Warum sind "normale" Menschen zu dicken Menschen so komisch?

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Erst mal: Es heißt bitte normalgewichtig, nicht "normal". Dicke sind nicht unnormal, zumal in unserer Gesellschaft.

Der Grund für das kritische, abfällige Verhalten dürfte allg. unsere Kultur, besonders Werbung sein, die suggeriert, dass nur schlanke Menschen schön und wertvoll sind und dass man alles tun sollte, um schlank zu werden und zu bleiben. Dies wird zum einen durch zahlreiche Werbesendungen für Diäten, Diätdrinks etc. suggeriert, aber auch dadurch, dass attraktive Menschen in Filmen meist schlank sind.

Es gibt zahlreiche Gründe für Übergewicht, zumal in unserer Gesellschaft, in der Essen problemlos verfügbar ist und oft "versteckte" Kalorien enthält (man kann problemlos mehrere Burger bei MacDonald's essen, bis man satt ist - es werden einem dabei nicht die hohen Energiegehalte der Burger bewusst. Bei anderen Lebensmitteln ist es ähnlich, siehe auch das Thema "Portionsangaben von Herstellern").

Einige Menschen essen aus Frust, andere aus Gewohnheit oder Einsamkeit. Einige Menschen haben tatsächlich einen effektiveren Stoffwechsel als andere. Einige Menschen haben ein passendes Sättigungsgefühl, andere sind erst satt, wenn sie schon mehr als ihren Tagesbedarf an Energie aufgenommen haben. Einige Menschen machen freiwillig gern Sport, andere haben schlechte Erfahrungen damit gemacht, vor allem im Schulsport, und können sich schwer dazu motivieren. Einige Menschen haben Stoffwechselstörungen...

Keiner isst, weil er dick werden will (jedenfalls dürfte das sehr selten sein). Die meisten Dicken, die abnehmen wollen, haben große Probleme, ihr Verhalten dauerhaft so umzustellen, dass sie abnehmen können. Für wenige ist Essen tatsächlich Hobby und reduzierte Kalorienaufnahme fühlt sich wie eine Strafe an.

Wenn der Schlanke nach dem Salamibrötchen statt ist, soll er sich freuen. Der Dicke fühlt sich vielleicht nach dem Salamibrötchen, als hätte er erst einen Bissen genommen. Der Schlanke soll sich auch mal fragen, warum das Brötchen bei ihm nicht ansetzt, schließlich enthält ein (gekauftes) Salamibrötchen auch für den Schlanken Mayonnaise und Wurst, die mehr Kalorien haben, als man beim Essen erwarten oder in einem normalen selbst belegten Salamibrötchen haben würde.

Am Schluss sollte man sich fragen, warum man es nötig hat, auf andere herabzusehen. Wie kommt man zu dem Urteil, dick sein wäre schlimm? Es gibt sicher Übergewicht, das schädlich für den Betroffenen ist, aber nicht unmittelbar für den Schlanken. Mag sein, dass seine Krankenkassenbeiträge auch die Behandlung der Folgen des Übergewichts zahlen, aber dies gilt auch für Raucher, Alkoholkosnumenten und andere "Fehlverhalten".

Dicke haben es in unserer Gesellschaft schon schwer, sie finden z.B. nicht so einfach gut aussehende Kleidung. Oft unterstreicht die Kleidung im Gegenteil ihre "Problemzonen". Statt Mitleid hierfür zu erfahren, schaut man nun noch extra auf sie herab? Das sollte eher die Schlanken beschämen, die so ein Verhalten an den Tag legen.

Evolutionär sind wir so gepolt, dass wir fettiges, süßes Essen bevorzugen. Versteckte Fette beurteilen wir oft nicht als solche beim Essen. Die Nahrungsmittelindustrie macht es uns oft leichter, etwas Ungesundes zu essen als etwas Gesundes (das Ungesunde wird stärker beworben, schmeckt besser, ist teilweise - bei Fertigprodukten - billiger). Sättigungsgefühl und Kalorienaufnahme passen nicht zueinander (man ist erst satt, wenn man zu viele Kalorien aufgenommen hat). Stress-Essen ist bekannt und wird teilweise durch die Werbung und Verfügbarkeit bestimmter Lebensmittel noch gefördert (auf der Straße kann man eher Würstchen kaufen als Salate).

Und ja, es gibt sie: Dünne, die mehr essen können als Dicke und trotzdem nicht zunehmen und Dicke, die relativ wenig essen ud trotzdem nicht abnehmen.

Wer wissen will, zu welchen Extremen dieses Fat-Shaming führen kann, sollte mal das Buch "Wonneproppen" bzw. "The heavy" von Dara-Lynn Weiss lesen und sich wirklich in das betroffene Kinde hineinversetzen.

Stressessen ist mir nicht bekannt. Wer isst bitteschön wenn er oder sie gestresst ist? Ich kenne Frustesser aber aus Stress mehr futtern..??!!

Ich kenne es eher umgekehrt. Viel Streß verursacht das man abnimmt, zwar nicht auf gesunde Art und Weise aber man nimmt ab.

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Unter stress essen viele Menschen viele Snacks als Nervennahrung

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Sehen wir mal von krankhaften Stoffwechseldisfunktionen ab. Die sind so selten, dass man sich als Dicker wirklich nicht ständig darauf berufen kann.

Aber insgesamt hast Du recht, Übergewicht beruht hauptsächlich auf falscher Ernährung. Und das ist auch der Grund, warum man vielen Dicken (ich meine nicht die Pummeligen sondern die monstruös Verfetteten) Unmäßigkeit, Verfressenheit und völligen Mangel an Disziplin sowie generelles Desinteresse an gesunder Ernährung unterstellt. Und Entgrenzung harmoniert nicht mit einer gesellschaftlichen Grundhaltung, die auf Aufklärung und Vernunft basiert.

Aber die Aufklärung hat noch eine anderes Seite, die heißt Toleranz. Keiner findet extrem Dicke besonders umwerfend schön, aber ihre Existenz zu tolerieren, befiehlt uns die gleiche Vernunft, in deren Namen wir sie jetzt oft diskreditieren.

Zudem haben wir unsere Gesellschaft mit ihren ungesunden Nahrungsmitteln alle gemeinsam geschaffen, auch die schlanken, smarten Boys im Silikon Valley haben da mitgeholfen, und zwar ebenfalls im Namen einer in diesem Fall leider missverstandenen Aufklärung, die glaubt "immer mehr" bedeutet zugleich "immer besser".

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Wahrscheinlich liegt es am selbstwert der Personen die sich dadurch wahrscheinlich teilweise überlegen bzw. besser fühlen wenn man dumme Kommis über andere Menschen bringt die aus der Norm fallen.... Nur traurig

Das sind keine "normalen" Menschen sondern nur bestimmte Alters- und Bildungsschichten. Auch mangelnde Lebenserfahrung spielt dabei eine große Rolle.

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