Warum sind so viele Deutsche arm?

20 Antworten

Also natürlich sprechen wir hier von relativer Armut, wobei es da zahlreiche Gründe gibt und viele auch schon aufgezählt wurden. Die relativ niedrige Wohneigentumsquote ist da ein Grund, schlechte Bildung oder das Vorhandensein von zunehmend mehr Alleinerziehenden bilden weitere maßgebliche Gründe. Der politisch gewollte und geförderte, sehr große, Niedriglohnsektor lässt sich nur mit guten beruflichen Qualifikationen umgehen, bei unserem schlechten und ungerechten Schulsystem schaffen aber viele keinen Abschluss und landen in der relativen Armut. Gleichzeitig wird das Vermögen der sehr Reichen stark geschützt, weshalb die Ungleichheit immer noch größer wird.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Die Frage ist wieviele von den 40% zwar genug Geld zur Verfügung, aber nichts an Werten angehäuft haben, sprich einfach das Geld mit offenen Händen für alles unmögliche ausgeben. Das werden nicht wenige sein. Desweiteren kommen auch genügend Menschen dazu die "nur" auf Miete wohnen und ihr Auto geleast haben, gleichzeitig aber nicht schlecht verdienen. Da fehlen ja dann auch entsprechende Vermögenswerte.

Ich wohne auch zur Miete und vermiete ein gleichwertiges Objekt wie in dem ich lebe. Das hat steuerliche Gründe, dass ich alle Kosten und Zinsen absetzen kann.

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@HeikeBlau

Gerade aus steuerlichen Gründen ist das nicht sinnvoll, weil du deine Miete aus versteuertem Geld bezahlen musst.

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@lesterb42

Wenn ich eine Wohnung kaufe und darin wohne, dann kann ich die Zinsen, Abschreibung und Reparaturen nicht steuerlich absetzen, sondern muss es von versteuertem Geld bezahlen.

Wenn ich dagegen eine Wohnung kaufe und vermiete, dann muss ich zwar die Mieteinnahmen versteuern, aber Zinsen, Abschreibung und Reparaturen sind höher und daher bekomme ich jedes Jahr Steuern raus. In eine abgeschriebene und abbezahlte Wohnung selbst einzuziehen würde dagegen Vorteile bringen, da ich dann keine Mieteinnahmen versteuern muss.

Darum gibt es die Fälle wie: Zwei Geschwister kaufen sich zweimal das selbe Haus oder Wohnung und vermieten sich die Häuser gegenseitig. Warum? Weil es steuerlich sinnvoll ist.

Mehr dazu:

https://www.steuertipps.de/haus-wohnung-vermieten/themen/ueberkreuzvermietung-nicht-immer-liegt-ein-gestaltungsmissbrauch-vor

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@HeikeBlau
daher bekomme ich jedes Jahr Steuern raus.

Das kann sich doch nur um einen Hauch von nichts handeln.

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@lesterb42

Oh nein. Es gibt einen alten Spruch unter Finanzleuten:"Der Fachmann wohnt zur Miete." Es kommt natürlich darauf an, wie hoch Einkommen und Vermögen sind.

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@Hardy3
Oh nein

Du kennst den Einkommensteuerbescheid von HeikeBlau? Wir reden von 2 gleichwertigen Wohnungen.

:"Der Fachmann wohnt zur Miete."

Davon habe ich gehört. Macht aber auch nur Sinn, wenn man rechnen will oder muss. Mit einer ordentlichen Bleibe macht man sich dann aber auch eine Freude. Ein Stück Lebensqualität.

Unabhängig von den Ertragssteuern läßt sich die Frage Mieten oder Kaufen auch nur regional entscheiden:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/kaufen-oder-mieten-was-ist-wo-guenstiger-a-1231213.html

https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/immobilien-mieten-oder-kaufen-was-ist-wo-teurer-a-1274260.html

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Der Begriff "Armut" ist auch nach subjektiver Wahrnehmung definiert. Es gibt Menschen, die nicht viel besitzen oder nicht viel Vermögen haben und trotzdem sich nicht als am sehen. Daher ist die Aussage "viele sind arm" eher subjektiv getroffen.

Es gibt viele Gründe, warum das Vermögen trotz des guten Einkommens gering sein kann - der Hauptgrund ist, dass die schiere Mehrheit der Menschen einfach nicht mit dem Geld umgehen können. Die meisten schmeißen Geld aus dem Fenster raus, sodass am Monatsende kaum oder nichts übrig bleibt. Nicht viele denken darüber, was sie mit dem Vermögen für die nächsten Jahren tun bzw. planen können. Das hat zum einem mit dem Erziehungsstil zu tun und zum anderen, dass in der Schule das lebenswichtige Thema "Geld" kaum bzw. gar nicht konsequent behandelt wird (das wird immer noch als ausschließliche Sache der Eltern gesehen).

Davon abgesehen, dass ich mit 40 % nicht unbedingt als "viele" sehen würde. Es ist weniger als die Hälfte aller Deutschen, also per Definition eine Minderheit.

Eine Sache ist auch, wie sparsam man lebt oder, ob man alles Geld ausgibt.

Ich selbst habe nie ein hohes Einkommen gehabt, immer im Schnitt sehr deutlich unter dem heutigen Mindestlohn, trotzdem ein Haus gekauft (o.k. den Kredit bekam ich nur mit einem Mitschuldner- der aber nie mitzahlen sollte und es auch nicht getan hat-( als er verstarb, habe ich das der Bank besser gar nicht gemeldet)). Gab echt harte Zeiten dazwischen, wo eigentlich alles Einkommen in den Kredit ging- nein es blieb fast nichts mehr für Lebensmittel über, Kleidung usw soundso nicht- ich hatte schon vor dem Hauskauf containert und kam mit sehr wenig Geld aus.

Jetzt ist das Haus mein.

Bin ich nun arm oder nicht?

Für Alleinstehende liegt die Armutsgrenze bei 917 Euro im Monat, für Familien mit zwei Kindern bei 1926 Euro.

 http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/armut-in-deutschland-was-heisst-schon-arm-a-1088823.html

Im Oktober 2019 hatte ich ein Gespräch mit unserem Nachbarn, der 1945 als 12jähriger mit seinen Eltern aus dem Gebiet vertrieben wurde, welches heute zu Polen gehört. Das was er in den Jahren danach erleben musste, war Armut.

Die Kennzahl ist echt genial! Als Student bin ich damit weit unter der Armutsgrenze. Dafür gehts mir aber ziemlich gut ;) Denn betrachtet wird nur das Einkommen, nicht das Vermögen

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@Zatarong
Denn betrachtet wird nur das Einkommen, nicht das Vermögen

Berechtigter Einwand. In der Frage fehlen auch die überschuldeten Haushalte.

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@lesterb42

Die Schulden der überschuldeten Haushalte sind in den 200.000 € berücksichtigt, sonst wäre es noch etwas mehr.

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