Warum sind so viele Menschen so oft schlecht gelaunt?

10 Antworten

Selbstverständlichkeit

Dinge wie Frieden, sauberes Trinkwasser,  ausreichende Nahrung, Gesundheitsversorgung, Elektrizität und Internetanschluss werden als selbstverständlich wahrgenommen.

Wie soll Person A die Dankbarkeit für ein Stück trockenes Brot empfinden, wenn er per Mobiltelefon-App seine Lieblingspizza bestellen kann?

Unzufriedenheit setzt also bereits dann ein, wenn Luxus nicht verfügbar ist, weil er als selbstverständlich angesehen wird.

Blick nach oben

Der Mensch ist ein "Hans Guck-in-die-Luft" - er blickt häufig ausschließlich auf jene, die über ihm stehen und wünscht sich das gleiche Maß an Bedeutung, Einfluss, Anerkennung, Macht.

Der Blick nach unten wird ungerne gemacht - denn er kann dazu führen, dass man mit seiner eigenen Verantwortung konfrontiert wird.

Unser Luxus beruht auf dem Leid anderer Wesen - auf Monokultur, Pestiziden, Abholzung, Umweltverschmutzung, Artensterben, Sklavenarbeit und Menschenhandel.

Diese Dinge will man lieber nicht sehen - auch wenn sie Grundlage unserer privilegierten Position sind - und blickt deshalb lieber nach oben, wobei er unglücklich darüber ist, nicht so weit oben zu stehen..

Steigende Ansprüche

Das liegt aber auch an den steigenden Ansprüchen des modernen Menschen, für den eben "gut" nicht "gut genug" ist - er will immer etwas noch besseres. Dieses Verhalten hat mehrere Ursachen.

Werbung

Eine Ursache ist die Werbung, die künstliche Bedürfnisse schafft, die wir ohne sie gar nicht erst hätten. Da werden Produkte beworben, die eigentlich niemand braucht - aber dank guten Marketings dennoch jeder haben will.

Bekommt man diese künstlichen Bedürfnisse nicht erfüllt, etwa mal man sich die Produkte nicht leisten kann, ist man unzufrieden und leidet.

Aufmerksamkeit

Dazu kommen Aufmerksamkeit durch Zurschaustellung von Statussymbolen. Man erfährt Anerkennung, oder zumindest Aufmerksamkeit - und es es nur in der Form von Neid, wenn man seinen Wohlstand demonstriert.

Ohne Statussymbole wird man unter Umständen nicht beachtet, was wiederum Unzufriedenheit und Leiden verursacht.

Gesellschaftliche Erwartung

Die Erwartung, Erfolg auch zeigen zu müssen, ist ein weiterer Faktor. Ein erfolgreicher Manager der in einer Holzhütte wohnt und einen alten VW-Bus fährt, ist gesellschaftlich nicht akzeptiert - er muss einen gehobenen Lebensstil pflegen, den er eigentlich gar nicht will..

Man darf sich also nicht frei entfalten, sondern muss gewissen Mustern folgen - das führt ebenfalls zu Unzufriedenheit und Leiden.

Persönliche Leidensfähigkeit

Menschen verarbeiten Lebenskrisen, persönliche Niederlagen und Verluste auf unterschiedliche Weise. Für den einen ist die gescheiterte Partnerschaft eher banal - der andere begeht Suizid.

Natürlich wirkt letzteres überzogen - es gibt schließlich so viele Menschen, mit denen man eine neue Beziehung hätte eingehen können - doch diese Person fühlte sich so sehr von ihrem Leiden überwältigt, dass sie Suizid beging.

Ähnlich ist es beispielsweise mit der Akzeptanz von Dingen. Manche Menschen akzeptieren einfach bestimmte Umstände, andere lehnen sich aktiv dagegen auf, oder verfallen in tiefe Depression.

Wie viel "Unzufriedenheit" oder Leiden man aushält, ohne Schaden davon zu tragen ist unterschiedlich. Manche Menschen leiden schneller, oder intensiver als ihre Mitmenschen, selbst wenn es um das selbe Problem geht.

Das sind erst einmal meine Gedanken zum Thema.

Weil wir immer unnatürlicher leben und uns das von uns selbst entfernt.

Grundvoraussetzung für ein erfülltes Leben und somit glücklichen Menschen ist eine Gesellschaft die so natürlich wie möglich ist.
Ich glaube die Tatsache, dass wir nicht natürlich leben, erfasst die Problematik an den Wurzeln.

Durch die "Verstädtung" und dem Kapitalismus, ist sehr viel unnatürliches eingetreten.
zB herrscht eine große Anonymität, da durch den ganzen Maschinen und dadurch dass wir durch Handys etc in Kontakt stehen, viel echte Kommunikation wegfällt.
außerdem herrscht große Hektik. Alles muss schnell gehen. Wer nicht schnell genug ist, geht unter. das Gefühl hat man zumindest. dies empfinde ich als sehr stressig und das bringt mich aus der Balance.
es geht auch nur um Kapital. wer macht den größten Gewinn ?
" meine Firma muss den Konkurrent besiegen, mir egal ob die andere Firma dadurch pleite geht und alle ihren Job verlieren".
ich finde durch dieses kapitalistische denken ergibt sich ein zu großer Egoismus, der die Menschheit auseinander bringt und die eigene Art zum Feind macht.
das alles baut eine große Distanz auf. Distanz nicht nur zu den Mitmenschen sondern auch zu einem selbst. man fühlt nicht mehr so viel. man fühlt sich sozusagen abgestumpft. weil genau das der Lärm, der Trubel etc mit einem macht.
für mich wäre eine glückliche Gesellschaft eine Gesellschaft die natürlicher ist: 
auf natürliche Weise miteinander kommuniziert, mit reden & nicht so viel mit handys.
eine Gesellschaft die ein natürliches Tempo geht und nicht eine die den Moment mit Hektik und Schnelligkeit zerstört. man kann ja gar nichts genießen so.
und alle sollten FÜR einander arbeiten, nicht gegeneinander.
dadurch würde ich mich viel lebendiger, friedlicher und näher an meine "innere Mitte" fühlen. 
eben nicht so von mir selbst entfernt :-)

Das beste Beispiel ist ja auch der Beweis selbst, dass in armen Gebieten die Kinder dort mehr Lebensfreude ausstrahlen, als man es jemals von einem westlich orientierten Menschen sehen wird.
Ich spreche aus Erfahrung, da ich oft in solchen Gebieten soziale Arbeit leiste.

Der westliche Mensch ist viel zu anspruchsvoll geworden. Zum Beispiel habe ich schon öfter mitbekommen, daß auch Leute die sehr gut verdienen und privilegiert sind auf andere gucken die noch besser dastehen und eigentlich bedauern, daß sie nicht an deren Stelle sind. Intelligent ist das nicht. Ich bewundere immer Schwarzafrikaner, die nix haben und trotzdem fröhlich sind.

Das mit dem " Glas halbvoll " oder " halbleer " ist was anderes. Ersteres weist auf einen Optimisten, zweites auf einen Pessimisten hin.

Das mit dem Glas als Beispiel ist dennoch korrekt. Der eine sieht das, was er hat. Der andere das, was er nicht hat ;-)

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