Warum sind Fahrradhelme in Deutschland (noch) nicht Pflicht?

...komplette Frage anzeigen

12 Antworten

Wenn Eltern ihren Kinder einfach mal schicke Helme kaufen würden anstatt die ( zweifelsohne auch sicheren ) billigdinger aus dem Discounter bräuchte man die ganze Diskussion um eine Fahrradhelmpflicht zumindest für Kinder nicht mehr führen! Zum Beispiel die Kinderhelme von Nutcase sehen so gut auß, dass ich mir nicht vorstellen kann, das irgend ein Kind sich weigert eine solchen Helm aufzusetzen. Ganz im Gegenteil! sobald die Freunde hinschauen und sagen "Wow, wo hast Du denn den her" entwickelt sich die sonst so zwanghafte Helmaufsetzerei schnell zum Selbstläufer. Wer sich mal einen Überblick über Helme verschaffen will, die auch gut aussehen können sollte mal unter www.durst-helme.de nachsehen.

Zumindest in Grossstädten sollte es zur Pflicht werden.Dann aber werden sich einige aber wieder benachtieligt fühlen.Für Fahrradkuriere hingegen sollte es unbedingt zur Pflicht werden.Schon im Hinblick auf die Zeiten die im Strassenverkehr verbracht werden. Auf dem Bau ist auch Helmpflicht.(Berufsgenossenschaft)

Gegenfrage: warum gibt es kein "aus-dem-Haus-geh-Verbot" für alle Menschen? Bedenke mal die vielen Leben, die das retten würde.

Spass beiseite: Mit dieser Übertreibung sei darauf hingewiesen, daß es für alle Pro's und Contra's gute Argumente gibt. Im Grunde geht es nur darum, ein sinnvolles Maß zu finden. Die meisten hier im Forum finden es vermutlich übertrieben, alle Menschen einzusperren, um diverse Leben zu retten, bei anderen ist die Linie des gesunden Maßes halt bei der Fahrradhelmpflicht angesetzt.

[Zeigefingermodus an] Aber die Unfallstatistiken: 40 Unfälle im Jahr, 30 mit Helm, 10 ohne Helm.. schnell die Verletzungen vergleichen und das Radfahren ohne Helm als gefährlich abstempeln. [Zeigefingermodus aus]

Richtig, nur stimmen diese Statistiken leider nur, wenn man sie als in sich abgeschlossener Mikrokosmos betrachtet. Sind sie aber nicht.

Kein Mensch wurde je totgefahren, weil er bei Rot eine Ampel gequert hat. Aber es kamen tausende Menschen beim Überqueren von Ampeln zu schaden, weil sie nicht aufgepasst haben – unabhängig davon, ob die Ampel Grün oder Rot zeigte. Wer das Grün einer Ampel als Freifahrtschein begreift, der von der Pflicht entbindet, die Umwelt zu beobachten, hat früher oder später ein Problem, bei dem ihm – zugegebenermassen – der Fahrradhelm hilft, den Schaden zu begrenzen.

Die Menschen, die durch ihr Vorausschauen einen Unfall verhindert haben, tauchen in keiner Statistik auf. Und jedes System der technischen Sicherheit tötet Instinke ein wenig ab, weil sich der Geschützte zu sicher fühlt.

Dies soll kein Plädoyer gegen die Fahrradhelme sein, aber bedenkt bitte alle Seiten, bevor Ihr nach Vorschriften ruft oder nach reaktionären Dingen wie "alle ohne Helm mal vor den Fernseher setzen und Verletzungen schauen lassen."

Tragt Euren Helm, macht Werbung für diese gute Sache und gut ist!

L.W.

Ganz einfach: Bei ca 90% der Unfälle von Fahrradfahrern ist der Kopf nicht von Verletzungen betroffen. Weiterhin belegen Untersuchungen, das Fahrradfahrer mit Helm riskanter fahren, da sie sich sicherer fühlen.

Mann sollte sich auch die Frage stellen, ob die alte Frau, die mit vielleicht 20 km/h sich gerade etwas schneller als die Schrittgeschwindigkeit bewegt, wirklich einen Helm tragen muss? Oder ob der Helm sie nicht eher behindert.

Worüber man sich auch Gedanken machen muss ist, wenn man die Pflicht einführt, wie kontrolliert man das sie eingehalten wird? Von selbst werden die meisten sich nicht daran halten. Und ich denke das unsere Ordnungshüter wirklich besseres zu tun haben, als darauf zu achten, das jemand einen Fahrradhelm trägt. Letztenendes sollte es jedem selbst überlassen sein, ober er das Risiko ohne Helm zu fahren eingehen will, oder nicht.

Komischerweise sind die Unfallkliniken und -intensivstationen nicht gerade selten mit Nichthelmträgern belegt. Kontrollieren könnte man das Ganze im Rahmen Verkehrskontrollen für Autos und Motorräder. Kein Problem. Schrittgeschwindigkeit ist kein gutes Argument.......Ich hatte mal jemanden auf Intensivstation, der in der Stadt an der Ampel stand, von einem unvorsichtigen Autofahrer umgenietet wurde.....Der Kopf schlug an die danebenstehende Laterne und das war´s....Die Ärzte meinten, daß ein Helm den Tod verhindert hätte.......Wie gesagt, es gibt supertolle, leichte Helme, die man kaum bemerkt, wenn man sie trägt.......Wo ich Dir recht gebe, daß ein Helm evtl Sicherheit vermittelt und Unvorsichtigkeit entsteht...... Klar, jeder soll das Risiko selbst einschätzen, solange sie nicht auf unseren Intensivstationen landen.......

0

Ich bin auch begeisteter Radfahrer. Rennrad und auch andere. Fahre um ehrlich zu sein, gerne ohne Helm, aber setze ihn trotzdem auf. Es steht ausser Frage, das Helme bei Stürzen vor schwersten Kopfverletzungen schützen. Man sollte nur nicht immer alles so streng reklementieren. Ist doch peinlich, wenn man immer alles vorgeschrieben bekommt. Ist doch eigentlich jedem sein eigener Kopf. Also freiwillig und aus Überzeugung, und vielleicht für die Kids als Vorbild.

Hallo, ebenso wie Du bin ich begeisterte Radlerin (Rennrad, sowie MTB) und bin ganz Deiner Meinung. Ich brauche keine Vorschriften, wenn es um meine Sicherheit geht. Auch aus beruflicher Sicht habe ich schon genügend "Matschbirnen" von Nichthelmträgern gesehen und dagegen auch Verunfallte, die Helm trugen....In der Tat fallen die allermeisten Kopf-und Hirnverletzungen dieser Gruppe leichter aus....Ich kann nicht verstehen, daß sich die Leute so über einen Fahrradhelm oder Autogurt aufregen.......Sie sollten wirklich mal in die Unfallkliniken gehen und dort ein paar Monate arbeiten.....Dazu muß ich auch sagen, daß die meisten Radler wirklich wie die Henker fahren; sich über die Autofahrer aufregen, aber selbst kreuz und quer durch die Städte jagen. An Juergen65: Ich habe erst mal recht herzlich über diesen Kommentar gelacht, weil ich mir das Ganze mal an meinem Radl vorstellte. Aber man kann´s echt übertreiben, oder? Die Eitelkeit mal ablegen und sachlich argumentieren......Klar, ich kann verstehen, wenn´s einfach gegen einen geht, so ein Ding aufzusetzen; macht mir auch keinen Spaß. Für die Motorradfahrer gibt´s auch seit Jahren Helmpflicht und die Leute werden erst vernünftig,wenn´s an den Geldbeutel geht. Also allseits gute Fahrt

0

Der nächste Sommer kommt bestimmt, da werden die Politiker sich sicherlich auch dieses brisante Thema zu gemüte führen. Trotz fehlender Gesetze fahren manche Fahrradfahrer mit Helm!

@neurodoc:

Es ist ja auch nicht verboten!

0

Brauchen wir wirklich für alles ein Gesetz ? Sollten wir nicht selbst so viel Verantwortung für uns und unsere Kinder haben, uns selbst das Helmtragen zur Pflicht zu machen. Und dann ist die Frage der Überwachung. Das Telefonieren am Steuer ist verboten und mit Punkten in Flensburg belegt - und wie oft siehst Du einen Handytelefonierer beim Autofahren... ?

nun - der deutsche Durchschittsbürger sieht ohne Gesetze und Geldstrafen leider gar nichts ein. So ist er eben - ich mir mich....

0

Vielleicht weil diese Helme nichts taugen. Die Wahrscheinlichkeit mit der Schädeldecke auf ein Hindernis zu treffen ist weit geringer, als die Wahrscheinlichkeit, sich das ganze Gesicht zu zerfetzen. Dagegen bringt ein Fahrradhelm gar nichts. Deswegen tragen Motorradfahrer Integralhelme -> rundum zu. Alle weniger sicheren Helme, vermitteln zwar das Gefühl von mehr Sicherheit, verleiten damit aber zu schnellerem Fahren und machen die Angelegenheit unter dem Strich nur gefährlicher.

Absoluter Quatsch! Natürlich bringen Fahrradhelme etwas. Ich habe genügend Stürze im Rennen gesehen, bei denen die Fahrer mit schwersten Verletzungen davon gekommen wären, hätten sie keinen Helm getragen. Ich selbst habe schon mehrere Stürze erlebt, bin dabei NIE auf das Gesicht gefallen. Die "Trophäen" (kaputte Helme) hängen jetzt bei mir im Rennradzimmer, mein Schädel aber ist ganz geblieben. Tut mir leid, aber das, was lux23 von sich gibt, können offensichtlich nur Leute, die selbst noch nie einen ernsthaften Unfall mit dem Rad hatten. Ich kann da nur meinen heilen Kopf schütteln.

0

POOKY hat Recht. Ich arbeite selbst im Rettungsdienst und kann nur bestätigen: Fahrradhelme nutzen sehr viel. Und: Ich habe noch keinen Radfahrer gehabt, der sich "das ganze Gesicht zerfetzt" hat; ein paar Schädelfrakturen bis hin zu Schädel-Basis-Fraktur war schon dabei --> und die hatten keinen Helm auf !!!!

0
@netztoury

Wow, es gibt doch noch welche,die es raffen.......Auch ich bin im Gesundheitswesen tätig und habe einige "Helmlose" betreut......Oft junge Menschen,die entweder starben oder ihr lebenlang schwerstbehindert sind.....Sehr arbeitsaufwendig und kassenbelastend, nur weil Eitelkeit und "Null Bock" im Vordergrund stand..... Ich finde, daß die Kassen wegen dieser Kosten eine Helmpflicht in ihren Klauseln aufnehmen sollten.......Wie gesagt, manchmal hilft es nur, den Geldbeutel zu schröpfen.

0

Ich kenne min. 2 Todesfälle in meinem nächsten Freundeskreis. Beide ohne Helm innerorts gestürtzt und am Bordstein sich den Schädel zerschlagen. Ich wünsche gute Fahrt und empfehle Dir einen Helm zu tragen.

0

Gott bewahre uns vor diesem Gesetz. Ich plädiere dann aber auf Vollschale mit Visir und Protektoren an Ellenbogen und Knien. Auch nachdenkenswert währen Seiten- und Frontäirbag.

Spaß beiseite. So einen Schwachsinn würde ich nicht unterstützen und schon gar nicht tragen.

Danke für die Unterstützung!!!

0

und auch für Fußgänger

0

Glücklicherweise sind sie noch nicht Pflicht, denn das würde mir das Radfahren (ca. 6000 pro Jahr) wirklich verleiden.

Selbst bei der Tour-de-France waren sie bis vor zwei Jahren noch nicht Pflicht und da ist die Gefahr gefährlicher Stürze sicher ganz erheblich.

Da ich ausserdem meist mit dem Liegerad fahre, bei dem ein Sturz auf den Kopf sehr unwahrscheinlich ist, wäre das Ding nur lästig, ohne einen Nutzen zu bringen.

Würde aber wieder einen Wirtschaftszweig ankurbeln.

0

Die Helmpflicht bei den Profis wurde eingeführt, nachdem Andrej Kiwilew auf der 2. Etappe des Rennens Paris-Nizza im Jahr 2003 bei geringem Tempo (20 km/h) stürzte. Er erlitt einen Schädelbasisbruch. Ich fahre selbst 15.000 km im Jahr (etwa 500 Stunden) mit dem Rad und mich stört der Helm überhaupt nicht. Man muss sich nur ein vernünftiges Modell aussuchen, dann spürt man ihn auch nicht.

0
@pooky

Ich vergaß zu schreiben: Kiwilew starb einen Tag später an den Folgen der schweren Kopfverletzungen. Ein Gutachten ergab später, dass der 29-jährige MIT Helm aller Wahrscheinlichkeit nach überlebt hätte.

0
@pooky

Hi pooky,

wow, 15 000km......Superspitze. Bist Du Profi?.....Schade, würde auch gerne mehr trainieren, aber mit den 3 Schichten, Wochenenden, Feiertagsarbeit geht mir viel flöten und ich bräuchte noch eine selbstreinigende Wohnung, einen Koch oder einen Hausmann ;-)))))....Naja, das ist sicherlich ein anderes Forum......Ja, es gibt supertolle leichte und gutbelüftete Helme und ich muß erfreut feststellen, daß ich in meiner Stadt sehr viele Helmträge sehe....Ich trainiere auch Eisschnelllauf auf einer Eisfläche mit festen Banden und wir müssen auch Radhelme tragen, was mir schon einige Male meinen Kopf gerettet hat.......Also weiterhin viel Spaß beim Training.

0

Ich weiß auch nicht, sonst ist der demosthenes ein sehr überlegt wirkender Mann. Aber bei dieser Frage scheint er zu versagen.

0
@PatBo

@patbo - Jeder hat seine eigenen Ansichten - mindestens eine ist bestimmt bei allen dabei, die nicht so 'werbewirksam' sind und die Allgemeinheit verwundern...

0

Zitat: "Wie wichtig sie vor allem für Kinder sind, ist ja allgemein bekannt."

Nein, ist mir nicht bekannt - Bitte sachlich bleiben!

Doch, jetzt sind sie Pflicht, weiß ich wohl nur von Deutschland.

Was möchtest Du wissen?