Warum sind Kirchen immer so pompös aufgebat?

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Der Hauptgrund ist wohl wohl: Je höher das Gebäude, desto kleiner und damit unwürdiger fühlt sich der Mensch darin. Hier geht es darum, dass sich die Leute so leichter unterordnen lassen.

Andererseits sollte die Kirche eines Ortes schon immer von weitem zu sehen sein, sozusagen als Machtsymbol gleich von außen: Dieses Dorf gehört der Kirche!

Oft denkt man auch, dass man die Kirchen so hoch gebaut hat, damit man näher an Gott ist. Was allerdings dagegen spricht, ist dass der Turmbau zu Babel im Alten Testament als Selbstüberhebung angesehen und daher von Gott zerstört wurde. Ist zwar nur eine Geschichte, aber Christen glauben ja daran.

Ist Selbstüberschätzung nicht ein grundlegendes Problem der Kirche ?!

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@AllesKnower

Ich fürchte, die Kirche überschätzt sich nicht sehr oft. All diese Maßnahmen haben ja immer hervorragend funktioniert und die Kirchen haben sich bis heute einen Großteil ihrer Macht erhalten können, indem sie sich immer auf die Seite der Mächtigen schlug (seien es H.itler, Mussolini, Stalin oder einfach die heutigen Regierungen, von denen sie weiterhin uneingeschränkte Unterstützungen genießt.) Sie ist vermutlich die älteste und immer noch eine der mächtigsten Organisationen der Welt, verfügt über unglaubliche Geldreserven, Ländereien, Kunstgegenstände usw. und hat eigentlich in allen anderen mächtigen Organisationen ihre Leute sitzen. Nicht umsonst verfügt der Vatikan über den größten Geheimdienst der Welt. Wer über solch umfassende Informationen verfügt, verschätzt sich nicht sehr leicht...

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@Demandanto

Das mit den Geheimdiensten ist aber nicht dein Ernst, oder??? Der größte ist Der Amerikanische CIA. Der zweit größte ist der Iranische Vevak. Danach Israel, Pakistan, Frankreich. Aber nicht der Vatikan!!!

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@peter678

Doch, das ist mein ernst. Allerdings ist der Geheimdienst des Vatikans nicht offiziell und hat daher auch keinen festen Namen. Er arbeitet auch ganz anders.

Sieh es mal so: Im Mittelalter gab es keine Massenmedien und lange nicht die Informationsbeschaffungsmaßnahmen von heute. Dennoch war die Kirche allgegenwärtig und über alles informiert. Ein Großteil des öffentlichen Lebens spielte sich in und um die Kirchen herum ab. Der beste Trick war allerdings die Einführung der Beichte: Jeder, der auch nur sündige oder zweifelnde Gedanken hatte, ging damit zu seinem Beichtvater (oder wie der auch hieß) und berichtete ihm darüber. Dieser war zwar offiziell zur Verschwiegenheit verpflichtet, aber wenn es irgendetwas auffälliges zu berichten gab, wurde das natürlich im Interesse der Kirche nach oben weitergeleitet. Die Kirche war also über alles informiert, in welchen Dörfern Aufstände drohten, wo es mögliche Aufrührer gab, wer auch nur mit dem Gedanken spielte usw. DAS war der "Geheimdienst" des Mittelalters.

Der heutige sieht im großen und ganzen nicht komplett anders aus. Auch heute noch gibt es die Beichte und Christen sitzen auch überall in hohen Ämtern. Natürlich agiert von diesen nicht jeder als Spion für den Vatikan, aber die Kirche kommt darüber auch an Informationen, ohne dass derjenige das unbedingt merken muss. Als Christ vertraut man der Kirche ja im allgemeinen. Und zweifel mal bloß nicht daran, dass der Vatikan diese Informationen nicht auch auszuwerten und auszunutzen versteht!

Dass diese Informationen auch handfeste Folgen in Form von Morden haben, kannst du hier auch mal nachlesen: http://www.freie-christen.com/reichtumderkircheistblutgeld.html#Mord

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@Demandanto

Gute Seite. Das die Kirche Dreck am Stecken hat und immer hatte, bezweifelt ja auch Keiner. Ob man das als Geheimdienst ansehen kann??? Weiß ich nicht, aber unbestritten ist ja auch das sie kräftig bei den freimaurern und Sculs & Bounce mittmischen. In gewisser Weise könnte man sie tatsächlich als einen Geheimdienst ansehen, aber eben kein Regulärer.

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@peter678

Das mit der Bezeichnung "Geheimdienst" ist wohl Ansichtssache, aber der Zweck wird halt erfüllt. Ehrlich gesagt hab ich mich als Kind mal gewundert, dass ein Geheimdienst überhaupt einen Namen und eine Beschreibung für die Öffentlichkeit haben kann, wo er doch eigentlich geheim sein sollte. Oder sind diese Geheimdienste eigentlich nur Fassade und die wahren "Geheim"dienste sind ganz andere? ;)

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Jesus hat tatsächlich keine Gebäude gebaut. Erst nachdem das Christentum unter Konstantin zur Staatsreligion ausgerufen wurde, wurden Basiliken errichtet. Im Laufe der Kirchengeschichte veränderte sich vieles und es kamen Lehren dazu, die besagten, dass die Gläubigen Werke zur Errettung beitragen müssten. Das Papstum wurde zentrale Kirchenmacht und damit wurden Gebäude immer wichtiger, um diese zu finanzieren kam es zum Ablasshandel. Damit wurden viele Bauten errichtet. Die Menschen spendeten oft ihre Vermögen, um im Fegefeuer ihre Verweildauer zu verkürzen, so häufte sich das Geld. Wegen dieser Lehren kam es zur Spaltung unter Martin Luther. Er reformierte die Kirche, um sie zum Ursprung zurückzuführen. Die katholische Kirche reagierte in der Gegenreformation mit noch prunkvollen Kirchengebäuden, um zu demonstrieren, dass die katholische Kirche die wahre Kirche ist. Aber nicht jeder Kirchenbauer hat sich selbst ein Gebäude gebaut. Da gab es sicherlich auch Motive, aus der Gottesverehrung heraus. Kirchen im Mittelalter dienten oft nicht nur als Gotteshäuser, sie waren auch Marktplätze und Versammlungsort für die Räte - ein Multifunktionsgebäude. Aber nicht nur Kirchenfürsten haben gebaut - wer baut heute die grössten Gebäude, um die Welt zu beeindrucken? Menschliche Motive, sich selbst einen Namen machen zu wollen.

Aus genau dem gleichen Grund, aus dem Moscheen "pompös" sind, die Tempel der Hindus und die der Buddhisten. (Auch der Buddha war zeitlebens freiwillig arm. und Mohammed war Kaufmann, aber kein Krösus.) Man baut prächtige und repräsentative Sakralbauten, um seine Religion zu verherrlichen, die Ehre der Götter oder Gottes zu mehren, die Andacht zu fördern und anderen Menschen zu zeigen, wie viel einem das Bekenntnis zum Glauben wert ist.

Aus heutiger Sicht ist ein barocker Kirchenbau nicht mehr angebracht und entspricht auch nicht mehr der Religiosität dieser Zeit. Zur Barockzeit war das angemessen und richtig und paßte zum Zeitgeschmack. Und wenn Du Dich mit offenen Augen umsiehst, findest Du nicht nur gothische Kathedralen und barocke Pracht, sondern auch Kirchen und Kapellen aus neuerer Zeit, hinter deren Bauform ganz andere Ideen stehen. Daß man zur Ehre Gottes nicht nur das verwendet, was der Sperrmüll hergibt, sondern sich Mühe gibt, etwas Schönes zu schaffen, ist m. E. kein Fehler. Du erwartest von Deinen Freunden ja auch nicht, nur den Abfall geschenkt zu bekommen. Gruß, q.

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