Warum sind immer mehr Kinder und Jugendliche psychisch krank?

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"Muss es aber eigentlich nicht früher viel mehr psychisch kranke Kinder gegeben haben? Insbesondere da in den 60er Jahren noch fast alle Kinder mit Gewalt erzogen worden sind? (..)"

Theoretisch hast du sicherlich recht.. Aber vielleicht liegt das auch ein wenig daran, wie Kinder HEUTZUTAGE erzogen werden.

Ich meine, ich bin Baujahr '88.ich wurde in meiner Kindheit nich geschlagen oder ähnliches.. Meine Eltern sind beides einfache Arbeiter.. Mir wurde beigebracht, daß, wenn ich etwas will, ich dafür arbeiten muss, ich nicht jeden mögen muss und meinen Mund aufmachen soll, wenn mir etwas widerstrebt. Mir wurde auch beigebracht, daß es häufig jemanden gibt, der über dir steht und dem man einen gewissen Respekt und gehorsam gegenüber haben soll. Und, das nicht immer alles Spaß macht.

Meine persönliche Meinung, wenn ich viele (nicht alle, nicht jeder) Junge Menschen sehe, mich mit ihnen unterhalte etc. Ist, das diese von ihren Eltern - gelinde gesagt- Zucker in den Hintern gepustet, und Blödsinn ins Hirn gesetzt wurde.

Da läuft die Mami mit ihrem Sohn zum Chef, um sich zu beschweren, da guckt dich der potentielle angestellte schief an, wenn du sagst, daß es feste Arbeitszeiten gibt.. Jeder hält sich für was ganz besonderes... Tja.. Und dann kommt das, was man "Realität" nennt. Da sind dann nich mehr alle so freundlich. Da merken manche, daß sie doch garnich soo besonders sind Im großen Bild gesehen.. Und darauf setzen dann eben die Sachen wie erfolgsdruck, diese social media selbstbeweihräucherung inkl. Shitstorm, Mobbing etc..

Das ist nich bei allen "Kindern" der späten 90er und ab 2000 aufwärts so.. Aber eben bei vielen..

In den 60ern wurde auch nich jeder mit Gewalt erzogen.. Aber da war es auch keine "Schande" später mal Bäcker, Maurer oder ähnliches zu werden.. Ohne Abi und Studium..

Und natürlich spielt auch der Umgang mit den eigenen Emotionen und der Bereitschaft, darüber zu sprechen bzw. Sich dafür fachliche Hilfe zu suchen, eine wichtige Rolle.

Woher ich das weiß:Beruf – Ich bin Heilpraktiker

Der Artikel präsentiert doch eine der Hauptursachen:

"Kinder sind unter Druck in Deutschland", betonte Romanos. Auslöser für einen Klinikaufenthalt sei oft Mobbing. Ein Beispiel könne sein, dass eine 13-Jährige ihrem Freund per Smartphone ein Nacktfoto von sich schickt, dieser das Bild dann in Chats verbreitet und das Mädchen massiv unter Druck gerät und den Schulbesuch verweigert.

Hier sollte die Justiz überhaupt und viel härter durchgreifen.

Auch die ständigen Darstellungen von Selbstverletzungen und Wettbewerbe im Bereich Körpergewicht fördern das ganze. Seiten wie "Pro-Ana" gehören verboten.

Sicher haben früher mehr Kinder mal ne Ohrfeige bekommen. Dass aber die meisten mit Gewalt erzogen worden sind stimmt so einfache nicht. Und ich denke auch: mal ne Ohrfeige steckt man leichter weg, als den ständigen Druck der heute herrscht: mein Kind muss aufs GAymnasium. fürher war die Hauptschule die Regel und es war ok, wer es nicht aufs Gymnasium schaffte oder die REalschule: Nicht schlimm man war nicht alleine damit. Und auch gegen Hänseleien, die es auch früher schon gab konnte man sich im Grunde besser wehren: Du wusstest wer stänkert. Im Internet ist das alles so anonym da kannst du nicht dagegen an. Außerdem hat man fürher auch nicht so auf psychische Erkrankungen geachtet. Weder bei Kindern noch bei Erwachsenen.

Heute stehen die Leute (egal welchen Alterns) unter deutlich höherem Leistungs- und Erwartungsdruck. Das kann ganz schön fertig machen.

In den 60ern wurden nicht alle Kinder "mit Gewalt" erzogen. Denkst du die eltern sind ständig knüppelschwingend rumgelaufen und haben ihre Kinder sinnlos verprügelt.

Heute müssen Kinder von Anfang an perfekt sein. Von durchgestylten Klamotten und Frisuren dürfen sie kaum etwas selber machen, was dann nicht perfekt sein könnte. Wenn ich sehe wie Eltern z.B. "mit den Kindern" etwas basteln wird mir schlecht. Da sitzt Mami ständig daneben und verbessert oder macht es gleich selber. dann wird es als Bastelarbeit des kindes ausgegeben.

Eigeninitiative ist nur gefragt, wenn es ein perfektes Ergebnis gibt.

Kindergeburtstage sind keine fröhlichen Spiele, sondern ein durchgeplantes Event.

Kinder dürfen nicht mehr hinfallen und sich ein Knie aufschlagen, dann wird gleich dramatisiert.

Hausaufgaben müssen für eine gute Note gemacht werden, nicht weil etwas vielleicht interessant ist.

Und die neueste Elektronik muss auch sein, weil das nervige blag dann ruhig gestellt ist und das ja alle haben.

Kein Wunder, dass Teenies, die sich selber finden müssten, dann plötzlich nicht viel finden und sich nur um sich selber drehen.

Muss es aber eigentlich nicht früher viel mehr psychisch kranke Kinder gegeben haben? Insbesondere da in den 60er Jahren noch fast alle Kinder mit Gewalt erzogen worden sind?

Die heutige (90er Jahre und jünger) Generation redet eben offen über diese Probleme. Die Leute aus den 60ern sind psychisch genauso am Ende wie wir jungen (vielleicht aus anderen Gründen), aber die Leute reden nicht drüber, da psychische Problem in ihren Köpfen gleichbedeutend sind mit "der ist verrückt".

Es ist ein riesiger Fortschritt, dass man mittlerweile offener darüber reden kann, einen Psychologen zu besuchen.

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