@Ziz5891

das kann ja sein. Aber ändert ja nichts daran, dass die meisten durch irgendwelche Pillen abhängig werden und dann auf das viel potentere Fentanyl, Heroin (oder irgendwelche anderen Straßenopiate) umsteigen.

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@Ziz5891

ja glaube ich auch. Aber vor allem in den letzten Jahren ging in den USA richtig die Fentanyl-Epidemic ab. Aber vor allem auch weil es als Streckmittel benutzt wird.

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