Warum sind im Bundestag laut Daten des Bundestags überproportional viele Lehrer, Beamte und Juristen vertreten und deutlich weniger Arbeiter und Unternehmer?

8 Antworten

Wer im Bundestag ist, hat´s "geschafft".

Aber davor sind bei den meisten viele viele Jahre Basis-  bzw. Parteiarbeit nötig. Das braucht viel Zeit und Toleranz des Arbeitgebers. Selbst ein Landtagssitz ist kein Ticket in eine sorgenfreie Zukunft.

Beamte haben hier ein intrinsischen Bonus, da zum Beispiel Freistellungen bzw. Rückkehr ins Arbeitsverhältnis recht problemarm sind; Teilweise trifft das auch auf sonstige Angestellte im öffentlichen Dienst zu.

Lehrer haben noch mal Sondervorteile durch ihren vergleichsweise flexiblen Nachmittag, und da sie einen festen Jahresrythmus haben. Die Arbeit eines typische Lehrers ist am Ende des Schuljahres quasi "vorbei", und eine völlig neues Schuljahr mit neuen Klassen beginnt. Jobausstand und -wiedereinstieg sind also auch für den Arbeitgeber ein geringeres Problem.

Bei Juristen läuft es etwas anders, die haben nicht nur eine große Jobsicherheit und eigene Auffangnetze, sondern stehen einfach der Materie nahe. Ebenso ist eine politische Karriere für Juristen wie für kaum eine zweite Profession ein Karrieremerkmal.

Beamte haben es leicht.Sie werden "einstweilig beurlaubt" und gehen, wenn sie nicht wieder gewählt werden zurück in die gleiche Position.

Rechtsanwälte bleiben in der Kanzlei verzeichnet und bearbeiten in der Zeit eben keine Fälle. Kommen sie nach 4,8 oder mehr Jahen zurück, haben sie interessante Verbindungen geknüpft.

Wenn ein Arbeiter, der bei VW am Band war in den Bundestag geht und nach 4, oder 8 Jahren nicht mehr Abgeordneter ist, muss er zur Arbeitsagentur.

Unternehmer gehen nur in den Bundestag, wenn das Unternehmen so groß ist, dass sie sich einen Stellvertreter leisten können.

Arbeiter brauchen einen Grossteil des Tages, um ihren Lebensunterhalt zu erwerben, da bleibt selten genug Zeit, sich so politisch zu engagieren, dass es für einen Marsch durch die Parteihierarchien bis zu aussichtsreichen Plätzen auf den Landeslisten reicht. Unternehmer haben über Lobbyarbeit genug Einfluß und müssen nicht für die "mickrige" Diät eines Abgeordneten sich das schlechte Image eines Politikers zulegen.


"Unternehmer haben über Lobbyarbeit genug Einfluß "

Du vergisst, dass es auch bei Unternehmern riesige Unterschiede gibt. Ein Daimlerchef hat mit Sicherheit eine andere Lebenswelt als ein kleiner Handwerksbetrieb mit 10 Mitarbeitern. Das über einen Kamm zu scheren ist sinnfrei.

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