Warum sind Schwule im allgemeinen so verhasst und lesben nicht?

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9 Antworten

Das Stichwort heißt Patriarchat.

In männerdominierten Gesellschaften werden homosexuelle Männer stärker verachtet als Frauen, da Männer Frauen natürlich anziehend finden und auch gegen Dreier mit zwei Frauen nicht unbedingt abgeneigt sind.

Vergleich dazu; in der Sexfilmindustrie findet man durchaus Filme mit interagierenden Frauen für Männer, aber kaum je sieht man bei einem Dreier zwei Männer miteinander rummachen.

Frauen ziehen auch bei uns erst langsam nach, sie dürfen noch nicht so lange wählen (seit 1919) und hatten früher auch in Deutschland einen eher schweren Stand und nicht viel zu sagen, die jüngste Emanzipationsbewegung begann auch erst in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Das ist der Grund, warum homosexuelle Männer in unserer Gesellschaft einen schwereren Stand haben als homosexuelle Frauen. Aber das ändert sich auch langsam. Auch Lesbe wird in manchen Bevölkerungsschichten schon eindeutig als Schimpfwort verwendet.

Sehr interessant, danke!

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In der letzten "Bild am Sonntag" war ein Bericht über den Mann von heute und wie schwer es vielen fällt sich in der heutigen Zeit zurechtzufinden als Mann, da ist es klar das manche einen hass auf die Männer entwickeln die gefühlt von der heutigen Zeit profitieren (Schwule sind was besonderes und Frauen finden sie toll) und die sich den Frauen und ihren Erwartungen nicht unterordnen müssen (Schwule sind nicht auf die Gunst der Frauen angewiesen), auch können Schwule gefühlt so Leben wie sie wollen weil sie keiner Norm entsprechen müssen. So kann man den durch Neid verursachten Teil der Homophobie erklären.

Ich finde solche formulierungen immer besonders entlarvend:

Sich den Frauen und ihren Erwartungen nicht unterordnen müssen.

Männer müssen gar nichts, wenn sie es nicht wollen im Privatleben. Allerdings sind im Zusammenleben Kompromisse nötig, etwas das Männer offensichtlich als unterordnen empfinden.  Irgendwie haben viele Männer kein Teamverständnis.

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@2AlexH2

Denk mal weiter als von der Tapete bis zur Wand:

Wer definiert wie ein richtiger Mann der Erfolg bei Frauen hat, zu seinen hat ? 

Kleiner Tipp: Der Mann ist es nicht. 

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Also es gibt auch böse Sachen gegen Lesben, da wird dann von Kampflesben gesprochen, oder von Frauen, die einfach nur gerne Männer wären, oder die in Wahrheit nur (sexuell) frustriert sind und nur mal richtig..., oder das sie Männer einfach nur hassen würden, ect. Es ist aber, und da stimme ich dir zu eine andere Ebene. Ich glaube, das liegt an der Eigenheit, dass es schon immer in der gesellschaftlichen Norm einfacher zu akzeptieren war, dass zwei Frauen "miteinander befreundet sind" (weil die Mehrheit den Rest glaube ich da gerne mal wegdenkt) als zwei Männer. Das Wort schwul wird mitunter immer noch mit nicht-männlichen Eigenschaften gedacht und deswegen als Beleidigung benutzt. Ich glaube außerdem, das viele Menschen (sowohl Männer als auch Frauen) unappetitlich finden, was sie sich vorstellen was zwei Männer miteinander tun und das bei Frauen als "sie probieren sich halt aus und eine Frau weiß ja auch eher, wie man eine Frau befriedigen kann, als ein Mann, der diese Gefühle ja gar nicht kennt" - gilt.

Andere Erklärungen für diesen Umstand finde ich auch nicht. Aber ich hoffe, das sich das im Laufe der Zeit auch noch legen wird.

Sehr ausführlich und gut erklärt, danke :) 

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Also mir wurde auch schon "Lesbe" hinterher gerufen und das war nicht positiv gemeint... Hast aber Recht, man hört es lange nicht so oft, wie schwul als Beleidigung.

Ich glaube das liegt daran, dass ohne dass ich jetzt jemaden beleidigen will, es doch ein bisschen mehr tolerante Frauen, als Männer gibt. Viele Frauen finden den "schwulen besten Freund" total cool und so...

Und ich habe irgendwo mal gelesen, dass Schwule viel auffälliger in der Gesellschaft sind als Lesben, da Mädchen sowieso immer zusammenhängen, Händchen halten und sich auch küssen. Das Bild ist man von Mädchen gewohnt und wenn da jetzt Lesben drunter sind fällt es einfach nicht so sehr auf. Wenn dann zwei Jungs durch die Fußgängerzone laufen und sich küssen fällt das doch (leider) eher auf...

ist psychologisch bedingt. Für die männliche Entwicklung und Sexualität ist es wichtig ein Mann zu werden. Man orientiert sich an männlichen Vorbildern. Da es die im Kleinkindalter oft nicht gibt, müssen sich Jungen oft anders orientieren. Somit entsteht ein Sexualidentität aufgrund der Verkehrtheit zur Frau. Also alles, was Frauen nicht tun, ist männlich. Aufgrund dieser Basis entsteht ein Männerbild bei vielen Jungen, dass sie nicht so sein dürfen wir Frauen, u.a. sich nicht in Männer verlieben, sich nicht schminken, keine langen Haare, kein hohes Gerede, keine glatte Haut, keine weiche Haut (keine Muskeln), nicht klein sein,... also was so typisch weiblich ist (typisch = was man bei Frauen oft sieht/wahrnimmt). Daraus resultiert eine Abneigung von Schwulen, da sie sehr feminin wirken und demnach dem idealen Männerbild nicht entsprechen. Dies ist eine Abwehr und eine Nichterfüllung der Männlichkeit, die sich viele in ihrer Kindheit durch Männermangel aufgebaut haben. Das verursacht dann einen großen Hass bzw Ablehnung gegenüber Schwulen, weil Schwule nicht dem ideal männlichem entsprechen.

PS.: Bei alledem kommt noch hinzu, dass Frauen viel beziehungsorientierter sind als Männer und sehr eng mit einander verbunden sind. Zudem sind sie sehr emotional und körperlich zu Menschen hingezogen, was sich dann bei Freundschaften auch ausdrückt. Alles psychologisch und hormonell bestimmt/beeinflusst

Der Hass auf Schwule geht in der Regel von Männern aus und die finden lesbische Frauen von Natur aus scharf und sexy. Schwule werden immer noch als schwach und unmännlich angesehen und das möchte in einer Zeit, in der alle Männer wahnsinnig hart und muskulös erscheinen wollen, niemand sein. 

Es gibt schwule und schwule.

Die einen sind die femininen, mit den tuntigen Allüren, das ganze Getue und das weibliche gestikulieren. Und wie sie sprechen. Ohne sie zu sehen erkennt man sofort an Ihrem sprechen, lachen, und wie sie Dinge betonen, das sie schwul sind. Sie kleiden sich auch oft schon so, wie sich nichtschwule niemals kleiden würden. Schon das alleine stößt auf Ablehnung der meisten. 

Ich gebe zu, mit dieser Art der Ausübung von schwulsein bei schwulen, tue ich mich auch schwer. Aber das ist egal und tut nix zur sache. Das macht diese Menschen deswegn ja ned zu schlechteren menschen!

Viele hassen schwule auch nur aus Gruppenzwang. Es gilt als cool, inner clique schwule runterzumachen oder sie zu beschimpfen. Oder überhaupt, das wort 'schwul' als Schimpfwort einzusetzen.

Dann gibt es noch die anderen, denen man es ned anmerkt. Die trotzdem noch männlich wirken, nur eben halt auf Schwän*e und Popolöcher als auf Musch*s stehen. Da gibt es ja auch einige Politiker als Beispiel.

Gehasst wird eher die erste Gruppe, da sie so sehr aus der Reihe fallen. Sie sind ne Minderheit. Wie viele Minderheiten werden sie oft gehasst, weil sie ned den Weg wie alle anderen gehen und eine Sonderstellung beanspruchen.

Lesben ham halt eben immernoch den frauenbonus. Frauen schlägt man nicht, weder körperlich noch verbal. Viele Lesben, die den männlichen Part in ner beziehung ham, hams aber auch ned imma leicht, da sie sich männlich bewegen und auch so stylen, also frisurenmäßig mein ich. Ziehen sich oft  auch ned weiblich an. Auch sie werden von der Gesellschaft oft ausgegrenzt, glaub ich.

Ich bin auch schon imma in vielem aus der reihe getanzt. Ich weis von was ich spreche. Auch wenn ich jzt ned schwul bin oder so. Aber iwie ziehts mich immer an, anders zu sein und was anderes zu wollen, als die Masse. Viele fühlen sich dadurch provoziert und das bekommt man zu spüren.

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Das liegt an den Männern, die zu diesem Thema mal wieder super laut sind. Sie hassen alles was schwul ist (in europa) sind geradezu paranoid diesbezüglich. Lesben nehmen sie nicht ernst bzw. sind ihnen recht, denn die schlafen um Kinder zu bekommen trotzdem mit Männern sind aber natürlich generell gegenüber anderen Männern supertreu. Ergo aus biologischer Sicht sind Lesben super für Männer.

Frauen haben nichts gegen Schwule im Gegenteil man teilt Interessen und ist keine Konkurrenz. Lesben mögen Frauen zwar nicht besonders, vor allem Mütter die Nachwuchs wollen, aber ich denke sie wissen dass sich die Programmierung Kinder zu haben durchsetzt, wenn Frau will. Lesben sind nicht annähernd penetrant, ganz im Gegensatz zu Männern. Ein nein muss man selten aussprechen aufgrund der weitaus höheren Sensibilität und Rücksichtnahme von Frauen generell. zb gibt es in diesem Bereich kaum Vergewaltigungen.

(in europa) ???
Ausserhalb Europas, vor allem in muslimischen Ländern
werden Schwule von Dächern geworfen oder gesteinigt.

Schwulenwitze find ich jetzt nicht schlimmer
als Witze über Österreicher.
Wer sich da diskrimieniert fühlt,
steht einfach nicht zu sich.

Von Hass kann hier jedenfalls nicht die Rede sein, finde ich.

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@StewkoAlex

Ich finde deine Einstellung definitiv gut. 

Persönlich bin ich immer wieder schockiert über das paranoide Verhalten von Männern in Europa gegenüber Männerkontakt, der schwul sein könnte.

Ich seh in allen anderen Ländern halten Männer Händchen, küssen sich auf den Mund, umarmen sich liebevoll usw. In einigen Ländern, relativ vielen sind Schwule transsexuelle usw absolut akzeptiert.

In anderen existieren sie nicht offitziell (in konservativen Ländern, muslimischen?), weshalb Männer liebevoll miteinander umgehen dürfen öffentlich. Nur intim und schwul dürfen sie sexuell nicht leben bzw solange sie heiraten ist es eigentlich egal. Da passiert vieles in den Bergen oben, sehr vieles. In Afganistan und co sind Tanzbuben beliebt und häufig, auch heute noch, soviel zum muslimischen Glauben, der Schwul sein verbieten soll. Man hört es auch von anderen Ländern Vorderasiens wo es Gewohnheiten gibt, die recht offen gelebt werden (vor allem anstössig in zusammenhang mit Minderjährigen bzw, Kindern). Vielleicht ist schwul sein ursprünglich deshalb verboten worden, wegen der armen jungs und Sklaven.

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@StewkoAlex

Stewkoalex, schade das Deutschland ein muslimischer Staat seit paar Jahren ist

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Das hängt mit dem allgemeinen Geschlechterbild zusammen.

Ich kann dir noch nicht ganz folgen

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@KaffeeKanister

In der Kurzversion: Männliche Homosexuelle entsprechen nicht dem anerkannten Männlichkeitsbild. Bei weiblichen Homosexuellen ist diese Diskrepanz, wenn überhaupt vorhanden, weniger groß.

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Weil "richtige" Männer Schwulen nichts abgewinnen können. Sie finden, dass Schwule keine Eier in der Hose haben oder was weiß ich.

Und bei Lesben denkt sich fast jeder (wenn sie gut aussehen) "Boah geil, mit denen 'nen Dreier machen..."

So oder so ähnlich wird's wohl sein...

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