Warum sind Pornos ab 18 *+):)Gute Frage?

9 Antworten

Liegt an unserer sexualfeindlichen, christlichen Tradition: "Die bedeutendste negative Leistung des Christentums war die 'Problematisierung' der Sexualität (...) Wir brauchen eine Geisteshaltung, die in der Sexualität kein 'Problem', sondern ein 'Vergnügen' sieht. Den meisten Leuten fehlt dazu die Sicherheit - und oft auch die Liebe." (Dr. Alex Comfort, Arzt, Psychologe, Wissenschaftler und Schriftsteller)

Die hat auch dafür gesorgt, dass bis vor 50 Jahren Pornos auch für Erwachsene verboten waren. Im Prinzip mit den gleichen "Argumenten".

Aus dem katholischen Katechismus: "Unzucht ist die körperliche Vereinigung zwischen einem Mann und einer Frau, die nicht miteinander verheiratet sind. Sie ist ein schwerer Verstoß gegen die Würde dieser Menschen und der menschlichen Geschlechtlichkeit selbst, die von Natur aus auf das Wohl der Ehegatten sowie auf die Zeugung und Erziehung von Kindern hingeordnet ist. Zudem ist sie ein schweres Ärgernis, wenn dadurch junge Menschen sittlich verdorben werden."

"Der Geschlechtsakt darf ausschließlich in der Ehe stattfinden; außerhalb der Ehe ist er stets eine schwere Sünde und schließt vom Empfang der Heiligen Kommunion aus."

"Die leibliche Vereinigung ist nur dann moralisch zu rechtfertigen, wenn zwischen dem Mann und der Frau eine endgültige Lebensgemeinschaft geworden ist."

"Die menschliche Liebe läßt den bloßen 'Versuch' nicht zu. Sie verlangt eine endgültige und ganze gegenseitige Hingabe der beiden Partner.""

"Pornographie besteht darin, tatsächliche oder vorgetäuschte geschlechtliche Akte vorsätzlich aus der Intimität der Partner herauszunehmen, um sie Dritten vorzuzeigen. Sie verletzt die Keuschheit, weil sie den ehelichen Akt, die intime Hingabe eines Gatten an den anderen, entstellt. Sie verletzt die Würde aller Beteiligten (Schauspieler, Händler, Publikum) schwer; diese werden nämlich zum Gegenstand eines primitiven Vergnügens und zur Quelle eines unerlaubten Profits. Pornographie versetzt alle Beteiligten in eine Scheinwelt. Sie ist eine schwere Verfehlung. Die Staatsgewalt hat die Herstellung und Verbreitung pornographischer Materialien zu verhindern."

Da kommt dann halt so etwas bei rum, wenn solche Spinner was zu sagen haben - leider immer noch indirekt.

Wirkliche Gründe, also wissenschaftlich nachprüfbare außerhalb der gestörten Lebenswelt der Religiösen, gibt es hingegen, ähm, keine (s. https://www.gutefrage.net/frage/erotische-filmchen-im-teeniealter#answer-32711921).

Na ja, die Realität hat die Meinung der Dumpfbacken ja erfreulicherweise auch irrelevant gemacht. :)

PS: "Unergründlich ist die Lust der keuschen Christen, sich mit Vorkommnissen unterhalb der Gürtellinie anderer Leute zu befassen." (Gerhard Henschel, Schriftsteller)

PPS: Sehenswert ist übrigens die 4-teilige Doku Die Geschichte der Pornografie (2008).

Gekürzte Zusammenfassung:

1. Folge: Pornografie und Religion

In Babylon, 4000 v.Ch., wird mit Sexualität offen umgegangen (s. Gilgamesch-Epos). Es gibt Tempelprostitution, und Kranke könne sich durch Besuche bei Hetären "heilen". In der griechischen Antike, 1000 Jahre später, spaltet sich die weibliche Sexualität, und mit ihr ihre Symbole. Fortan gibt es eine schöne, verborgene, ideale Göttin, Aphrodite (Venus), eine verruchte, Baubo und die Göttin der Fruchtbarkeit, Demeter. Die Baubo ist heute vergessen. Die Venus ist geblieben. Mit dem Verschwinden des ursprünglichen, lebensspendenden Kerns, wurde der Raum umso größer für männliche Symbole: Der Übergang vom Matriarchat, mit durch den Mondzyklus bestimmten Schwangerschaften, zum Patriarchat, wo nur dem Sperma eine zeugende Kraft beigemessen wurde. Die Frau wird zum Gefäß. Die Dominanz ging über von den Priesterinnen zu den Priestern, und von den Göttinnen zu den Göttern, bis zum Schluss zum Eingott Zeus als obersten Gott, was verbunden war mit dem Phalluskult. Der griechische Mann war der absolute Herrscher über Frauen, Kinder und Sklaven. Die Frauen huldigen einmal im Jahr Dionysos, mit lauten Umzügen und Dildos, was aber die Kultur so prägt, wie z.B. die Kriege.

Auch außerhalb des römischen Reiches galt sexuelle Freizügigkeit: Das Kamasutra aus dem 2. Jhdt. Ca. 1000 Jahre alt sind die Tempel von Kairau, geprägt von indischen Religionen, das Tantra, die Liebeskunst - der Akt als Ereignis, als etwas Göttliches.

Im 4. Jhdt. wird das Christentum zur Staatsreligion des römischen Reiches.

"Das Christentum war eine Sekte unter anderen und hat diese vielen Mysterienkulte als Konkurrenten empfunden, und hat sich gegen die Konkurrenz durchgesetzt mittels Askese." (Dr. Gabriele Sorgo, Kulturhistorikerin)

"In der christlichen Kultur gibt es keine Verbindung von Sexuellem und Heiligem. Bzw. es gibt eine Verbindung, und das ist die Ehe. Sexualität ist geheiligt, also im Angesicht Gottes, nur vollziehbar innerhalb der Ehe. Und in anderen Kulturen gibt es Sexualität als eigene Kraft, oder als eigenes Heiliges, z.B. wie bei dionysischen Kulten, oder bei Tempelpriesterinnen." (Ariadne von Schirach, Autorin)

Lust gilt im Christentum als verdächtig. Es steht schließlich in der Schuld eines Gottes, der seinen einzigen Sohn geopfert hat. Versagung und Verzicht sind die Attribute des Edlen. Die Religion des Kreuzes baut auf Leiden und Schmerz. Keine Heiligenlegende kommt ohne diese aus.

Pornografie ist das Fleischliche ohne Bezug zum Geist, und Religion das Geistige ohne Verunreinigung durch fleischliche Gelüste. So will es das Christentum.

Doch Ausschweifungen, sexuelle Abbildungen und Zeugnisse früherer Epochen gehören zum Alltag. Sie können bemäntelt werden, und bleiben doch allgegenwärtig.

Was wir heute als "pornografisch" empfinden, war früher nur "natürlich".

3. Folge: Pornografie und Zensur

"Mir liegt nur daran, dass man versteht, dass diese drastischen erotischen Darstellungen in der Antike zum Alltag gehörten. Das war also nichts Besonderes. Vom Kleinstkind bis zum Greis, war man davon täglich umgeben. Und zwar sowohl zu Hause, wie auch im öffentlichen Raum." (Prof. Dr. Erwin J. Häberle, Sexualwissenschaftler)

Die alten Griechen und Römer kannten keine Verbote und Tabus, wie Menschen mit Sexualität und ihrer Darstellung umzugehen haben. Erst das frühe Christentum unterscheidet sich von anderen Religionen durch Askese und Enthaltsamkeit. Die Religion des Kreuzes sieht Sexualität als unnatürlich - feste Rituale stehen gegen die Lust.

"Fasten sollte überhaupt sämtliche Lüste absterben lassen - was ab einem bestimmten Punkt auch stimmt. Dann womöglich Schmerz, also entweder eiskaltes Wasser im Winter - man nimmt in Eisbäder im Fluss -, oder man legt sich in Brennnesseln, in Dornen, man schläft auf Scheiben. Es geht also darum, sexuelle Impulse zu übertönen und abzutöten." (Dr. Gabriele Sorgo, Kulturhistorikerin)

Die Kirche duldet kein Abweichen von ihren Vorstellungen von Sitte und Moral. Verbote, Repressionen und Folter gehören zur Tagesordnung. Die katholische Kirche allein normiert: Was ist erlaubt, was ist "normal", was ist "anormal".

Die Macht des Kreuzes, die sich anfangs gegen Einzelne wendet, richtet sich bald gegen ganze Landstriche: Wer den Glauben nicht für sich erkennt, wird zu ihm bekehrt - das Zeitalter der Kreuzzüge beginnt. Die Zeugnisse früherer Kulturepochen werden getilgt. Freizügige Darstellungen verschwinden - bis heute.

"Das größte Archiv der Welt in dieser Hinsicht, ist das Archiv des Vatikans, was bis heute leider immer noch nicht geöffnet ist. Ich denke, wenn das einmal geöffnet wird, dann muss die Geschichte der Pornografie völlig neu geschrieben werden, dann kann sie überhaupt erst geschrieben werden, denn die katholische Kirche hat sich besonders hervorgetan in der Tabuisierung und der Zensierung und auch in der Zerstörung und im Diebstahl solcher erotischer Darstellungen." (Prof. Dr. Werner Faulstich, Medienwissenschaftler)

Die Zensur in der protestantischen Kirche ist dann komplexer als in der römisch-katholischen. Was recht und zulässig ist, wird nicht in Rom bestimmt, sondern von den lokalen Fürsten. Aus kirchlicher Zensur wird staatliche.

"Die Jagd nach Pornografie die setzte eigentlich erst so im 17./18. Jhdt. ein. Und da war das Motiv, dass man eben die geistig Schwachen vor sittlicher Verwahrlosung bewahren muss, dass es Aufgabe des Staates ist, die Sittlichkeit zu fördern, und das man das Unsittliche irgendwie unterdrücken muss. Was nun genau das Sittliche und das Unsittliche war, das hing nun von der jeweiligen Gesellschaft ab." (Prof. Dr. Erwin J. Häberle, Sexualwissenschaftler)

"Die Syphilis (im 19 Jhdt.) hat, wie Aids heute - nur noch in viel schlimmeren Maße -, die ganzen Moralvorstellungen, Sitten und Gebräuche radikal verändert." (Prof. Dr. Erwin J. Häberle, Sexualwissenschaftler)

Um den Schutz der Bevölkerung geht es jedoch nur vordergründig. Der Puritanismus hat das britische Empire erfasst. Konservative Moralvorstellungen und freizügige Darstellungen stehen sich unvereinbar gegenüber. Die Seuche konnte helfen, das Feld der Auseinandersetzungen zu verlegen. Wenn Pornografie Krankheiten förderte, war der moralische Diskurs entschieden.

"Der Diskurs der Moral - du sollst nicht, weil du sonst in die Hölle kommst -, wurde ersetzt durch einen sozial-hygienischen Diskurs - du sollst nicht, weil du sonst krank wirst, weil du sonst deine Kräfte verausgabst, weil du sonst ein schlechter Staatsbürger bist, und so weiter." (Dr. Gabriele Sorgo, Kulturhistorikerin)

"Man darf aber auch nicht vergessen, jetzt historisch betrachtet, dass mit der steigenden Verbreitung pornografischer Schriften ab dem 18. Jhdt. die Krankheit der 'Onanie' erfunden wurde - ziemlich genau am Anfang des 18. Jhdt. Also hat man mit der 'Onanie' sozusagen eine Krankheit entdeckt, die ja keine Krankheit ist, sondern man hat sich Sorgen gemacht, dass die Lüste des Menschen in die Unendlichkeit führen, wenn man das zulässt." (Dr. Gabriele Sorgo, Kulturhistorikerin)

"Pornografie ist Gift!" Das behauptet Lord Campbell 1857 im britischen Oberhaus, als dort zum ersten Mal ein Gesetz gegen Pornografie erlassen wird: der "Obscene Publication Act". Am Tag der Debatte steht zufällig auch ein Gesetz über Giftstoffe auf der Tagesordnung: Arsen oder Obszönität? Es ist keine Frage, was den Lords gefährlicher erscheint.

Und die Zukunft?

"Computergenerierte Lebewesen! Und da wird ja auch das Argument hinfällig, dass da irgendjemand ausgebeutet wird, dass da irgendwie eine lebende Frau ausgebeutet wird." (Prof. Dr. Erwin J. Häberle, Sexualwissenschaftler)

Warum sind Pornos nicht an 15 oder 14, da ist man auch schon alt genug um zu verstehen das Pornos unecht und so sind und aufgeklärt ist man meistens auch schon lang.

.....

Les dir mal eine halbe Stunde lang hier auf GuteFrage die Fragen im ''Sex'' Bereich durch und behaupte DAS dann noch mal...

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Das hast du Recht!

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WEil die heutige Generation sich denkt, dass Kondome unnötig sind, wenn sie sich die pornos ansehen, und dadurch resultieren nunmal kinder. In pornos werden nämlich keine Kondome verwendet (glaube ich😅)

Also sind die ganzen 15 und 14jährigen doch nicht so schlau wie es die meisten denken (nicht alle, aber die meisten)

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