Warum sind schlagringe und butterfly Messer verboten und Teleskop schlagstöcke und Fleischer Messer nicht?

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9 Antworten

Natürlich macht das keinen Unterschied, das erkennt jeder rationale Mensch sofort. Aber wie man hier öfters sieht, hört die Rationalität auf, wenn es um Waffen geht. 

Waffengesetze allgemein haben keinen Effekt auf die Kriminalität, aber was sie tun, ist die Leute zu beruhigen, die ja leider nicht weiterdenken als "wenn der Schlagring verboten ist, hören die auf zu existieren und keinem wird mehr der Kopf eingeboxt"....

Sieht man hier auch gut daran, dass jetzt die Argumente kommen werden, dass "diese Dinger ja als Waffen konzipiert wurden und deshalb sind die verboten". Nur weil ein Schlagring eine Waffe ist, macht ihn das nicht gefährlicher, als ein Stahlrohr oder einen schweren Stein. Oder einfach ein paar Tritte auf den Kopf...

Und ich bin sicher, dass wir auch keinen Typen finden werden, der abgestochen wurde und dessen letzter Gedanke war "wenigstens war es kein Butterfly-Messer".

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Kommentar von Fragentierchen
11.03.2016, 11:26

Butterflies wurden nicht verboten, wie die so ultra gefährlich sind, sondern weil sich damit ein Haufen von Idioten selber in die Finger geschnitten haben. Mitte der Neunziger haben diese Trottel ganze Krankenhausambulanzen verstopft. Das war den Ärzen dort einfach zu doof, also haben sie damals ein Verbot dieser Dinger gefordert. Gut, die Politik hat da 13 Jahre gebraucht aber ich kann das schon ein Stück weit verstehen.

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Weil der Durchschnittsbürger sich unsicher fühlte und nicht hinterfragt was für Gesetze erlassen werden.
Also erlässt man ein paar Gesetze die vermeintlich gefährliche Dinge von den Straßen holen sollen und der vorher verängstigte Bürger denkt sich die wissen schon was sie machen, ich bin jetzt sicher.

Billige Manipulation von Ängsten und ungerechtfertigtem Vertrauen in den Staat, das wars.

Wirklich bringen würde kein Verbot der Welt irgendwas, nur Aufklärung und psychologische Eignungstests für den Besitz oder das führen von Waffen.


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Weil die Entscheidung was erlaubt bzw verboten wird nicht von vernunftorientierten Menschen getroffen wird sondern von Politikern.

Der potentielle Wähler liest zu viel BLÖD-Zeitung und fühlt sich nicht sicher auf den Strassen,
also erwartet er von der Regierung daß sie irgend etwas zu seinem Schutz unternimmt.
Die Regierung macht was sie immer macht, sie verbietet irgendwas und behauptet hinterher sie hätte die Welt gerettet.
Das geht einfach, kostet fast nichts und verärgert nur ein paar Spinner die gern mit Messern spielen.
Gleiches Prinzip wie in den siebziger Jahren mit den Nunchackos. Das läuft so auch in anderen Fällen, nur ein Beispiel:
Umweltzonen. Erwiesenermaßen keine Wirkung .. aber: Wir haben die Umwelt gerettet ;-(

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Schlagringe hat es aus dem Grund erwischt, weil man damit oft ungewollt viel zu starke Verletzungen hervorruft. Vor Gericht haben einfach zu viele Leute ausgesagt, dass sie das Opfer gar nicht so schwer verletzen wollten und dabei von Gutachtern auch noch Recht bekommen. Das liegt daran, dass man ja mit so einem Teil genau so zuschlägt, als ob man mit der blanken Faust kämpfen würde, dabei aber viel mehr Schaden anrichtet.

Am Ende hatten man dann ständig unnötig schwer Verletzte und Täter, die eigentlich gar nicht so viel Schaden anrichten wollten und deswegen schwer zu belangen waren. Die Gerichte haben sich da wohl ständig beschwert und als eh eine Verschärfung des Waffenrechts anstand, hat man die Dinger gleich komplett verboten. Bisschen übertrieben, ein bloßes Führungsverbot hätte es auch getan.

Was Butterflies angeht .. nun .. damit haben sich einfach zu viele Deppen beim rumspielen selber verletzt. Hier haben sich dann die Ärzte und Kliniken beschwert. Eine Bekannte hat mir mal erzählt, das gegen Mitte der 90er, als die Dinger extremst populär waren, jeden Tag mindestens zwei Leute bei ihr im Krankenhaus aufgetaucht sind, sie sich selbst an einem Butterfly geschnitten haben. "Savehandle" und "Bitehandel" kann man ja schon mal verwechseln. Und auch wieder hier, hat man erst auf die Forderung gehört, als eh eine Verschärfung im Raum stand .. 13 Jahre später.

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Einen Schlagstock zu verbieten könne schwer werden, denn dann dürfte man ja keinen einzigen langen Metallgegenstand mehr führen. jeder Schraubenschlüssel wäre dann Illegal. Auch weiß man ja, im Gegensatz zum Schlagring, dass man eine Waffe benutzt und kann seine Kraft besser einschätzen. Wenn jemand vor Gericht kommt, der sein Opfer komplett zermatscht hat, kann der Richter auch unanfechtbar sagen, dass der das auch so vorhatte.

Wenn du jemanden auf offener Straße mit einem Fleischermesser bedrohst oder angreifst, dann brauchst du dir um das Waffengesetzt auch keine großen Sorgen mehr zu machen, denn gibts direkt ne Schlagzeile ala "Angriff mit Fleischermesser!" und ins Gefängniss kommst du dann auch nicht, sondern direkt in die Geschlossenen.

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ein Schlagring hat nun wirklich nicht viel mehr Nutzen als (im Sinne des Gesetzes) heimtückisch zum Schaden eines anderen eingesetzt zu werden. Bei Butterfly kann man natürlich durchaus griffige Vergleiche im Bezug auf Gefährlichkeit zu anderen Messern anstellen, aber das es keinen echten Mehrwert für diese Art gibt und nun mal diese Messer als "Jugendgang-Waffe" eingestuft wurde, ist ein Verbot politisch naheliegend.

Für Schlagstöcke gibt es noch akzeptable Anwendungsbereich (Security im weitesten Sinn) und dass ein Mensch in der Küche ein Messer braucht, ist wohl naheliegend. Draußen rumtragen muss er es ja nicht wirklich.

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https://de.wikipedia.org/wiki/Teleskopschlagstock#Deutschland

Gesetzliche Lage

Deutschland

Das Führen von Teleskopschlagstöcken in der Öffentlichkeit stellt eine Ordnungswidrigkeit dar.[3]
Nach dem Waffenrecht handelt es sich bei einem Teleskopschlagstock
nicht um einen verbotenen Gegenstand. Er ist allerdings eine Waffe im
Sinne des Waffengesetzes. Das Führen bei Versammlungen oder auf öffentlichen Veranstaltungen ist eine Straftat.[4] Besitz und Erwerb sind für Personen über 18 Jahren frei, anders als die so genannten Stahlruten oder Totschläger,
die aus mehreren Federelementen mit einer am Ende befestigten
Stahlkugel bestehen und auf Grund der Schlagwucht zu den verbotenen
Gegenständen nach dem Waffengesetz zählen.

Ausnahmsweise kann der Gegenstand bei „berechtigtem Interesse“
geführt werden. Das Waffengesetz nennt hierfür beispielhaft:
Berufsausübung, Brauchtumspflege, Sport oder einen allgemein anerkannten
Zweck. Kein berechtigtes Interesse ist es nach der Gesetzesintention
dagegen, einen Schlagstock zu Verteidigungszwecken mit sich zu führen.

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Kommentar von ES1956
06.03.2016, 11:40

Toll kopiert aber das ist nichts Neues. Die Frage war "Warum"?

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das hängt mit dem hauptsächlichen Verwendungszweck zusammen. Versuche mal mit Schlagring ein Schwein zu schlachten

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Das Fleischermesser trägt man nicht "versteckt" in der Hosentasche mit sich rum, sondern entweder offen und gut sichtbar oder sicher verpackt (und damit nicht "überraschend einsatzbereit").

Auch Kettensägen sind erlaubt. Oder Autos. Weil manche Dinge eben nicht in erster Linie zum Abschlachten/ Bedrohen/ Verletzen von Mitmenschen erfunden wurden, sondern für "ehrenwertere" Zwecke...

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Kommentar von Galgenvogel1993
06.03.2016, 11:23

Mit nem Pappkarton, Klebeband und ner Büroklammer kann ich jedes Fleischermesser so tragen, dass du es erst siehst, wenn es zu spät ist.

Dazu ist jedes Einhandmesser oder feststehende Messer auch "überraschend einsatzbereit" und die Teile sind legal. Achso: Sammeln, Selbstverteidigung und "wasimmerichauchdamitwillohnedirzuschaden" sind ebenfalls "ehrenwerte Zwecke"

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Kommentar von xdanix77
06.03.2016, 12:22

"Weil manche Dinge eben nicht in erster Linie zum Abschlachten/ Bedrohen/ Verletzen von Mitmenschen erfunden wurden,..." 

M.W.n. wurden Butterflies/Balisongs ursprünglich als Fischermesser gebaut. Trotzdem sind sie in DE verboten.

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