Warum sind Religionen in einer aufgeklärten Gesellschaft wichtig?

10 Antworten

Menschen sind keine Maschinen.

Menschen erleben Krankheit, Tod und Trauer, Neid, Freundschaft und Partnerschaft, Eifersucht, Misserfolg, Behinderung, und müssen eine Weise finden, wie sie damit umgehen können.
Menschen sind keine Maschinen, die einfach nur Algorithmen ausführen, sondern müssen Entscheidungen treffen, oft ohne eine vollständige Übersicht über Voraussetzungen und Konsequenzen zu haben. Daher werden sie richtige und falsche Entscheidungen treffen müssen und sie werden die Verantwortung für die falschen Entscheidungen treffen. Sie müssen mit Schuld und Vergebung umgehen.

Diese Bereiche werden oft im Rahmen von Religion(en) verhandelt. Nicht perfekt, aber sie haben hier ihren Ort.
Wenn alles gut läuft, braucht man Religion meist nicht. Aber wenn man in den guten Zeiten keine Rituale entwickelt hat, Texte und Gedanken erarbeitete, kann man in schlechten Zeiten auch nicht darauf zurückgreifen.

Es stimmt, was in vielen anderen Antworten gesagt wurde, dass Religion auch zu Machtmissbrauch geführt hat und Wissenschaft und Aufklärung verhindert hat. Darum ist dies für Geistliche eine große Herausforderung und Verantwortung, die mit Religion verbundene Macht nicht zu missbrauchen. Das gilt ebenso für die "einfachen Gläubigen", dass sie den Geistlichen nicht mehr Macht zubilligen, als es für die Gemeinschaft gut ist.

In der Naturwissenschaft kommt Gott zu Recht nicht vor und kann auch nicht vorkommen, weder als Antrieb, noch als Ursache, nicht als Variable oder als Konstante. Dementsprechend kann Naturwissenschaft auch nichts über Gott aussagen: Weder dass es ihn nicht gibt, noch dass es ihn gibt oder welche Eigenschaften er hat.

Wissenschaftler, die dennoch Aussagen über Gott machen, sind unwissenschaftlich.

Umgekehrt darf Religion nicht versuchen, Gott in die Wissenschaft einzuschleusen oder der Wissenschaft Gottlosigkeit vorzuwerfen. Diese Versuche werden weder der Wissenschaft noch Gott gerecht. Insbesondere darf Religion nicht versuchen, Gott mit naturwissenschaftlichen Methoden zu beweisen. Erstens gibt es in der Naturwissenschaft keine Beweise, sondern nur Theorien, die sich grundsätzlich immer verändern können - auch wenn manche Theorien eine lang andauernde Stabilität entwickelt haben. Zweitens muss Religion und Theologie anerkennen, dass es für die Existenz Gottes keinerlei Sicherheit gibt, dass also zu jedem Glauben untrennbar auch der Zweifel hinzugehört.

Religion könnte somit als der Versuch verstanden werden, mit den Unsicherheiten des Lebens umzugehen, "ohne dabei verrückt zu werden".

Wer das ohne Religion kann: Alles ist gut.

Vielen ist aber Religion dabei eine sehr gute Hilfe.
Ich sage: Das Leben ist schwer genug. Ich mag darauf nicht verzichten, ärgere mich aber immer wieder, wenn Religion das Leben nicht leichter, sondern unnötig schwerer macht.

Das ist für mich als ev. Pfarrer der Prüfstein. Ich habe eine "gute Botschaft" zu verkündigen. Wenn dieses "Evangelium" das Leben schwerer macht, ist irgendwas falsch. Auch wenn sich manchmal zeigt, dass vermeintlich Schweres im Nachhinein als sinnvolle Erleichterung erscheint.

(Beispiel: Lernen ist manchmal ganz schön anstregend unbd kann nerven. Wenn man hinterher bei der Anwendung aber Erfolgserlebnisse sieht, die einem das Leben leichter machen, merkt man: Es hat sich gelohnt.
Beispiel: Lügen machen einem manchmal kurzfristig das Leben leichter. Langfristig wirkt es sich zerstörerisch auf die Gemeinschaft und das gegenseitige Vertrauen aus und es zeigt sich, dass der kurzfristig schwerere Weg insgesamt der leichtere ist.)

Ich glaube nicht, dass es eine Welt ohne Religion geben wird, solange es Menschen gibt. Religion ist wichtig für das Zusammenleben.
Religion muss kritisiert werden, wenn sie Menschen ausgrenzt und das Zusammenleben erschwert oder verhindert.
(Aktuelle Beispiele: Jene russisch-orthodoxen und muslimischen Geistlichen [gibt es auch in anderen Konfessionen und Religionen], die für die Corona-Krise Schwule verantworltich machen oder Menschen, die sich für die Anerkennung von z.B. Transsexuellen einsetzen.)

Ich würde sagen, nicht die Religionen, sondern eher Gott ist wichtig?

Ich unterscheide zwischen Glauben und Religion. Religion ist nur einer der Wege und einer der Vermittler von Gott, aber Religion ist nicht einzig und allein der Weg zu Gott.

Künstler finden durch ihr Talent die gestige Verbindung direkt zu dem universellen Gott sowie Mediziner, Biologen und andere Wissenschaftler durch ihre Wissenschaft. Auch die globale Liebe für alle Wesen ist der Weg zu Gott. Religion ist nur einer der Wege zu Gott. Philosophie und Esoterik sind auch die Wege zu Gott. Und deshalb ist die Religion nicht für alle Menschen wichtig. Aber Gott ist schon für alle wichtig: Denn es gibt niemanden, der denken kann, aber noch nie an Ihn gedacht hat.

Mir ist mein Glaube sehr wichtig. Ich finde es schön, wenn Menschen aus ihrem Glauben Hoffnung, Trost und Kraft schöpfen können. Ein solcher Glaube kann das Leben meiner Meinung nach sehr bereichern. Der christliche Glaube kann eine Motivation sein, sich für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen.

Ich bin Christ. Gott liebt Dich. Wenn Du einiges wissen möchtest, was mich überzeugt, dass es Gott gibt, dann kannst Du mich z.b. fragen oder auf mein Profil gehen.

Ich finde am Christentum u.a. schön, dass man an einen liebenden, gnädigen Gott glaubt und das die Nächstenliebe sehr wichtig ist.

  1. Es ist eine unbewiesene Behauptung, das immer in "aufgeklärten" Gesllschaften Religionen "wichtig" sind !
  2. Was soll eine "aufgeklärte" G. genau meinen ?!

Fest zu stehen scheint, dass jede Gesllschaft ein verbindliches Maß an Normen und Werten nötig hat und durchzusetzen verpflchtet ist.
Das allerdings muss keine transzendenten/religiösen Bezüge enthalten .

In dieser "aufgeklärten Gesellschaft" wären Religionen nur noch für Museen wichtig.

Ist Gott katholisch? Muslimisch? Ist Er ein Hindu? Oder ist Er die Natur oder das Universum? Gibt es Ihn überhaupt?

Noch sind Religionen für Milliarden Menschen wichtig, oftmals überlebenswichtig.

Religion ist falsch.

Wir wissen von Gott lediglich, dass Er unbeweisbar ist. Der Rest ist erfunden.

Irgendwann werden wir auch Religion beendet haben.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Ex-Christ, Ex-Muslim, schon ok so ✔️Hester Panim, Deus tacet

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