Warum sind so viele gegen gleichgeschlechtliche Ehe?

49 Antworten

Bis in die 1970er Jahre war Homosexualität sowohl kirchlich als auch gesellschaftlich geächtet und es gab eine allgemeine Homophobie. Gemäß §175 Strafgesetzbuch war es sogar strafbar.

Erst 1969 und 1973 gab es unter der Regierung Willy Brandts eine erste Reform des §175. In der DDR wurde 1988 und in Westdeutschland wurde nach der Wiedervereinigung erst 1994 der §175 endgültig abgeschafft. Seither hat sich auch in großen Teilen der Bevölkerung ein Wandel eingestellt, der allerdings einige Gesellschaftskreise, die sich als religiös bzw. konservativ verstehen, immer noch nicht erreicht hat.

Speziell diese konservativen bzw. religiös orientierten Kreise tun sich nach wie vor schwer, sich mit dem eingetretenen Wandel in der Einstellung gegenüber Homosexualität abzufinden und speziell aus diesen Kreisen kommt daher naturgemäß auch der Widerstand gegenüber einer völligen Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Religöse und Konservative sind nun mal hartnäckig in den Vorstellungen der Vergangenheit verhaftet und zeigen regelmäßig ein großes Beharrungsvermögen, wenn es um neuere Entwicklungen geht. Viele schaffen es in ihrem Leben nie, neu zu denken und so muss man Änderungen im Denken dieser Kreise in Generationen rechnen.

Es sind gar nicht so viele, wenn man dieser Studie http://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/Aktuelles/DE/2017/20170112_Umfrage_LSB.html

glaubt.

Knapp über 80% sprechen sich dafür aus.

Heißt im Umkehrschwung, dass nicht einmal 20% dagegen sind. Jedoch ist diese Gruppe oftmals am lautesten und wird daher eher wahr genommen.

Zustimmer müssen eben nicht ständig sagen, dass sie dafür sind und daher gibt es eine schweigende Mehrheit.

ich weiß nicht, wie da aktuell der Stand der Akzeptanz ist. Ich würde vermuten, daß es eher weniger wird - immerhin war eine gleichgeschlechtliche Ehe bis vor einigen Jahren überhaupt nicht möglich. Bis in die 90er gab es noch ein Gesetz gegen Homosexualität. Im 3. Reich kam man dafür sogar ins KZ.

Aber so oder so: wie du es ja schon selbst erkannt hast: die Leute, die sich darüber aufregen betrifft es nicht. Wenn der Nachbar eine Frau heiratet, dann interessiert es niemand. Wenn er aber einen anderen Mann heiratet, dann soll es auf einmal total schlimm sein? Ich verstehe es auch nicht. Keinem Heterosexuellen fehlt was, oder wird etwas weggenommen, wenn Homosexuelle heiraten dürfen.

Was möchtest Du wissen?