Warum sind Jagdhunde so oft ungehorsam?

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7 Antworten

Es kommt immer darauf anf, wofür die jeweiligen Hunde gezüchtet worden sind.

Ich hatte immer Jagdhunde, aktuell u.a. einen Parson Russell. Diese Hunde werden für die Baujagd gezüchtet (z.B. auf Füchse) und folglich alleine in den Bau geschickt. Wenn sie dort auf Anweisungen warten würden und auf Kooperation mit ihrem Hundeführer angewiesen wären, würde sie das ihr Leben kosten. Sie müssen sehr selbstbewusst sein, eigenständig denken, handeln und entscheiden und sie müssen einen starken Jagdtrieb haben, um überhaupt eingesetzt werden zu können.

Trotzdem ist mein PR kontrollierbar und abrufbar, aber das Training ist anders und zeitintensiver als mit einem Hund, der auf Kooperation mit dem Menschen gezüchtet worden ist. PRT und auch Jack Russell Terrier folgen nur, wenn sie einen Sinn darin sehen. Man braucht ständige Konzentration und muss schneller denken und handeln als der Hund und zudem noch eine bessere Alternative haben. Für viele Hundehalter ist das purer Stress, für Liebhaber der Rasse genau der Grund dafür, dass sie sich so einen Hund holen.

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Kommentar von Naninja
16.05.2016, 23:26

Noch eine Anmerkung:

Ich habe auch schon von anderen Jagdhunden gehört von denen berichtet wird das sie sobald sie ein Wildtier sehen außer Kontrolle und nicht mehr abrufbar sind weil sie eben einen besonderen Jagdtrieb haben.

Das passiert regelmäßig, wenn Jadhunde als Begleithunde angeschafft werden und sich die Halter nicht mit ihren Hunden auseinandersetzen, indem sie z.B. Anti Jagd Training machen oder ihrem Hund eine vernünftige Alternative bieten, um den Jagdtrieb auszuleben.

Es gibt zudem individuelle Motivation für den Jagdtrieb, z.B. Hunger, Langeweile, das Laufen in nicht optimal zusammengestellten Gruppen, frühere Jagderfolge etc.. Und es gibt einen Vorlauf- Jagdhunde rasen nicht einfach los, sondern zeigen an, was sie planen.

Wenn ich mit einem hungrigen Hund, der nicht vernünftig ausgelastet ist, in den Wald gehe, sämtliche Vorzeichen übersehe und dann nicht im Vorfeld mit Reizangel oder Schleppleine trainiert habe, ist der Hund weg. Das liegt allerdings nicht am Trieb des Hundes, sondern an der Unfähigkeit des Halters, sich auf seinen Hund einzustellen.

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Ich glaube, wenn es jemandem gelingen würde, einen bereits gehorsamen Hund zu züchten - der hätte ausgesorgt.

Hunde müssen - ebenso wie kleine Kinder - an den Lebensalltag "angepasst" werden - bedeutet: sie müssen lernen, sich an Regeln zu halten, Grenzen zu akzeptieren. Diese Lernphase nennt sich Erziehung.

Den unterschiedlichen Hunderassen ist eines gemein: sie verfügen alle über ganz spezielle Charaktereigenschaften, entsprechend den Aufgaben, für die diese Rasse gezüchtet wurde.

Jagdhunde verfügen demnach über einen ganz besonders ausgeprägten Jagdtrieb und oft auch über die Fähigkeit, recht selbstständig zu entscheiden, wie sie ihrer gestellten Aufgabe am besten gerecht werden.

Viele Windhundrassen wurden so gezüchtet, dass der Hund das Wild alleine und in eigener Regie oft über viele Kilometer hetzte und verfolgte und - wenn alles gut lief - auch erlegte. Andere wiederum wurden gezüchtet, um im größeren Rudel gemeinsam das Wild zu treiben, wobei es Treiber und Fänger gab - gut z.B. für die Hasenjagd.

Nun hat sich die Jagd über die Jahrhunderte völlig geändert und KEIN Hund darf heute mehr (zumindest hier in Deutschland) so ganz alleine für sich jagen gehen.

Und Hunde, die jagdlich geführt werden, sind so gut trainiert und überprüft, dass sie auch nicht alleine jagen, sondern nur genau das tun, was ihr Führer von ihnen verlangt. Dass sie dabei aber immer noch einige Entscheidungen alleine treffen müssen, liegt in der Natur der Sache.

Für viele Menschen ist es aber ungeheuer schwierig, Hunde, die über solch einen speziellen Charakter und einen solch ausgeprägten Jagdtrieb verfügen, zu erziehen. Meist machen sich viele Menschen auch gar nicht die Mühe, sich wirklich mit den Gegebenheiten einer Rasse auseinanderzusetzen, sondern suchen sich den neuen Lebensgefährten nach einer "Mode" aus, oder nach dem äußeren Erscheinungsbild.

Dass es sehr viel schwieriger ist, so einen Hund mit wenig Erfahrung und Wissen zu erziehen als einen Hund einer anderen Rasse, die über ganz andere Charaktereigenschaften verfügt, steht außer Frage.

Aber auch andere Rassen stellen so ganz eigene, hohe Anforderungen an die Besitzer: wer glaubt, eine Arbeitsrasse als unterbeschäftigten Schoßhund halten zu können, der wird ebenso Probleme bekommen, wie derjenige, der meint, Mini-Rassen wären mit Mini-Spaziergängen zufrieden.

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Kommentar von brandon
16.05.2016, 22:28

Ich glaube, wenn es jemandem gelingen würde, einen bereits gehorsamen Hund zu züchten - der hätte ausgesorgt.

Vielen Dank für diese überaus wichtige Information. 

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Ich denke nicht, dass man Hunde folgsam züchten kann. Wie bei Menschen kommt es auf die Erziehung des Hundes an.

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Kommentar von brandon
16.05.2016, 22:35

Vielen Dank für Deine Information. Da habe ich doch tatsächlich was für's Leben gelernt. 😄

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Ungehorsam?

(Hoffe du verwechselst ungehorsam jetzt nicht mit der agilität und dem Spieltrieb, das macht solche Hunde ja grade aus^^)

Ansonsten, sorry, aber dann an Dir... mein Hund (Border Collie -- Jagd,-und Hütehund) isn janz braver.

Hundeschule hat mir sehr geholfen.

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Kommentar von brandon
16.05.2016, 22:40

Ansonsten, sorry, aber dann an Dir..

Ich habe keinen Schimmer was Du damit meinst. 😮

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Jagdhunde werden so erzogen, dass sie das "wilde" beibehalten, damit sie eben noch auf die Jagd gehen. Ansonsten würde das nicht funktionieren.

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Jagdhunden ist fast ausschließlich gemein, dass sie gezüchtet wurden, um selbstständig ihren Job zu tun.

Und zwar gemäß der Bedeutung des Wortes: SELBST und STÄNDIG

Der Hund muss in der Lage sein, ohne seinen Herrn "Entscheidungen" zu treffen.

Wie stellst Du Dir einen Dackel im Dachsbau vor? Mit Megaphon, damit er das Kommando seines Herren empfängt?!

Diese Spezialisten handeln gemäß eines angeborenen Triebes, der genau DARAUF abzielt. Deshalb vermitteln noch viele Züchter dieser Jagdhundrassen auch nur an Jäger.

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Kommentar von brandon
16.05.2016, 21:53

Du verstehst nicht was ich meine.

Mal angenommen der Hund ist bei einer Jagd dabei und plötzlich springt ein Reh auf. Was nutzt es dann wenn der Hund kopflos dem Reh hinterherhetzt bis er verschwunden ist und sein Besitzer ihn dann suchen muß?

Oder der Hund erwischt ein Wildtier und macht sich damit aus dem Staub.

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Kommentar von brandon
16.05.2016, 22:32

Wie stellst Du Dir einen Dackel im Dachsbau vor? Mit Megaphon, damit er das Kommando seines Herren empfängt?!

Nein ich bin davon ausgegangen das er einen kleinen Lautsprecher im Ohr hat über die er seine Informationen bekommt. 😮

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Irgendwie ist mir deine Frage nicht wirklich verständlich?

Natürlich gibt es sehr viele Jagdhundrassen. Alle zeichnen sich durch einen entsprechend starken Jagdtrieb aus.

Aber kein Hund kommt erzogen zur Welt - das ist Aufgabe des Besitzers, den Hund so zu formen, zu erziehen, dass er in unsere heutige Welt passt.

Und die wenigstens Jagdhundrassen sind überhaupt für die jagdliche Führung in Deutschland zugelassen.

Und zugelassende Jagdhunde, die jagdlich geführt werden, sind entsprechend gut ausgebildet und hören auf die erlernten Kommandos.

Was also willst du tatsächlich wissen?

Dass dir nicht klar ist, dass man keine folgsamen Hunde züchten kann, sondern dass Hunde immer entsprechend erzogen werden müssen, nehme ich dir nicht ab, denn du antwortest ja auch fleißig bei entsprechenden Hundefragen. Dieses elementare Wissen kann dir dann doch wirklich nicht unbekannt sein?

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Kommentar von brandon
17.05.2016, 23:26

Da ich bei meiner aktiven Zeit im Hundeverein Hunde für Schutzhundprüfungen ausgebildet habe weiß ich selbstverständlich das jeder Hund erzogen werden muß.

Das wird jetzt mein letzter Versuch zu erklären was ich mit meiner Frage wissen wollte.

Ich nehme jetzt noch mal den Shiba Inu als Beispiel aber nicht weil ich diese Hunde nicht mag sondern deswegen weil ich schon so oft gelesen habe das diese Hunde so eigensinnig sind und das sie selbst entscheiden ob sie gehorchen oder nicht.

 Da das jedoch Jagdhunde sind habe ich mich gefragt warum man einen Hund zur Jagd züchtet der die Charaktereigenschaft besitzt das er nur das tut was er für richtig hält und daher nicht zuverlässig auf Kommandos hört.

Oder ist es gar nicht so das diese Hunde wegen ihrer Eigenwilligkeit unkontrollierbar sind? Denn so wird dieser Hund ja beschrieben und zwar nicht von mir sondern von Besitzern solcher Hunde.

Du schreibst das ein ausgebildeter Jagdhund zuverlässig auf Kommandos hört und das ist auch die Vorstellung die ich von einem Jagdhund habe.

Wie kann es dann sein das ein Shiba Inu der für die Jagd gezüchtet wurde schwer bis gar nicht erziehbar ist? Und noch mal, das sage nicht ich über diese Hunde sondern deren Züchter und Halter.

Du kannst ja selbst mal nachlesen welche Aussagen über den Shiba Inu bei GF gemacht werden.

Wenn meine Frage nun immer noch nicht zu verstehen ist dann gebe ich es auf. 😓 Vergesst dann die Frage denn soo wichtig ist sie mir auch nicht da ich keine solchen Hund habe. 

Ich hoffe das jetzt niemand meint er müsste mir erklären das es einen Unterschied zwischen Schutzhundausbildung und Jagdhundausbildung gibt. Sonst muß ich mich eingraben. 😄

LG

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