Warum sind Moralische Dilemma interessant für die Philosophie?

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4 Antworten

Soweit ich weiß, interessieren sich vor allem Psychologen für moralische Dilemmata. Wir wissen wenig darüber, wie ein moralisches Urteil zustande kommt -- jedenfalls hat es wenig mit rationalen Erwägungen zu tun -- und offensichtlich sind Menschen im einen Fall leicht dazu zu bewegen, jemanden zu töten, wenn damit andere gerettet werden können, in fast gleichen Situationen, die sich nur in einem unwesentlichen Detail unterscheiden, aber nicht (z.B. Trolley-Dilemma). Und natürlich interessieren sich Juristen dafür und Politiker, die Gesetze erlassen müssen.

Warum gibt es in Deutschland fast keine Organspender und in anderen Ländern viel mehr? In fast allen Opt-In-Ländern mangelt es an Organspendern, in Opt-Out-Ländern gibt es ein Vielfaches. Gezwungen wird in keinem Land jemand dazu, aber wo man das Opt-In-Verfahren wählt, will die herrschende Regierung offensichtlich das Themas Organspende (aus religiösen Gründen vielleicht) nicht angehen: http://blog.iw-akademie.de/wp-content/uploads/2016/06/Postmortale-Organspender-1.png


Die gerade-aus-Moral ist meistens (nicht immer) sehr geläufig. Dass ich jemanden nicht töte oder ausraube, ist für vielen selbstverständlich und bedarf keine tiefgehende Analyse.

Es wird erst interessant, wenn verschiedene gegenläufige oder sogar widersprüchliche Anforderungen gleichzeitig erfüllt werden müssen. Dann gibt es eine Abwägung der Priorität an Hand von übergeordneten Normen und Werten.

An solchen Dilemmata (Mehrzahl von Dilemma) kann der Philosoph sich dann richtig austoben und dann sind auch Diskurse (Philosophische Streitgespräche) sinnvoll.

Hi,- wie kommst du zu der Annahme, dass moralische Dilemmata interessant für die Philosophie wären? Ist es nicht eher eine Frage an die Psychologie und zwar derart, dass geklärt werden müßte wo der Mensch aktuell evolutionär steht wenn "der Bauch" immer noch stärker als "der Kopf" ist?

Es steht dir ja vollkommen frei, dich nach dem Stand der Logik in der Ethik auch zu verhalten. Und in der Regel berufst du dich (intuitiv) ja auch darauf wenn du reklamierst, dass du "ungerecht" behandelt wirst.

Kurzum: Wie wird Einsicht (so sie den vorhanden ist) zur Tugend - also Erkenntnis zu Verhalten? Wie muß ein Sozialisationssystem aussehen, damit Menschenrechte nicht nur propagiert sondern auch gelebt werden?

Ein Dilemma sehe ich da für die Philosophie nicht - nur verschiedenen Theorien mit unterschiedlicher Qualität ( z.B. Prinzipienethik und Utilitarismus). Aber wer da die bessere Logik auf seiner Seite hat - dafür braucht man kein Abitur - nur etwas "gesunden Menschenverstand". Aber solange jeder von uns gerne "Notstandsbegründungen" für seine individuell-aktuellen und emotional gesteuerten Bedürfnisse und Reflexe in Anspruch nimmt und solange man damit auf der "Gewinnerseite" steht wird wohl der Utilitarismus weiter sein Unwesen treiben. - Na ja,- wenn wir ein System hätten, in welchem jeder dem Mathelehrer seine eigene Ansicht zum Satz des Phythagoras geben könnte hätten wir wohl dasselbe Chaos in der Mathematik. ;-)

Gruß

In der Philosophie wird versucht alles Menschliche zu verstehen und zu erkunden.

Dilemma sind nach ihrer Definition irrational oder zweiseitig.

MfG

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